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Abschied tut weh

Ulli Mair muss die Trennung von ihrem Kollegen Thomas Egger verkraften.

Liebes Tagebuch,

jetzt muss ich schon wieder eine Trennung verarbeiten. Diesmal also der Thomas. Wir haben per SMS Schluss gemacht. Grobes Kommunikationsproblem nannte es mein Therapeut. Total primitiv, voll prolo. Ich nur: Na und, so sind wir Freiheitlichen eben und wir sind stolz drauf! Aber zugegeben, es war schon fies von mir, so was zu schreiben: „Hallo Thomas, der Landesparteivorstand hat sich in geheimer Wahl gegen deine Wiederkandidatur ausgesprochen. Wir erwarten uns Fairplay im Interesse der Demokratie und der Partei. Wir halten uns auch daran. Lieben Gruß, Ulli.“
Seit dieser Nachricht zucke ich jedes Mal zusammen, wenn mein Handy klingelt. Und dann schau ich auf das Display und es ist doch immer nur der Pius, der anruft! Langweilig!  Ob er manchmal noch an mich denkt? Schwer vorstellbar, dass er mich so schnell vergisst. Ach, ich muss aufhören zu träumen. Selbst wenn wir uns versöhnen würden, wie vorher wird’s nie wieder werden, auch wenn ich's mir irgendwie wünschen würd. Ich glaub fast: ich vermiss ihn.

Heute war ich schon ganz tapfer. Vorhin habe ich mich zum Beispiel gezwungen, eine Stunde lang seine Initialen aus meinen Sachen zu radieren. Überall hatte ich die beiden Buchstaben angebracht. T. E. auf meinem Notebook, T. E. am Schreibtisch im Büro, T.E. im Terminkalender. Die anderen Jungs hatten mir noch geraten: „Lass dir Zeit, Ulli.“ Aber ich bin da stur: Nein, hab ich gesagt. Das ist meine Art der Trauerbewältigung, auf zu neuen Ufern!
Ach, Tommy! Man muss sich trennen, wenn's am schönsten ist. Irgendwie war die Zeit mit ihm ja toll. Er war halt nicht wie all die anderen Männer. Bei ihm musste ich mir alles erkämpfen, jedes Lächeln zwischen einer Sitzung und der nächsten oder eine kurze, scheinbar zufällige Handberührung am Kaffeeautomaten. Irgendwie stehe ich auf Ablehnung.
Aber dann krieg ich auch Bammel. Ob noch einer von denen etwas gegen mich ausheckt? Und wer? Vor der Truppe gebe ich es ja ungern zu, aber ich brauche die jetzt alle um mich. Geschlossen. Oh Mann! Manchmal könnte ich heulen.
 

Barbara Bachmann

ist freie Journalistin und in der Welt zu Hause. Als Reporterin sucht und findet sie gute Geschichten wie das Schwein den Trüffel.
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Liebes Tagebuch

Die geheimen Gedanken unserer Politikerinnen. BARFUSS sind die Tagebücher von Ulli Mair und Brigitte Foppa zugespielt worden. Über die Echtheit besteht kein Zweifel ;-)

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