Anzeige

Spannung in der Provinz

Horst Mosers neuer Roman „Kleinstadtidyll“ ist eine packende Erzählung voller (Nicht-)Südtiroler Charaktere und (anti-)provinziellem Charme.

horst-moser.jpg

Bild: Horst Moser

Drei private Fragen an den Autor Horst Moser:

Die Hauptfigur des Romans, Sophie, kommuniziert meistens digital: Wie stehst du zu sozialen Medien wie Facebook oder Instagram?
Facebook und Instagram kosten und rauben eine Menge Zeit. Trotzdem handelt es sich um eine Vermarktungsplattform, die ich gerne nutze, weil sich eben Möglichkeiten auftun. Auch gibt es durchwegs bereichernde Begegnungen mit Menschen, die man sonst nicht so oft hört oder sieht, mit denen man ohne diese Plattformen vermutlich gar nicht in Kontakt wäre.

Eine weitere eindrückliche Figur im Buch ist der Bauunternehmer Hofer: Inwieweit beruht er auf deinen Erfahrungen in der Baubranche? Wie viel Hofer steckt im Unternehmer Moser?
Im Unternehmer Moser steckt hoffentlich gar kein Hofer, auch kein kleiner. Hofer ist sozusagen die Sammlung aller schlechten Erfahrungen, die man mit manchem machtbesessenen Menschen gemacht hat. In überzeichneter Form steht die Figur für das, was Macht schlimmstenfalls anrichtet mit jenen, die Macht ausüben: Abgehobenheit, Arroganz und Unbelehrbarkeit. Macht und Machtmissbrauch gehen zu oft einher. Das liegt in der Natur sozusagen. Das beobachten wir doch oft. Kennt nicht jeder einen Hofer, irgendeinen sogenannten Dorfkaiser?

Haben deiner Meinung nach manche Menschen(-gruppen) in Südtirol zu viel Macht?
Macht ist dort möglich oder besonders ausgeprägt, wo Gruppen sich gegenüber einzelnen erniedrigen, ungewollt manchmal oder gezwungenermaßen. Das Verdrängen und Verneinen von Missbrauchsfällen, wie es in meiner Geschichte passiert, ist ein Beispiel dafür. In der katholischen Kirche sieht man anhand dem was da langsam aufbricht, wie so etwas überhaupt erst möglich ist. Und ja, das betrifft auch Südtirol, auch wenn wir das nicht gerne hören. 

 

Zum Inhalt: Die bekannte Fotobloggerin Sophie ist jung, eigensinnig und weltoffen. Durch die Mail eines Unbekannten wird sie auf mögliche Missbrauchsfälle aufmerksam. Ihre Spurensuche wirft sie zurück in die scheinbare Idylle ihres Heimatortes. Dort stößt sie auf einen allmächtigen Unternehmer, die Vergangenheit des Dekans und die wertvollen Bilder eines geheimnisvollen Malers.

Bild: Edition Raetia

Horst Moser
Kleinstadtidyll
Roman
Hardcover mit Schutzumschlag
13 × 21 cm | 232 Seiten 
Euro 17,90
ISBN 978-88-7283-655-2

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Eltern-Protest gegen ungesunde Jause

Plastik und Zucker zur Jause

An den Grundschulen wird die sogenannte „Gesunde Jause“ an die Kinder verteilt. Mütter sehen dahinter eine reine Marketingaktion, die kiloweise Plastikmüll mit sich bringt.
0    
 | 
Pestizide auf Spielplätzen

Spielen im Giftnebel

Südtirols Spielplätze sind mit Pestiziden kontaminiert. Das zeigt eine wissenschaftliche Studie. International finden ihre Ergebnisse Beachtung, in Südtirol aber nimmt die Politik kaum Notiz davon.
0    

Here We Come Again

Shanti Powa sind zurück – mit einem neuen Song und einem Video, das zusammen mit der Musikkapelle Zwölfmalgreien entstanden ist.
 | 
Interview mit Thomas Aichner

„Sonst riskieren wir Massentourismus“

Wie viele Besucher verträgt Südtirol? Der frühere IDM-Marketingchef kritisiert den Status Quo und fordert eine offene Diskussion.
0    

Hundert und Zehn

Anna Huber wurde 1919 geboren und ist zehnmal so alt wie ihre Nachbarin Hannah Gschnitzer. In Thuins bei Sterzing traf zebra. die beiden zum Gespräch und fand heraus: Sie haben einiges gemeinsam.
0    
Anzeige