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Der Passer-Fritz

Erinnerung an ein Original: Der Passer-Fritz züchtete Steinpilze und schuf für Meran eine Insel der Erholung.

Bild: Harry Reich

„Er war einfach ein toller Mensch.” Wenn der Meraner Künstler Harry Reich über den Passer-Fritz erzählt, dann gerät er leicht ins Schwärmen. „Der Fritz war hilfsbereit, freundlich und gesellig; ein Tüftler, Erfinder und Freigeist”, erzählt Reich im Gespräch mit BARFUSS.  Der Passer-Fritz hieß eigentlich Friedrich Kaneider und schuf in einer Au direkt neben der Passer ein Erholungszentrum. „Minispiaggia" taufte Fritz seinen Teich. Im Winter tobten sich dort Jung und Alt auf dem Eislaufplatz aus, im Sommer war der Sprung in Fritz’ Badesee die beste Erfrischung. Er bot die Möglichkeit an, mit dem Tretboot zu fahren, hielt die Gegend sauber und unterhielt die Leute stundenlang mit seinen Anekdoten. Mit seiner Mütze sah er ein bisschen wie ein Seemann aus. 

Legendär war seine Steinpilze-Zucht inmitten der Tomatenstauden. Der Passer-Fritz wollte diese Erfindung schützen lassen, doch die Patentanmeldung klappte nicht und so blieb auch der große Geldregen aus. „Der Fritz war trotzdem ein bescheidener und glücklicher Mensch”, erinnert sich Harry Reich. 

1909 in Franzensfeste geboren, zog es Fritz nach der Kriegsgefangenschaft nach Meran. Ihn verschlug es aber nicht in das Stadtzentrum, nein, die Au in der Lazag wurde seine Heimat. Dort zimmerte er für sich und seine Frau Erna eine Hütte zurecht und verkaufte Getränke. Die beiden waren ein ungleiches Paar: er, der Werkler und Luftikus – sie, die bodenständige Frau, die auch Geschäft und Finanzen im Blick hatte. Im Winter wohnten sie in einer Sozialwohnung in Sinich. 1997 starb Fritz Kaneider im Alter von 88 Jahren. Im Meraner Stadtanzeiger lebt er weiter – als Karikatur. Die Zeichnungen von Herbert Lahn kombiniert mit Fritz’ flotten Sprüchen sind der Hingucker der Zeitung. 

Die Geschichte des Passer-Fritz zeigt auch, wie sich eine Stadt ihre Freiräume schafft. Wer dem Stadtleben entfliehen und zum kleinen Teich aufbrechen will, sagt in Meran ganz selbstverständlich: „Gehen wir zum Passer-Fritz.” Das Biotop ist eine grüne Lunge, wo man die Seele baumeln lassen kann. An Fritz erinnert nicht mehr viel: Seine Hütte wurde längst abgerissen, auch von seinen Pilzen ist nichts mehr zu sehen. Der kleine See ist jetzt ein Fischerteich, weshalb Schwimmen und Eislaufen verboten sind. Manchmal treffen sich die Jugendlichen in der Passer-Fritz zum Grillen, Zelten oder Feiern. Dann kann es schon mal vorkommen, dass sich die Schenner Hoteliers über die Ruhestörung beschweren. „Zu Fritz’ Zeiten war das alles noch ein bisschen lockerer, heute werden solche Freiräume zu stark reguliert”, bedauert Harry Reich. 

In erster Linie ist die Passer-Fritz eine Ruheoase für alle, die sich eine Auszeit von den Touristen, dem Gebimmel und Gehetze der Passerstadt nehmen wollen. Sie ist stets ein geschätzter Rückzogsort geblieben. Ganz so, wie der Fritz es gewollt hätte.

Oliver Kainz

ist im Vinschgau daheim und in der Welt zu Hause. Er findet Politik faszinierend und ist jederzeit für einen „Watter" im Gasthaus bereit.
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War eine super Zeit , meine Kindheit, waren sehr oft beim Passer Fritz, sind mit seinen Kanus gefahren, er war immer sehr beliebt bei uns Kindern.

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