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Alpine Reggae System

Sisyphos ist die etwas andere Reggae-Dub Band. Zu ihrer außergewöhnlichen Musik gehören dreisprachige Texte, viel Bass und noch mehr Lebensfreude.

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v.l.n.r.: Damian Dalla Torre (sax,dub fx), Jacopo Loss (bass), Georg Pfitscher ( guitar), Michael Ralser (drums), David Cuel (stimme), Arno Hofer (trombone), Benjamin Stötter (stimme), Michele Sterchele ( keys & synth)

Bild: Sisyphos

„Wir bringen die Menschen zum Tanzen“, sagen Sisyphos – The Alpine Reggae System aus Sterzing. Sie haben recht. Wenn die acht Musiker die Bühne betreten und die ersten satten Bässe und bombigen Beats ertönen, kann man fast nicht anders als sich im Rhythmus ihrer Musik zu bewegen. Spätestens wenn die zwei Stimmen einsetzen, schafft es niemand mehr sich dem Sisyphos-Fieber zu entziehen. Sie singen über Frieden und Freiheit und leben den Respekt und das Miteinander. Ihre Lebensfreude auf der Bühne steckt an. Als Zuhörer kann man durch die vielen Bandmitglieder mehr Instrumente und Klangfarben genießen als bei manch anderen Musikgruppen.

Dreisprachiger Sound

Zur Band gehören die zwei Sänger David Cuel und Benjamin Stötter, Bassist Jacopo Loss, Schlagzeuger Michael Ralser, Gitarrist Georg Pfitscher, Michele Sterchele am Keybord, Arno Hofer an der Posaune und Saxofonist Damian Dalla Torre. Abgesehen davon, dass sie Musik machen wollen, die ihnen etwas bedeutet, hat sich für die Acht im Laufe der Jahre nicht nur das Equipment geändert, sie haben auch einen ganz eigenen Stil entwickelt. „Wir sind als Band langsam gewachsen. Musikalisch, aber auch in der Anzahl der Mitglieder“, sagt Stötter.  Das Experimentieren mit neuen Technologien und Effekten gehört ebenso dazu, wie der Versuch bei Auftritten immer das Publikum miteinzubeziehen. Ihr Sound sei sehr basslastig. „Besser als alle Beschreibungen unserer Musik, ist natürlich selber reinzuhören“, sagt Benjamin Stötter. Aber es ist noch etwas anderes, was die Band besonders macht: „Wir hatten das Glück in einem mehrsprachigen Land aufzuwachsen und versuchen diesen Vorteil, so gut es geht zu nutzen“, sagt David Cuel. In den dreisprachigen Texten, die „nur so aus ihnen heraussprudeln“, stellen sie immer wieder ihr Talent unter Beweis. Auch außerhalb von Südtirol konnte sich Sisyphos dadurch einen Namen machen.

Die Vermarktung

Durch Auftritte im In- und Ausland hat die Sterzinger Band einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und ist erfolgreich. Beim Rototom European Reggae Contest dieses Jahres in Zürich wurden sie zur besten italienischen Reggae Band gewählt. Beim International Live Award 2011 in Wien erreichten sie Platz zwei. Von der Musik leben könnten sie aber (noch) nicht, so Cuel. Label hätten sie derzeit auch keines, dafür arbeiten sie mit mehreren Booking-Agenturen und Promotern zusammen. „Die besorgen uns Konzerte und übernehmen gewisse PR-Aufgaben“, sagt der Sänger. Hinzu komme ihr sehr erfahrener und talentierter Produzent, der ihnen helfe den richtigen Weg zu gehen. „Im Großen und Ganzen haben wir die Zügel aber noch selbst in der Hand, und das ist auch gut so“, sind sich die Musiker einig. Im Moment stecken sie viel Zeit in die neuen CD-Produktionen. Sie können es kaum erwarten, die dritte Scheibe herauszubringen. Weil mittlerweile viele Bandmitglieder außerhalb von Südtirol leben, können sie nicht mehr so viel Zeit im Proberaum verbringen. Der Grundsatz sei aber: Das Wochenende gehört Sisyphos! 

Die Mitglieder von Sisyphos lieben es on tour zu sein. Im Sommer kann es auch mal vorkommen, dass sie eine halbe Woche unterwegs sind. Das restliche Jahr kommen sie auf etwa drei Konzerte pro Monat. Sich selbst um Auftritte kümmern, das müssen die Südtiroler nicht mehr. Sie werden normalerweise angeschrieben. Dieses Jahr hatten sie viele Auftritte in Italien, unter anderem auch in Kalabrien, was für sie etwas ganz Besonderes war. „Der absolute Höhepunkt war aber unser Konzert beim Rototom Sunsplash in Spanien“, sagen sie. Auf dem wichtigsten Reggae-Festival in Europa mitspielen zu dürfen, war immer schon ein Traum und dementsprechend eine große Ehre für die Musiker. Was wollen die jungen Burschen noch erreichen? „Wir wollen einfach weiterhin viel spielen und immer mehr Menschen mit unserer Musik erreichen“, sagen die acht Musiker und wirken dabei sehr gelassen.

Die Anfänge

Sisyphos gibt es seit 2002. Als sie ihr Programm zusammengestellt und die ersten Lieder eingeprobt hatten, sprachen sie in Kneipen, auf Festen und bei Jugenddiensten Leute an, um Auftritte zu bekommen. Die Eigeninitiative machte sich bezahlt: „Irgendwann sind diese Leute zu uns gekommen und haben uns gefragt, ob wir bei ihnen spielen wollen“, sagt Stötter. Den ersten Auftritt hatte die Band schließlich im Frühjahr 2003 im Jugendraum in Sterzing. Damals noch zu viert und ohne definierten Stil. „Trotz unserer mehr oder weniger dürftigen Darbietung haben wir es recht gut über die Bühne gebracht und möchten diese ersten Erfahrungen nicht missen“, sagen sie, die Fans von Bob Marley und Fat Freddy's Drop sind.

Der Bandname kommt von der mythologischen Gestalt Sisyphos. Er steht für eine philosophische Haltung, die den Musikern imponiert hat. Die Fans der Reggae-Band kriegen Anfang November wieder etwas zu hören, diesmal in der Arena von Wien, als Support für Max Romeo. „Wir freuen uns sehr darauf", sagen Sisyphos, „mit solch einem Urgestein des Reggae auf der Bühne stehen zu dürfen."

Travel Wide

Jetzt ist es da: Das neue Video der Sterzinger Reggae-Band Sisyphos zu ihrem Song „Travel Wide“.

Petra Schwienbacher

mag große Hunde, ihre rote Rostlaube und Mamas Lasagne. Sie ist laut ihren Freunden immer lustig und labert gerne Blödsinn. Beim Schreiben kann sie aber auch ernst bleiben.
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