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So ein Privilegientum!

Die SVP-Superblondine ist und bleibt für Ulli eine Schwedin.
Liebes Tagebuch,
 
ich glaube, ich bin kein neidischer Mensch. Aber ich komme nicht darüber hinweg. Es geht einfach nicht! Ich gebe es offen zu: Ich gönn es ihr nicht, dieser Marie Mawe (und hier in meinem Tagebuch werde ich ihren Namen NICHT nach den schwedischen Rechtschreibregeln schreiben)! Die Jungs können mich schon nicht mehr hören, sie sagen eigentlich nur noch dasselbe: „Ulli, jetzt lass doch mal los“, oder „Ulli, jetzt akzeptier es halt, dann ist sie nun mal auf deren Liste.“ Ja, aber ich kann einfach nicht! Ich kann nicht akzeptieren, dass sie es letztendlich doch geschafft hat! 
 
Es ist ja durchwegs erbärmlich für die SVP, wenn sie jetzt schon unter den Zugewanderten ihre Kandidaten suchen muss. Aber Hauptsache Frau. Ich hab es oft schon gesagt und ich bleibe dabei: Die Guten packen es auch ohne Quote, da bin ich nun mal das beste Beispiel dafür. Pius meinte neulich, wir können der Frau Mawe sogar dankbar sein, dass es sie gibt, und da hat er zum einen natürlich Recht. Es war schon ein gefundenes Fressen für uns Freiheitliche, wie ungeschickt sich die SVP in diesem Fall verhalten hat. Und dass Miss Superblondine aus dem hohen Norden letztendlich doch ihren Willen durchgesetzt bekam, hat uns nur bewiesen, in was für einem korrumpierten Saftladen von einem Land wir doch leben. „Privilegientum auf hohem Niveau“ habe ich das genannt, hinter vorgehaltener Hand sag ich natürlich noch ganz andere Sachen (aber ich bin schlau genug, sie nicht auch auf Papier zu schreiben). 
 
Das Problem ist: Meine Männer stehen im Fall Mawe nicht ganz hinter mir. Und ich weiß auch warum: Der Tinkhauser findet sie ziemlich gut aussehend. Der Sigmar schaut auch immer so deppert drein, wenn sie irgendwo zu sehen ist, und neulich fragte er in seiner tölpelhaften Art: „Du Ulli, gegen Ausländer wie sie haben wir doch auch nichts auszusetzen, oder?“ Mann, diese Holzköpfe, Integrität ist ein Fremdwort für die! Natürlich haben wir gegen ALLE Ausländer was, gerade, wenn sie sich einbilden, mit Augenklimpern unsere Politik zu revolutionieren. Innerhalb nur weniger Wochen italienische Staatsbürgerin zu werden, dafür kämpfen andere Leute jahrelang – nicht, dass ich es denen mehr gönnen würde. 

Barbara Bachmann

ist freie Journalistin und in der Welt zu Hause. Als Reporterin sucht und findet sie gute Geschichten wie das Schwein den Trüffel.
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Liebes Tagebuch

Die geheimen Gedanken unserer Politikerinnen. BARFUSS sind die Tagebücher von Ulli Mair und Brigitte Foppa zugespielt worden. Über die Echtheit besteht kein Zweifel ;-)

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