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Ganz ungeschminkt

Auch Jungen sollen sich schminken können, findet Philipp Wilhelm. Auf Instagram teilt der 16-Jährige regelmäßig Makeup-Tutorials.

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Bild: Straßenzeitung zebra./Philipp Wilhelm

Philipp Wilhelm aus Bozen hat eine Passion für Makeup. Für den 16-jährigen Schüler ist es eine Kunstform. Auf seinem Instagram-Profil „ayophilipp“ teilt er seine Bilder und Tutorials mit tausenden Gleichgesinnten. Schräge Blicke kennt er allzu gut, einschüchtern lässt er sich aber nicht.

Woher kommt deine Passion für Makeup?
Schon als Kind habe ich meine Mutter beim Einkaufen begleitet und war von bunten Lidschatten fasziniert. Den Mut dieses Hobby auszuüben, habe ich durch Vorbilder wie Jeffree Star bekommen. Durch seine YouTube-Videos habe ich erkannt, dass man sich auch als Junge schminken kann und, dass man das tun muss, was einen glücklich macht.

Was brauchst du dafür?
Es braucht Kreativität, Geduld und Übung und man muss auch einiges an Geld investieren. Gutes Makeup ist nicht billig und für tolle Fotos braucht man eine entsprechende Ausrüstung. Es hat lange gedauert, bis ich die richtigen Produkte und ein gutes Setup gefunden habe.

Was fasziniert dich am Schminken?
Mich fasziniert, wie man dadurch sein Gesicht verändern kann. Es gibt dabei keine Regeln – egal ob bunt oder „nude“, nur Mascara oder „full face“. Auch der Prozess macht mir einfach sehr viel Spaß.

Wie nutzt du Instagram?
Durch Instagram zeige ich meine Kunst der ganzen Welt. Es ist nicht nur ein soziales Netzwerk, in dem einfach nur Fotos gepostet werden, sondern viel mehr: Man findet viele talentierte Menschen, die ihre Kunst der Welt präsentieren. Ich werde jeden Tag von anderen Kreativen inspiriert und meine Homepage ist für mich wie ein Museum.

Trägst du auch im Alltag Makeup?
Ich trage es immer, wenn ich Lust dazu habe: fast jeden Tag! Nicht so wie auf meinen Instagram-Bildern, sondern natürlicher. Ich sehe Makeup nicht als etwas, das man tragen muss, um schön zu sein. Jeder sollte sich auch ungeschminkt lieben. Für mich ist Makeup eine Kunstform.

Erlebst du schräge Blicke oder Kritik?
Das erlebe ich sehr oft. Viele lassen sich von gesellschaftlichen Rollen einschüchtern. Ich finde es lächerlich, dass es immer noch nicht akzeptiert wird, wenn jemand „anders“ ist. Wer sind diese Menschen, die mir vorschreiben wollen, was ich sein kann und was nicht? Schränkt es jemanden ein, wenn ein Mann sich schminkt?

Wie gehst du damit um?
Ich stehe hinter dem, was ich tue. Es ist mir egal, was andere denken. Ich würde niemals aufhören, das zu machen, was mir am meisten Spaß macht.

Welche Zukunftspläne hast du?
Ich konzentriere mich momentan auf mein Instagram-Profil und will weiterhin kreative Looks posten und andere inspirieren. Nach meinem Abschluss am Kunstlyzeum möchte ich eine höhere Makeup-Schule besuchen.

 

Von Lisa Frei

Der Artikel ist erstmals in der 54. Ausgabe (November 2019) der Straßenzeitung zebra. erschienen.

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Straßenzeitung zebra.

Beim Zebrastreifen am Bahnhof, vor der Bäckerei, neben dem Dom – die VerkäuferInnen der Organisation für eine solidarische Welt bringen zebra. druckfrisch unter die Leute. Sie sind an ihren Ausweisen gut erkennbar und verkaufen die Straßenzeitung für zwei Euro. Ein Euro davon geht in die Produktion, der andere bleibt dem/der VerkäuferIn. Pro Ausgabe wird ein zebra-Artikel hier auf BARFUSS veröffentlicht – zum Reinschnuppern ins neue Heft.

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