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Eine Stimme für die Jugend

19 Jahre jung ist Michael Künig aus Terenten. Der Pusterer ist damit einer der jüngsten Kandidaten der SVP bei den Gemeinderatswahlen am 10. Mai.

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Michael vor seinem Sonnendorf

Bild: Michael Künig

Nachdem wir von den beiden jüngsten Gemeinderatskandidaten der SVP versetzt wurden, hatten wir die Hoffnung auf einen passenden Interviewpartner schon fast aufgegeben. Mit Michael Künig, dem drittjüngsten auf der Liste der SVP-Gemeinderatskandidaten klappte es dann doch. Er kandidiert bei der Wahl am kommenden Sonntag als Gemeinderatskandidat für die SVP in Terenten.
Fängt der Pusterer an zu sprechen, fällt sofort sein Terentner Dialekt auf. Der junge Mann ist stolz auf die Traditionen seines Ortes und will sie als Gemeinderatsmitglied unbedingt erhalten und stärken. Außerdem will er als Bindeglied zwischen Jugend und Gemeinde agieren und damit Probleme schneller aus der Welt schaffen. Wenn Michael nicht gerade in den Vereinen der Gemeinde Terenten aktiv ist, feuert er die Eishockeymannschaft der Pusterer Wölfe an. Da die Saison der Wölfe bereits vorbei ist, hat er genug Zeit, um sich für den Wahlkampf zu engagieren.

 

 

Warum kandidierst du für die Gemeinderatswahlen?
Mich hat Politik auf Gemeindeebene immer schon interessiert. In den letzten Jahren war ich auch schon öfter bei den Gemeinderatssitzungen dabei, um zu verstehen, wie das so funktioniert. Weil in diesem Jahr wieder Wahlen sind, habe ich beschlossen, dass es Zeit ist, selbst mitzubestimmen.

Was sagen deine Freunde zu deiner Kandidatur?
Die waren zuerst ganz überrascht. Schlussendlich waren sie aber begeistert, weil sie jetzt einen Ansprechpartner in der Gemeinde haben. Bis jetzt gab es nämlich keinen Jungen in unserem Gemeinderat.

Was läuft schief in deiner Gemeinde?
Schief läuft hier eigentlich nichts. Im Gegenteil: In Terenten wurden in den letzten Jahren gute Infrastrukturen geschaffen und es wurde immer viel für den Ort gemacht.

Welche sind deiner Meinung nach die Stärken und Schwächen von Terenten?
Ich mag Terenten, weil es das Sonnendorf ist. Wir haben bekanntlich am meisten Sonne, das ist bestimmt eine Stärke (lacht). Die Vereine hier harmonieren gut mit den Traditionen und organisieren zahlreiche Veranstaltungen. So können auch Leute, die von außerhalb kommen, unsere Sehenswürdigkeiten wahrnehmen und unsere Traditionen verstehen. Typisches für unseren Ort, wie die Erdpyramiden oder das Terner Schmelzpfandl, sind bestimmt auch Stärken.

Wie willst du die jungen Menschen aus deiner Gemeinde wieder für Politik begeistern?
Indem ich ihnen beibringe, dass man nur etwas erreichen kann, wenn man wirklich an vorderster Front mitwirkt. In den Bars hinter dem „Buckel“ der anderen blöd zu reden nützt nichts.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?
Ich möchte ein Ansprechpartner für die Jugendlichen und ihre Probleme sein und ein Vermittler zwischen ihnen und dem Gemeinderat. Ich möchte einfach in die Arbeit der Gemeindepolitik hineinschnuppern, die Jugend stärken und ihre Anliegen schneller und direkter in die Gemeinde bringen.

Welche Kompetenz nimmst du mit, um als Politiker bestehen zu können?
In den letzten Jahren habe ich in verschiedenen Jugendvereinen mitgewirkt. Ich war im Ausschuss der Jugend und bis im vergangenen Jahr Jungscharleiter. Dadurch hatte ich immer schon den Kontakt mit den Jugendlichen und kenne ihre Anliegen. Mit den Bürgern stehe ich auch in engem Kontakt, da ich ehrenamtlicher Hilfsmessner in der Kirche bin.

Sollen Jugendliche schon ab 16 wählen dürfen?
Ich denke, dass es besser ist, dass es bleibt, wie es ist. Mit 16 hat man einfach noch zu wenig Erfahrung, um wählen zu können.

Wer ist dein politisches Vorbild?
Da habe ich eigentlich keines (grinst).

Was wünscht du dir für Terenten?
Für mich wäre es wichtig, dass die Traditionen erhalten bleiben und die Jugend mit den Strukturen, die es für sie bereits gibt, gestärkt werden kann.

Terenten hat etwa 1.750 Einwohner. Gab es auch bei euch Probleme, Kandidaten für die Wahl zu finden?
Es treten zwei Parteien an, die SVP und die Bürgerliste. Es war sicher trotzdem nicht einfach für die Vorsitzenden, die ursprünglichen Kandidaten dazu zu motivieren, weiterzumachen und wieder neue Kandidaten zu finden. Das war schon ein langes „Gesuche“.

Warum ist das deiner Meinung nach der Fall?
Ich denke, die Menschen sind einfach „stuff“ und enttäuscht von der Politik. Jeder weiß, was in unserem Land in den letzten Jahren so vorgefallen ist.

Kannst du dir vorstellen, zusammen mit der Bürgerliste zu regieren?
Es ist immer schwer zu sagen, was der 10. Mai bringt, aber es ist nie schlecht, dass es eine Opposition gibt. Dadurch sind die verschiedensten Meinungen vertreten.

Lisa Maria Kager

ist ein Plappermaul. Hat immer eine Antwort parat und schweigt eigentlich nur beim Schreiben. Verbraucht durchschnittlich mehr Wolle und Kaffeepulver als Luft und trinkt lieber ein kühles Bierchen als schicken Prosecco.
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