Anzeige
Satirisch gut

Zucchini statt Burkini

Als wären die Temperaturen nicht hoch genug, erhitzt die Debatte um das Burka-Verbot im Sommerloch die Gemüter. Dabei gibt es eine Lösung.

burka2.jpg

Bild: flickr/Mario Sánchez Prada

Im August, wenn sich der Landtag in den Sommerferien befindet und Altpolitiker fern der Heimat im Luxushotel unbeobachtet ihre Renten investieren, ist es besonders schwer, etwas zu finden, worüber man sich aufregen kann. Vor allem als Südtiroler stürzt man sich dann gern auf Ereignisse, die einen nur sehr marginal angehen. Beispielsweise wenn es um Burka und Burkini geht, zwei Kleidungsstücke, die das Südtiroler Landschaftsbild immer mehr und entscheidend prägen. Oder auch nicht. Aber das ist Nebensache.

Gutmenschen und Heimatverbundene können sich wieder die Meinung sagen. Brigitte Foppas Aussage (Frauen sollten selbst über Ganzkörperverschleierung entscheiden können) veranlasste beispielsweise Andreas Pöder von der BürgerUnion, „grün vor Ärger“ zu werden. Das wiederum brachte nun einen Botaniker, Prof. Dr. Dr. h.c. Hyakinthos Grüngartner, auf eine Idee, die den Burka-Disput europaweit beenden könnte. Sein Lösungsvorschlag – zumindest für den Strand – ist einfach: „Statt im Burkini müssen Frauen ab jetzt im Zucchini-Anzug an den Strand gehen“, sagt der Experte.

Was im ersten Augenblick absurd klingt, entpuppte sich bald als Vorschlag, der alle Seiten zufriedenstellt. Islamistische Mullahs pflichten Grüngartner bereits bei: „Inshallah. Solange keine nackte Haut zu sehen ist, geht uns alles gut.“ Auch die Grünen sind einverstanden: „Das ist eine Mode, die den Lebensstil propagiert, den wir schon seit Jahren vertreten: Go green, go vegan!“ Nur die Heimatverbundenen sind noch nicht vollständig überzeugt, zeigen sich aber kompromissbereit: „Sauerkraut statt Zucchini wäre uns halt lieber gewesen“, heißt es in einer Presseerklärung der Freiheitlichen.

Die einzigen, denen mit dieser Lösung vielleicht nicht ganz Rechnung getragen wird, sind die Frauen selbst. „Aber das scheint bei der Debatte von Anfang an ohnehin eine Nebensache gewesen zu sein“, erklärt der Experte Grüngartner und beseitigt damit letzte Bedenken.

 

Aus der neuen Bikini-Kollektion von Armani

Teseo La Marca

hat neulich eingesehen, dass Freiheit mehr bedeutet, als Bindungsängste gegen alles zu haben. Will daher sein Studium beenden und lebt nun in Wien, wo er nach wie vor zu viel prokrastiniert.
Anzeige

Satirisch gut

Was war los in Südtirol im letzten Monat? Ein satirischer Rückblick auf jene Ereignisse, die Land und Menschen bewegten.

Mehr Artikel
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

„In vielen Sachen Schwestern“

„Das Wichtigste für uns ist es, authentisch zu sein.“ Ulli Mair und Brigitte Foppa über Frauen in der Politik, als Mobbingopfer und warum sie stärker unter Beobachtung stehen als Männer.

Vom Tunnelbau zur Gemeindegestaltung

Die junge Ingenieurin Klara Santer will nicht nur Tunnel bauen, sondern Kastelbell-Tschars auch politisch mitgestalten und ihrer Gemeinde bessere Infrastrukturen bieten.
0    
 | 
Gastbeitrag zum Verfassungsreferendum

Keine Panik

Günther Pallaver ist sich sicher: Auch nach dem Referendum wird Italien die „schönste Verfassung der Welt“ nicht verlieren, ganz gleich, wie das Ergebnis aussehen wird.
0    

Traditionen und Umweltschutz

Als Kandidat der Lega will Davide Cavallaro Salurn attraktiver machen. Mit mehr Umweltschutz, mehr Start-ups und weniger Migration. Salvini gehört für ihn zum Wahlkampf dazu.
0    

180

Um Schwierigkeiten im Beruf geht es im aktuellen Song von Tamara Rieder alias Tamira. Die Sängerin macht Popmusik mit deutschen Texten.
Anzeige
Anzeige