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Im Musikrausch

Verena Senn aus Sterzing tritt in ihrer Freizeit als DJane Ena in ganz Südtirol auf und lässt die Herzen aller House- und Technofans höherschlagen. Seit drei Jahren bringt die 27-Jährige den Menschen die elektronische Musik des Deep House, House, Techno und Minimal Techno näher.

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Bild: Katharina Tratter

Verena, wie wurdest du zur DJane?
Verena Senn: Ich habe mich seit meiner Jugend für elektronische Musik interessiert, war viel auf Events unterwegs. Vor drei Jahren hat ein Bekannter mich auf einen seiner Auftritte mitgenommen. Seitdem ist es mein zeitintensivstes Hobby, ich bin viel unterwegs und spiele an den unterschiedlichsten Orten im Land.

Wie fühlt es sich an, als DJane Ena hinter dem Mischpult zu stehen?
Anfangs bin ich meistens aufgeregt, ich versuche mein Set immer so genau wie möglich zu spielen. Aber sobald ich merke, dass meine Musik den Leuten Spaß macht, komme ich in einen richtigen „flow“. Und kann ganz in dem aufgehen, was ich so gerne mache. Ich denke mir dann nur noch: „Wie geil!“. Ich nehme diese Energie mit in die Woche und auch mit zum nächsten DJ-Set.

Das heißt, dass ein DJ-Set ein Geben und Nehmen zwischen DJ und Publikum ist: Du gibst Energie in Form von Musik und bekommst Energie aus dem Publikum zurück. Durch welche Musik versuchst du das zu erreichen?
Am meisten Spaß macht es mir, jene Genres zu spielen, die mir selbst richtig gut gefallen. Das sind Deep House, Techno und Progressive. Ich bereite meine Sets aber je nach Event vor und passe sie entsprechend an. Dabei versuche ich meinen eigenen Stil in das Set mit reinzubringen. Das Beste ist aber, den Leuten neue Musik zu zeigen, von der sie gar nicht wussten, dass sie ihnen so gut gefällt.

Ich versuche meine Musik so breit gefächert wie möglich zu halten.

Woran orientierst du dich dabei? Hast du irgendwelche Vorbilder?
Nein, nicht wirklich. Ich nehme meine Inspiration aber von vielen unterschiedlichen DJs und vor allem von DJanes. Ich suche mir meistens nur ein oder zwei Lieder pro DJ heraus und baue diese in meine Sets ein. Ich versuche meine Musik so breit gefächert wie möglich zu halten.

Glaubst du, dass DJ(ane)s mehr Anerkennung verdient hätten?
Viele Menschen sehen die Arbeit dahinter nicht. Es gibt noch viele Vorurteile, aber sie nehmen stetig ab. Ich bekomme bei meinen Sets zum Glück sehr viel Wertschätzung und hatte bisher immer gute Erfahrungen. Dafür bin ich sehr dankbar, ich weiß es zu schätzen.

Hast du einen Lieblingsmoment in deiner DJ-Karriere, der dir spontan einfällt?
Der war beim Festival Licht&Berg im Vinschgau. Dort stand ich für mehr als sechs Stunden hinter dem Mischpult, ich war ganz in meinem Element. Das Publikum war unglaublich.

Interview: Jan Unterhofer

Dieser Text erschien erstmals in der neuen Ausgabe der Straßenzeitung zebra. (10.11.2022 – 11.12.2022 | 80).

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Straßenzeitung zebra.

Beim Zebrastreifen am Bahnhof, vor der Bäckerei, neben dem Dom – die VerkäuferInnen der Organisation für eine solidarische Welt bringen zebra. druckfrisch unter die Leute. Sie sind an ihren Ausweisen gut erkennbar und verkaufen die Straßenzeitung für drei Euro. Die Hälfte davon geht in die Produktion, die anderen 1,50 Euro bleibt dem/der VerkäuferIn. Pro Ausgabe wird ein zebra-Artikel hier auf BARFUSS veröffentlicht – zum Reinschnuppern ins neue Heft.

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