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Interview mit @buonomemes

Südtirol muss mehr lachen!

„Onlineunterhaltung ist die Unterhaltung der Zukunft!“, weiß Gabriel Mair. Der als @buonomemes bekannte Influencer bringt Südtirol zum Lachen.

Der Goldrainer Gabriel Mair zählt mit seinen mehr als 30 Tausend Followern auf der Videoplattform Tik Tok und 18 Tausend Abonnenten auf Instagram zu den wohl erfolgreichsten Influencern Südtirols. Neben den Social Media Plattformen ist Gabriel auch als Singer/Songwriter und Rapper auf Spotify zu finden. Er bezeichnet sich als Performer und Entertainer mit großen Träumen.

 

Gabriel du bist auf vielen sozialen Medien erfolgreich. Wolltest du schon immer Influencer werden?
Nein. Angefangen hat alles mit der Musik. Mit 18 habe ich mich ans Rappen und Songschreiben langsam ran gewagt. Erst in den letzten Jahren bin ich auf die Entertainer-Schiene gewechselt. Mit viel Überwindung habe ich mein erstes witziges Video gepostet und einmal die Reaktionen der Menschen abgewartet. Ich hatte extreme Angst, wie mein Humor und meine Videos wohl ankommen würden, weil Südtirol in der Hinsicht noch eine sehr geschlossene Szene ist.

Buono in der Rolle einer seiner Figuren – damit karikaturiert er die Südtiroler Gesellschaft auf den sozialen Medien.

Bild: Buonomemes

Und? Wie war die Reaktion?
Anfangs fast ausschließlich gut. Was hinter den Bildschirmen über mich geredet wird, weiß ich nicht und ich glaube, das ist auch gut so (lacht). Ich habe durch die Likes und Kommentare rasch viel Bestätigung erhalten, dass das, was ich mache, gut ist.

Wie gings weiter?
Das alles ist sehr schnell ins Laufen gekommen. Nach einem Monat hatte ich auf Instagram bereits 2000 Abonnenten. Da habe ich das Potenzial hinter dem ganzen entdeckt und wollte mehr. Ich habe immer davon geträumt, von Social Media leben zu können, und das habe ich geschafft.

Du verdienst also Geld mit @buonomemes? Ist das dein Beruf?
Ja. Ich bekomme kein Geld von Instagram oder anderen sozialen Plattformen. Ich könnte mittlerweile zwar etwas von ihnen verlangen, aber die geringe Summe pro Monat würde sich nicht auszahlen. Meine Einnahmequellen sind Privatpersonen, Firmen und Unternehmen, die meine Reichweite nutzen. Für diese drehe ich dann kurze Videos oder platziere ihre Werbung. Zudem planen wir seit kurzer Zeit auch Events und Partys. Durch diese Events und verschiedene Werbekampagnen für Firmen habe ich in kurzer Zeit relativ viel Geld verdient. 

Wer ist wir? Steht ein Team hinter @buonomemes?
Begonnen habe ich allein. Einer meiner besten Freunde Samu Ilmer hat mich aber von Anfang an bei der Produktion, also dem Filmen, besonders aber moralisch unterstützt. Mittlerweile sind wir Partner und arbeiten zusammen. Den Großteil der Arbeit verrichten Samuel und ich gemeinsam. Hinter den ursprünglichen Inhalten, Ideen und Videos stehe ich allein.

Erkennen die Menschen den Unterschied zwischen dem Entertainer Buono und der Privatperson Gabriel?
Eher selten. Die Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen von mir. Besonders der jüngeren Generation fällt es schwer den Unterschied zwischen mir und der Person im Internet zu erkennen. Viele sprechen mich automatisch mit meiner südtirolerischen Komikersprache aus TikTok an. Auch wenn ich versuche mein „echtes Ich“ auf den Plattformen zu präsentieren, indem ich auch mal ernste Themen anspreche, bin ich in den Augen der meisten twentyfor-seven Buono, der Komiker und Entertainer von Social Media. Manchmal werde ich aber auch mit Fragen zu Themen wie Selbstentwicklung, Gesundheit, Beziehungen ganz ernsthaft konfrontiert.

Ich will Stereotype der Südtiroler Bevölkerung und des Landes aufzeigen und als lächerlich darstellen.

Deine Bio für @buonomemes auf Instagram und TikTok lautet: Making Southtyrol a Lustiger Place. Ist das dein Ziel?
Ich will Stereotype der Südtiroler Bevölkerung und des Landes aufzeigen und als lächerlich darstellen. Besonders fokussiere ich mich dabei auf Themen, die ganz speziell nur Südtirol betreffen. Ich will die Menschen unterhalten und die beste Art dafür ist, über sich selbst zu lachen. Gerade in der letzten Zeit gab es nicht viel zu lachen und die Medienlandschaften wurden von sehr ernsten Themen überschattet, weshalb in meinen Videos der Spaßfaktor an erster Stelle steht.

Wie gehst du an deine Videos heran?
Als Influencer arbeite ich strategisch und analysiere, welche Videos wie oft und wann geklickt werden und welcher Inhalt besonders beliebt ist. Dabei geht klar hervor, dass die beliebtesten Videos die sind, mit denen sich die Südtiroler am leichtesten identifizieren und in denen sie sich wiederfinden können. Meine Videos bauen in erster Linie darauf auf, dass sie relatable sind. Onlineunterhaltung ist die Unterhaltung der der Zukunft. Hier hinkt Südtirol extrem hinterher.

Privat steckt hinter @buonomemes der Goldrianer Gabriel Mair

Bild: Buonomemes

Mit deinen vielen Followern kommt auch Verantwortung. Wie gehst du damit um?
Ich nehme sie wahr, aber lasse mich dadurch nicht bremsen. Besonders die Elterngeneration meiner Abonnenten weist mich immer mal wieder auf meine große Verantwortung hin und sagt mir, dass ich gewisse Inhalte nicht posten solle. Ich bin für Kritik offen und hin und wieder froh, auf problematische Inhalte hingewiesen zu werden. Allerdings kann ich es nie jedem recht machen und gerade in der Unterhaltungsbranche herrscht immer die Diskrepanz zwischen: Was darf Humor und was geht zu weit?

Was ist deine Antwort darauf?
Ich will keine extrem skandalösen Videos produzieren, die Menschen wirklich verletzen oder verstören. Allerdings empfinde ich es als künstlerische Freiheit, die Inhalte zu produzieren, die ich möchte; zum anderen ist es realitätsfern, mir die alleinige Verantwortung aufzubrummen. Gerade bei der „gefährdeten“ sehr jungen Generation liegt die Verantwortung bei den Eltern. Kinder mit einem Smartphone und Internetzugang können sich mit Sicherheit viel schlimmere und verstörendere Beiträge als meine Videos anschauen.

Was möchtest du noch erreichen?
Ich träume groß. Ich möchte international bekannt werden. Sei es als Entertainer, Comedian, Eventmanager oder Musiker. In nächster Zeit werden mein Partner und ich eine Firma gründen, wo wir einiges reißen werden. Social Media ist hier ein kleiner lokaler Klickstart gewesen, quasi ein Sprungbrett für meine internationale Karriere. Ich werde sicher einmal ein bekannter und erfolgreicher Mensch werden.

 

Teresa Putzer

Träumerin, Crazy Cat Lady und Feministin. Schusselig, aber liebenswert. Liebt Konzerte, Horrorfilme und politische Diskussionen.
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