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Der solidarische Bauer

Franz Laimer hat sich der solidarischen Landwirtschaft verschrieben. Seine Kunden zahlen per Dauerauftrag im Voraus und erhalten dafür jede Woche erntefrisches Biogemüse.

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Bild: Maria Lobis

Innerhalb eines Jahres starben seine Eltern an Krebs: 1995 der Vater, einige Monate später die Mutter. Franz Laimer vom Bachguter-Hof in Dorf Tirol wollte nicht mehr gleich weitermachen. Er stellte 1998 um und betreibt seither mit seiner Frau Elisabeth biologische und seit 2015 auch solidarische Landwirtschaft.

Am Ackerrand pflanzte er Hecken, um Kartoffeln und Kohl vor der Spritzmittel-Abdrift aus der Nachbarschaft zu schützen. Seinen 200 Bienenvölkern half das wenig. Der Verlust bei den Flugbienen war groß, er machte Pestizide als Übeltäter aus. Die Varroamilbe sei kontrollierbar, sagt der Biobauer, dem Gift aus der Landwirtschaft entkämen die Bienen allerdings nicht. Er besitzt nur mehr ein Viertel seiner Bienenvölker.

Früher habe er wie die anderen Bauern Bedenken gegen die ökologische Landwirtschaft gehabt. Heute steht Vielfalt über allem, die Einhaltung der Fruchtfolge ist ihm wichtig und ein langfristig gesunder Boden. Saisonal, ökologisch und nachhaltig wollte er anbieten und dafür fair behandelt werden. „Wir brauchen Kunden, die zu uns stehen“, sagte Franz Laimer zu seiner Frau. 17 Familien folgten 2015 seinem Aufruf zur solidarischen Landwirtschaft. Bis 2017 haben sich die Teilnehmer zwar mehr als verdoppelt, aber nach oben ist noch Luft.

Auf Franz Laimers Äckern wachsen Pfirsiche, Kaki, Kiwi, Kastanien, Kirschen, Äpfel, Feigen, Nüsse, Indianerbananen, Salate, Gurken, Peperoni, Kohl, Melanzane, Tomaten, Peperoni, Gewürze, Ringelblumen und Kräuter. 

Die Menschen verpflichten sich jährlich und vertraglich, sie zahlen mittels Dauerauftrag im Voraus und holen jede Woche und je nach Vereinbarung eine große oder kleinere Kiste mit dem erntefrischen Gemüse und Obst direkt am Hof ab. Sie bekommen das, was gerade reif ist. Der Bachguter-Bauer setzt auf resistente und robuste Sorten, er experimentiert viel beim Pflanzen und erlebt auch Rückschläge. Macht sich die Kirschessigfliege über seine Himbeeren oder Brombeeren her, verzichtet er schweren Herzens darauf und erfreut sich an anderem: Auf seinen Äckern wachsen Pfirsiche, Kaki, Kiwi, Kastanien, Kirschen, Äpfel, Feigen, Nüsse, Indianerbananen, Salate, Gurken, Peperoni, Kohl, Melanzane, Tomaten, Peperoni, Gewürze, Ringelblumen und Kräuter. Im Stall tränkt eine Kuh ihr Kalb, drei Schweine fressen die Bioabfälle und sorgen für das Fleisch der Familie. Auf 600 Höhenmetern ernten Franz Laimer, seine Frau und die beiden Töchter im Alter von 17 und 19 Jahren das ganze Jahr über: Im Sommer sind die Kisten der Kunden üppig gefüllt, im Winter lugen daraus hauptsächlich Kohl, Kartoffeln und Salate hervor.

Bild: Maria Lobis

Die solidarische Landwirtschaft erlaubt es der Familie Laimer, den Ängsten des Marktes zu entfliehen, sie gibt dem Bachguter-Bauern Freiheit beim Pflanzen, den Äckern Gesundheit und den Abnehmern Naturnähe. Bei der langfristigen Planung können sie mitreden, zwei bis drei Mal im Jahr werden sie zu Hofbegehungen eingeladen und per Newsletter über Neuigkeiten informiert. Im Urlaub können sie ihre Kistchen Verwandten oder Freunden „vermachen“. Franz Laimer gießt, pflanzt, setzt, jätet und erntet jetzt in den Sommermonaten bis spät abends. Besonders freuen ihn heuer die 800 üppigen Tomatenstauden. Die Pflanzen bezieht der Bauer aus der Biolandgärtnerei Auer in Brixen. Er gehört weder einer Genossenschaft noch einem Beratungsring an: „Wir wollen gesund essen, gesunde Ware verkaufen und das, was wir tun, selbst verantworten“, sagt er.

Franz Laimer weiß um die Bedürfnisse jeder Pflanzenkultur und achtet auf die eigenen. Sein Hof wirft ab, was die Familie zum Leben braucht. Der Wert der Landwirtschaft werde nicht anerkannt, sagt der Biobauer, aber er ist sicher: Mit Kuren oder Wellnessurlauben versuchten Menschen jene Mängel zu beheben, die sie durch gesunde Nahrung vermeiden könnten.

von Maria Lobis

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