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Veröffentlicht
am 11.09.2019
LebenStraßenzeitung Zebra

„Hopp, es geht weiter!“

Veröffentlicht
am 11.09.2019
Stephan verkaufte zebra. ab der ersten Stunde. Das gab ihm die Stabilität, um weitere Schritte zu wagen. Heute kann er sagen, dass er es geschafft hat.
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Stephen im African Soul.JPG
Stephan im “African Soul”

Am Anfang war es nicht einfach, auf die Straße zu gehen und eine Zeitung zu verkaufen. 2014 kannten die Leute zebra. noch nicht und erst langsam wurde das Projekt bekannter. Man weiß in diesem Job nie, was einen erwartet. Manche Menschen beschimpften mich. Aber von Anfang an gab es auch jene, die sehr offen und interessiert waren. Trotz der anfänglichen Herausforderungen – es gab auch immer wieder Leute, die versuchten, ohne Ausweis zebra. zu verkaufen – fühlte ich mich bei der OEW ernstgenommen und alles war gut organisiert.

Durch den Verkauf der Zeitung hatte ich einen geregelteren Tag und etwas Geld zur Verfügung. Das gab mir mehr Sicherheit und Stabilität. Nebenbei arbeitete ich gelegentlich bei einer Putzfirma, aber es war keine fixe Stelle. Dann fand ich eine Arbeit in einem Hotel. Die Besitzer dort waren sehr nett, und ich konnte viel lernen. Ich machte Frühstück, half in der Küche, mähte den Rasen und sprang auch mal beim Servieren ein. Ich war nicht mehr auf den Zeitungsverkauf angewiesen und als in Meran das Restaurant „African Soul“ eröffnete, nutzte ich die Gelegenheit und fing dort als Kellner an. Dieses Restaurant bedeutet mir viel und ich habe all meine Zeit und Energie investiert.

Die Sprache ist der Schlüssel zu den Menschen, zur Arbeit und zu einer Zukunft hier.

Hin und wieder treffe ich zebra.Verkäufer*innen, ich spreche mit ihnen und kaufe manchmal eine Zeitung. Ich weiß, wie sie sich fühlen, und ich möchte ihnen raten, nicht aufzugeben und jede Möglichkeit zu nutzen, um etwas zu lernen. Als ich in der Flüchtlingsunterkunft in Bozen wohnte, hat mir eine Frau gesagt, dass es in Südtirol viele Möglichkeiten und Arbeit gebe, es aber unbedingt notwendig sei, die Sprache der Menschen zu erlernen. Ich finde, man sollte jeden Moment und jede Gelegenheit nutzen, um Italienisch und Deutsch zu lernen. Auch wenn es mühsam ist, aber die Sprache ist der Schlüssel zu den Menschen, zur Arbeit und zu einer Zukunft hier.

Ich lebe nun seit acht Jahren in Meran, ich mag die Stadt, die Ruhe und die schönen Gärten. Es ist mein Zuhause geworden und ich möchte hier eine Familie gründen und ein ganz normales Leben führen. Ich bin zuversichtlich – Hopp, hopp, es geht weiter!

von Stephan Evangelist

Der Artikel ist erstmals in der 51. Ausgabe (August 2019) der Straßenzeitung zebra. erschienen.

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