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Satirisch gut

Strafen für Pokémon-Wilderer

Ohne jegliche Lizenz wird auch in Südtirol Jagd auf unbekannte Tierarten gemacht. Das Amt für Jagd und Fischerei ergreift nun Maßnahmen.

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Bild: flickr/Yoshikazu TAKADA

Noch vor wenigen Jahren machten sich Natur- und Umweltschützer mächtig Sorgen um das Aussterben vieler Tierarten. Zur großen Freude von einigen Bauern und Hosenschei... äh, besorgten Wanderern wurde deswegen sogar der Bär wieder eingebürgert. Doch dass plötzlich ganze 151 neue Tierarten aus dem Nichts auftauchen, damit hätte niemand gerechnet. Pokémons heißen diese Wesen und sie sollen mit außergewöhnlichen Kräften und Fähigkeiten ausgestattet sein. Woher kommen sie? „Wir haben keinen Tau“, erklärt der Biologe Ivo Asnix, „aber ganz aus dem Nichts können sie nicht gekommen sein. Es gibt nämlich zahlreiche Berichte von jungen Erwachsenen, die diesen Tieren vor ungefähr 15 Jahren schon einmal begegnet sein wollen.“

Anders als beim Bären besteht bei den Pokémons kein Grund für den Menschen, sich zu fürchten. Im Gegenteil, seit ihrem Erscheinen sind es die Menschen, die eine wilde Jagd auf diese Tiere veranstalten: PokémonGo nennen die Jäger ihre Beschäftigung.  Josef S. aus dem Sarntal, ein PokémonGO-Jäger der ersten Stunde, berichtet uns von seinem letzten Fang: „I bin oanfoch durchn Woll gongen, nor steat af oamol sou a Pickatschu vour mir. Bam! Schiaß i in Boll af ihn und iatz khert er mir.“ Die Waffe, um das seltsame Tier einzufangen, war also ein einfacher Ball? „Jau, ober net a richtiger! Lei af mein Schmartfoun“, erklärt Josef S.

So wie Josef S. geht es zurzeit vielen. Zuerst noch ein gewöhnliches Smartphone in der Hand, und im nächsten Moment kann es schon als Waffe genutzt werden. Aber ist das auch legal? „Das sind moderne Wilderer! Man muss ihnen das Handwerk legen“, urteilt ein Wildhüter. So sieht es auch das Amt für Jagd und Fischerei und will nun hohe Strafen gegen die Pokémon-Jäger verhängen. „Jagd mit unlizenzierten Waffen, ohne Jägerschein und zudem auf Tierarten, die möglicherweise unter Schutz stehen müssten – angesichts all dieser Straftaten können die PokémonGo-Jäger froh sein, wenn sie nicht hinter Gitter landen!“, wettert der neue Amtsdirektor Luigi Spagnolli.

In der Politik sind die Meinungen darüber, wie man mit den neuen Spezies umgehen soll, gespalten. Die Freiheitlichen beispielsweise befürworten die Jagd auf die Pokémons sogar. „Die kommen aus dem Ausland, das sieht man doch sofort!“, zürnt etwa Ulli Mair. „Und jetzt sind sie hier und nehmen unseren einheimischen Arten den Lebensraum weg. Ja sind wir noch bei Sinnen? – So, und jetzt entschuldigt mich“, fährt die Landtagsabgeordnete fort, „ich muss auf ein PokémonGo-Spielertreffen.“

Teseo La Marca

hat neulich eingesehen, dass Freiheit mehr bedeutet, als Bindungsängste gegen alles zu haben. Will daher sein Studium beenden und lebt nun in Wien, wo er nach wie vor zu viel prokrastiniert.
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