Anzeige

Und raus bist du!

Nach dem Rauswurf des Landes aus der Brennercom planen die Ebners den nächsten Coup. Wie die Oligarchen die Macht in Südtirol übernehmen wollen.

8105240194_51b9f01845_o.jpg

Bild: flickr/Stefan Munder

Alle Freitage wieder, da hält der Verwaltungsrat der Brennercom Sitzung. Am 19. Juni schmiss er das Land Südtirol aus der Beteiligung an der Brennercom raus, am 26. Juni folgten dann auch die Selfin und die Stadtwerke Brixen, ebenfalls zwei Körperschaften der öffentlichen Hand. Alles aufgrund des Gesetzes 147/2013. Nun liegt die Brennercom – eine Art Telecom für Südtirol, gegründet, um die Interessen der Bürger gegen ausländische Investoren zu wahren – zu über 80 Prozent in den Händen der Athesia.

Nur, was soll man jetzt mit der neugewonnenen Vormachtstellung in der Brennercom anstellen? Diese Frage treibt gerade den Athesia-Geschäftsführer Michl Ebner um. Natürlich, man könnte die Preise für die Verbraucher erhöhen. Oder man könnte die Daten teuer an NSA oder Ähnliches verkaufen. Aber einfach nur billiges Geld? Der Athesia schwebt Größeres vor. Schließlich beschränkt man sich bereits jetzt schon nicht nur auf das ursprüngliche Geschäft, die Medien, sondern mischt auch bei Energie, Immobilien und nicht zuletzt in der Politik kräftig mit.

Das Land fliegt raus – aus dem Landtag

„Eins, zwei, drei und raus bist du. Nach diesem Konzept wollen wir jetzt weiter vorgehen“, erklärt Michl Ebner. Eins: Das Land aus der Brennercom rausschmeißen. Zwei: Die Stadtwerke Brixen und die Selfin nachziehen lassen. Und nun drei: Durch Paragraphenreiterei die Beteiligung der öffentlichen Hand auch im Südtiroler Landtag ausschalten. Ja, richtig. Aber wer regiert dann das Land? „Natürlich wir Oligarchen. Aber bei Punkt Drei liegen noch Unsicherheiten in Bezug auf die Durchführbarkeit vor“, so Ebner: „Das werden wir kommenden Freitag während einer neuen Verwaltungsratssitzung klären.“

Toni Ebner, Chefredakteur der Dolomiten, findet die Idee schon mal großartig: „Wenn wir direkt anstatt der Landesregierung das Sagen haben, braucht es gar nicht mehr unsere medialen Kampagnen, um unsere Ziele zu erreichen.“ Und der Bruder Michl Ebner müsste auch nicht mehr den Parlamentarier oder den Handelskammerpräsidenten spielen: „Also auch keine Interessenskonflikte mehr. Einfach praktisch.“

Teseo La Marca

hat neulich eingesehen, dass Freiheit mehr bedeutet, als Bindungsängste gegen alles zu haben. Will daher sein Studium beenden und lebt nun in Wien, wo er nach wie vor zu viel prokrastiniert.
Anzeige

Satirisch gut

Was war los in Südtirol im letzten Monat? Ein satirischer Rückblick auf jene Ereignisse, die Land und Menschen bewegten.

Mehr Artikel
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Straßenzeitung zebra.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Zwischen 2004 und 2018 haben sich in Südtirol 731 Menschen das Leben genommen. Diese Zahl steht für ein Phänomen, das nicht länger ignoriert und tabuisiert werden kann.
0    
 | 
Südtirols Wirtschaft

Das Geschäft mit dem Coronavirus

​Viele Waren auf dem europäischen Markt kommen aus China. Angesichts des Coronavirus riegelt sich das Land ab – mit Folgen für Südtirols Wirtschaft.
0    

Last Chance

Singer-Songwriter Aaron Mayr ist nach einer längeren Pause mit einem neuen Song zurück.
 | 
40 Wochen

Happy Birthday!

Herzmensch wird heute ein Jahr alt. Wie sich das Leben unserer Kolumnistin seit seiner Geburt verändert hat, erzählt sie im letzten Teil ihrer Kolumne.
0    
 | 
Volontourismus

Gut gemeint, schlecht getroffen

Wer heute in den globalen Süden fliegt, um vor Ort ein paar Wochen lang zu „helfen“, riskiert, damit mehr Schaden anzurichten als Gutes zu tun.
0    
Anzeige