Anzeige

Der Partykönig

In der Szene ist er bekannt wie ein bunter Hund. Patrick Faller ist der Kopf hinter den Finale-Collapse-Events. BARFUSS hat den jungen Konzertunternehmer getroffen.

patrick_faller.jpg

Der wohl tierliebste Promoter Südtirols. 

Bild: Patrick Faller

Am 15. November 2013 fand bereits die 7. Ausgabe des Final Collapse Festivals im Club Max in Brixen statt. Das Lokal war wie erwartet prasselvoll. 17 lokale und internationale Künstler der verschiedensten Genres heizten den Partygästen mächtig ein. Kein Wunder: Das Event ist mittlerweile überregional bekannt und hat sich nach drei Jahren zu einem der größten alternativen Indoor-Events in Italien gemausert.

Der Kopf hinter dem Festival ist der junge Konzertunternehmer Patrick „Patze“ Faller. Der Promoter stammt eigentlich aus Sterzing, doch während seiner Ausbildung zog es ihn nach Bozen. Das erwies sich letztlich als richtige Entscheidung, denn sonst wäre er wahrscheinlich nie mit Konzerten in Berührung gekommen, die ihn wirklich interessierten, wie er betont. Denn als er immer mehr mit der Hardcore-, Punk- und Metal-Szene in der Landeshauptstadt in Berührung kam, offenbarte sich eine neue Welt für den jungen Mann, der heute in Brixen lebt. Anfänglich half Patrick anderen Veranstaltern, ihre Konzerte zu promoten. Nach und nach machte er sich einen Namen in der Szene. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Bands auf ihn zukamen und ihn um seine Hilfe zu baten.

2010 kam es schließlich dazu, dass er mit der CD-Release-Party der Metal-Formation Prehate beauftragt wurde. Da die Band selbst aus Brixen ist, war es naheliegend, die Party auch dort im Club Max zu schmeißen. Über 500 Besucher strömten an einem Mittwochabend in den Club, die Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe entschied man sich, das Ganze als Festival unter dem Namen Final Collapse aufzuziehen. Mittlerweile würde mehr als das Zehnfache an Geldern und Aufwand aufgebracht, um das Event stattfinden zu lassen, erzählt Patrick stolz.

Final Collapse 

Das Einzigartige bei den Final-Collapse-Events ist die Verbindung von Punk und Hardcore sowie Metal-Acts mit einem harten elektronischen Dancefloor. Er habe schon einige andere Clubshows organisiert, trotzdem sei sein Herz immer bei Final Collapse geblieben, meint Patrick. Südtirol sei ein zu schwieriger Markt, als dass man von Clubshows alleine leben könnte. Es läge ihm mehr daran, sich auf ein paar einzelne, größere Veranstaltungen im Jahr zu konzentrieren, dafür aber sicher zu sein, dass das Publikum auch kommt, als sich bei Clubevents zu sorgen, ob man denn rote Zahlen schreiben würde. Wichtig sei ihm auch die Förderung der lokalen Szene. Von Anfang an wollte er dafür sorgen, dass den Südtiroler Bands eine Bühne geboten wird. Mittlerweile würden sogar kleinere Acts aus den umliegenden Regionen bei ihm anfragen. Diese seien zwar willkommen, aber um auftreten zu können, müssten sie dann einen Austausch-Gig für eine Südtiroler Band anbieten. Im kommenden Februar wird es das letzte Mal sein, dass das Final Collapse in dieser Form stattfindet. „Nach gut dreieinhalb Jahren wird es Zeit, das ganze Konzept neu aufzuziehen“, so Patze.

Vermarktung ist alles

Beachtlich ist die Art, wie der junge Brixner seine Veranstaltungen promotet. Das offizielle Maskottchen der Final-Collapse-Event-Agentur ist zwar die große rote Henne, aber inoffiziell verkauft der Veranstalter seine Events mit seiner eigenen Person. Der junge Mann ist bekannt für sein exzessives Feiern. Auf Facebook findet sich einiges Fotomaterial, das für sich spricht. Dem Werbeeffekt schadet es aber nicht. Ganz im Gegenteil. Die Masse an Party-Bildern, die offensichtlich beim Facebook-Publikum ankommt, treibt die Popularität des Profils ganz nach oben auf die Pinnwand. Wenn dann wieder mal ein Konzertplakat gepostet wird, kann man sich sicher sein, dass es eine Menge Leute sehen werden.

Thomas Tribus

Als Studierender schreibt, filmt und fotografiert er für mehrere Redaktionen dies- und jenseits der Alpen. Liebt gutes Essen und gute Musik.
Anzeige
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
He says, she says

Ist der Weltfrieden weiblich?

In allen Ecken der Welt wird gemetzelt, geschossen, gesprengt. Liegt es daran, dass am Ende der Zündschnur immer Männer stehen?
0    
 | 
HIV und AIDS in Südtirol

Das Leben mit dem Tod

25 Menschen stecken sich in Südtirol jährlich mit dem HI-Virus an. Sicheres Todesurteil ist das keines mehr, aber Garant für Scham und Ausgrenzung.
0    

Resist

Mit „Resist“ legt die junge Rittner Rockband „Last Chance“ ihre erste eigene Single vor. Der Song handelt von Selbstvertrauen und Selbsthass.
 | 
Interview mit Spitzenkoch Roland Trettl

„Ich bin und bleibe Südtiroler“

Roland Trettl über First Dates, seine Hassliebe Südtirol und sein neues Buch „Nachschlag“, in dem er zu allem, was ihm nicht passt, seinen Senf dazugibt.
0    
 | 
Straßenzeitung Zebra

„Hopp, es geht weiter!“

Stephan verkaufte zebra. ab der ersten Stunde. Das gab ihm die Stabilität, um weitere Schritte zu wagen. Heute kann er sagen, dass er es geschafft hat.
0    
Anzeige