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Satirisch gut

Das Jahr 2017 wird nicht kommen

Was viele befürchteten, ist nun der Fall: Das Jahr 2017 weigert sich, anzutreten. Zu groß ist das Chaos, das ihm der Vorgänger 2016 hinterlassen hat.

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Bild: pixabay/lumpi

Spätestens, als bekannt wurde, dass das Jahr 2017 ein großer Star-Wars-Fan ist, mit Bud-Spencer-Filmen aufwuchs und zu Weihnachten am liebsten „Last Christmas“ rauf und runter hört, befürchteten die Experten für große Zeitmaßstäbe das Schlimmste. Schließlich würde es das neue Jahr auch so schon schwer genug haben: Trump als US-Präsident, Kriege und Konfliktherde rund um den Globus, massenhaft Menschen auf der Flucht, und um das Maß voll zu machen: ein Literaturnobelpreis an Bob Dylan. Man begann zwar zu rätseln, wie das neue Jahr es schaffen sollte, all diesen geballten Schwachsinn, das Leiden und die Verwüstung zu übernehmen, die das Jahr 2016 ihm hinterlassen hat. Doch keiner ahnte, dass es wirklich soweit kommen würde: 2017 will einfach nicht mehr.

Es ist natürlich ein unerhörter Präzedenzfall. Bisher stand um diese Jahreszeit das neue Jahr immer bereits in den Startlöchern. Doch diesmal ist es anders. Von 2017 keine Spur. In einem kurzen Abschiedsbrief erklärt es auch seine Gründe:

„Fick dich, 2016! Es ist schon gut, dass du selbst auch vieles nur geerbt hast. Diesem schmierigen Typen, 2014, den ich übrigens noch nie mochte, hat man zum Beispiel den Erfolg vieler menschenverachtender Gruppierungen zu verdanken: ISIS, AfD... Aber du hast dann alles nur noch schlimmer gemacht! Vielerorts liegt die Welt in Schutt und Asche. Aus den Trümmern ragt nichts mehr, höchstens die ein oder andere Kinderhand. Und dort, wo die Welt noch steht und jeder genug zum Essen hat, schreit man nach Hass und Ausgrenzung. Beste Voraussetzungen, wirklich. Und ich sollte das jetzt einfach so übernehmen? Einen Scheiß muss ich. Ich geh jetzt Urlaub machen in den Misan-Tropen. Hasta la vista!“

Wissenschaftler rätseln noch darüber, was geschehen würde, falls 2017 tatsächlich ernstmacht und nicht das alte Jahr ablöst. Am meisten Anklang findet die Theorie, dass die Silvesternacht dann ewig dauern könnte. „Doch wenn die Zeit dann doch irgendwann weiter geht und wir im ersten Tag des neuen Jahres ankommen, dann gnade uns Gott“, sorgt sich ein Quantenphysiker: „Das wäre der schlimmste Kater aller Zeiten!“ Es könnte allerdings noch ärger kommen. Möglicherweise würde das Zeit-Raum-Kontinuum so aus dem Gleichgewicht geraten, dass die Erde in einen fünf-dimensionalen Supernova-Loop gesogen und die Menschheit dadurch ausgelöscht wird. Wenn Letzteres eintritt, wären allerdings alle Probleme gelöst und das neue Jahr könnte schließlich doch wie gewohnt seinen Dienst antreten, vermuten die Wissenschaftler.

Teseo La Marca

hat neulich eingesehen, dass Freiheit mehr bedeutet, als Bindungsängste gegen alles zu haben. Will daher sein Studium beenden und lebt nun in Wien, wo er nach wie vor zu viel prokrastiniert.
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