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„Sicher in die Disko"

Tina Angerer aus Laas ist mit 18 Jahren die jüngste Kandidatin der Südtiroler Bürgerlisten. Sie will nicht länger über Politik schimpfen, sondern sich miteinbringen.

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Bild: Tina Angerer

In dieser Woche ist Tina Angerer in Valencia auf Maturareise mit ihrer Klasse des Realgymnasiums Schlanders. Am Wochenende, kurz nach ihrer Rückkehr, tritt die 18-Jährige als jüngste Kandidatin der Bürgerliste Laas, in der auch ihr Vater tätig ist, bei den Gemeinderatswahlen an. Angerer will ein Vorbild für Gleichaltrige sein und sich vor allem für die Jugend einsetzen. Im Herbst geht sie dann nach München, um Physik zu studieren – wie ihr politisches Vorbild Angela Merkel. „Ich freue mich volle darauf“, sagt sie.

Im Video, das sie uns geschickt hat, spricht Angerer über das, was ihr wichtig ist:

 

Du bist die jüngste Kandidatin der Bürgerliste Laas. Warum sollten die Laaser genau dich wählen?
Ich bin der Meinung, dass die Jugend die Chance wählen sollte, eine Vertretung im Gemeinderat zu bekommen. Die Jugend meint immer, sie hätte kein Mitspracherecht, und fühlt sich nicht richtig vertreten. Wenn man wählt, dann hat man eine Möglichkeit, in der Gemeindepolitik etwas zu verändern.

Warum kandidierst du?
Weil ich finde, dass die Jugend Vertreter braucht. Es werden jetzt Entscheidungen gefällt, die unsere Zukunft betreffen. Die Jugend sollte jemanden haben und das ist nur möglich, wenn sich die Jugend auch aktiv einbringt. Ich sehe mich vor allem als Vertreterin für alle, die in diesem Jahr das erste Mal wählen gehen, weil ich die einzige 18-Jährige bin.

Wie willst du junge Menschen wieder für Politik begeistern?
Wie gesagt, ich glaube, die Jugendlichen sind zurzeit nicht so an Politik interessiert, weil sie glauben, sie hätten niemanden, der sie vertritt. Wenn die Jugend sieht, dass Gleichaltrige im Gemeinderat sitzen, dann beginnen sie vielleicht auch wieder, sich in die Gemeindepolitik miteinzubringen und Vorschläge zur Verbesserung einzureichen. Ich glaube aber auch, dass in der Schule zu wenig über Politik informiert wird und sich Jugendliche deswegen nicht aktiv beteiligen.

Was haben deine Freunde gesagt, als du beschlossen hast, zu kandidieren?
Sie waren überrascht, weil sie sich so etwas nicht von mir erwartet haben, dann habe ich aber ziemlich positives Feedback bekommen. Ein Kollege hat gesagt, er findet es cool, dass ich nicht eine bin, die nur über die Politik schimpft, sondern mich aktiv miteinbringe und etwas verändern will.

Und was willst du in deiner Gemeinde verändern?
Hier in Laas geht es darum, dass angefangene Projekte zügig umgesetzt werden. Was mir besonders wichtig ist: Zur Diskothek Fix gelangt man momentan nur über die Hauptstraße. Es ist wichtig, dass endlich ein Weg gemacht wird, damit es nicht mehr so gefährlich ist und man sicherer zur Diskothek kommt. Zurzeit gehen die Besoffenen ja oft auch mitten auf der Straße …

Ist schon etwas in Planung?
Man hat immer versprochen und auch eine Unterführung gemacht, aber jetzt wäre es an der Zeit, das alles zu Ende zu führen.

Wie werden die Bürger in deine Politik mit eingebunden?
Mir wäre es am wichtigsten, mit den Leuten zu reden und auf ihre Wünsche auch einzugehen.

Warum braucht es die Bürgerliste und warum ist sie erfolgreich?
Die Bürgerliste gibt es seit 1995 in Laas, dieses Jahr feiern wir unseren 20. Geburtstag. Ich glaube, es braucht eine gesunde Opposition. In den letzten fünf Jahren waren wir mit sechs Vertretern im Gemeinderat, heuer haben wir sieben Kandidaten, weil einer von der SVP zu uns gewechselt ist. Die SVP ist bei uns mehr die Bauernvertretung und wir sind sozusagen die Arbeitervertretung. Wir haben mit mir die jüngste Kandidatin, aber auch den ältesten Kandidaten, wir sind eine bunte Mischung und weil wir keiner Partei unterliegen, sind wir so stark vertreten.

Die Bürgerliste will einen Vollzeitbürgermeister, warum?
Unser Bürgermeisterkandidat ist pensionierter Gemeindepolizist. Laas hat mittlerweile einfach einen Vollzeitbürgermeister verdient, jemanden, der sich voll um die Politik kümmert und immer für die Bürger da ist. Der jetzige ist Bauern und oft nicht auf der Gemeinde. 

Wer ist dein politisches Vorbild?
Eines meiner politischen Vorbilder ist mein Tata, Oswald Angerer. (lacht) Aber auch Angela Merkel. Sie ist eine der stärksten Frauen der Welt, sie hat so viel Einfluss und zeigt, dass auch Frauen auf politischer Ebene wirksam sein können. Und was ich toll finde ist, dass sie das gleiche Fach studiert hat, das ich studieren werde.

Was hast du zuletzt auf Facebook gepostet?
Das war sogar etwas von der Bürgerliste. Wir haben eine Bürgerlistenseite, von der ich etwas geteilt habe. Das waren meine letzten zwei Posts, glaube ich.

Petra Schwienbacher

mag große Hunde, ihre rote Rostlaube und Mamas Lasagne. Sie ist laut ihren Freunden immer lustig und labert gerne Blödsinn. Beim Schreiben kann sie aber auch ernst bleiben.
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