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Irina Angerer
Veröffentlicht
am 18.09.2023
LebenManosphere

Wo sich Männer treffen, die Frauen hassen

Veröffentlicht
am 18.09.2023
Incels, Red Pillers, Bootcamps, Pick-Up Artists: Willkommen in der „Manosphere“, wo Frauen mit Hunden verglichen werden. Wer sind diese Männer, woher kommen sie und wie gefährlich sind sie?
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fabio-alves-MT2fPoySgJM-unsplash

Obwohl die Sonnenbrille fast die Hälfte seines Gesichts verdeckt, kann man sehen, dass der Mann im Video seinen Worten wirklich glaubt: „Wisst ihr, was ich so attraktiv an jüngeren Frauen finde? Viele dieser Männer da draußen reden über Fruchtbarkeit und Ausschauen und so ein Zeug. Ich glaube nicht, dass es das ist. (…) Die Musik im Hintergrund beschleunigt sich, klingt düster und episch, wie bei einem Action-Film, bei dem der Hauptdarsteller heldenhaft stirbt. „Ich glaube, in einer modernen Welt, wenn du da eine Frau triffst, die 33 ist und single, dann weißt du, die Menge von Schw*****, die davor schon in ihr drin waren. Und das ist einfach unattraktiv. Mir ist es egal wie nett du bist, wenn du 33 bist, will ich wissen: Wie viele Männer hast du schon gef****?“

Der Mann im Video ist Andrew Tate, ein britisch-amerikanischer Ex-Kickboxer und Influencer. Tate generiert seit einigen Jahren durch seine frauenfeindlichen Aussagen eine ganze Anhängerschaft von Millionen von Menschen. In seinen Videos präsentiert sich gerne ohne T-Shirt, mit Sonnenbrille und umgeben von Zigarrenrauch, inszeniert sich als Ideal eines „Alphamannes“, als TopG, wie ihn seine Anhänger nennen. In Rumänien wurde er angeklagt, wegen mehrfachen Menschenhandels, Vergewaltigung, sexueller Ausbeutung sowie Bildung einer kriminellen Vereinigung. Seinen in erster Linie männlichen Fans macht das wenig aus. Auf TikTok und Co. werden noch immer zahlreiche Interviewausschnitte mit Tate geteilt. Eines seiner am häufigsten geklickten Titel ist „Andrew Tate Destroys Feminist“, wo er sagt, dass Frauen im Besitz von Männern seien und er sie mit Hunden vergleicht. Andrew Tate ist wohl der bekannteste, aber nur einer von zahlreichen Vertretern der sogenannten „Manosphere“.

Wovon sprechen wir hier eigentlich? Per Definition ist die Manosphere (zu deusch: Männersphäre) ein antifeministisches digitales Netzwerk bestehend aus Internetforen, Blogs sowie Videos auf TikTok, Reddit, Twitter und YouTube. Den vorwiegend männlichen Mitgliedern geht es darum, sich selbst zu optimieren, sich untereinander auszutauschen, einem maskulinen Rollenbild nachzueifern, Frauen zu verführen und sexuell zu dominieren – wenn nötig mit Tricks und Manipulationstechniken. Dazu gehören verschiedene Gruppen, wie Incels, Pick-up Artisten, Männerrechts-Aktivisten, sowie MGTOW (“men going their own way”), die Beziehungen zu Frauen grundsätzlich ablehnen. Das was alle verbindet: Sie hassen Feminismus.

Das weiß auch Brigitte Temel, sie forscht am Wiener Institut für Konfliktforschung zu ebendiesen Subkulturen und ergänzt: „Es geht um ein bestimmtes Verständnis davon, wie ein Mann und eine Frau sein sollen, welchen Rollenbildern sie entsprechen müssen.“ Vertreter der Manosphere fühlen sich bedroht von feministischen Ideologien und fürchten sich vor einer von Frauen dominierten Gesellschaft.

Incels: die unfreiwilligen Sexlosen

Der Begriff „Incel“ wurde in den 90er Jahren von einer bisexuellen Frau namens Alana erfunden. Er ist aus den englischen Wörtern involuntary und celibate zusammengesetzt und beschreibt Menschen, die unfreiwillig zölibatär leben. Sprich keinen Sex haben oder romantische Beziehungen führen, obwohl sie es eigentlich gerne hätten. Die Studentin hat eine Website namens „Alana’s Unfreiwilliges Zölibatsprojekt“ erstellt, welche ein Zufluchtsort sein sollte, um sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen. Stößt man heute auf den Begriff, dann meist in Zusammenhang mit Frauenhass oder terroristische Anschläge. So waren sowohl der Christchurch als auch der Halle-Attentäter bekennende Incels. Das Y-Kollektiv hatte 2020 in verschiedenen Internetforen recherchiert und herausgefunden, dass einige deutschsprachige Incels online zu Anschlägen aufgerufen hatten.

In der Szene gibt es frauenfeindliche Begriffe wie Femoids, ein Fantasiewort, angelehnt an Female Humanoids, um Frauen zu entmenschlichen und zu entfremden. Oder: Roastie, ein Begriff für Frauen, da in der Welt der Incels, die Vulva bei wiederholter Penetration durch verschiedene Männer verstümmelt wird und dass sie dadurch Ähnlichkeit mit Roast Beef erhalte. Paradoxerweise passiert das nicht bei wiederholter Penetration durch denselben Mann – so die Logik der Incels. Laut Umfragen besteht die Gruppe größtenteils aus weißen heterosexuellen jungen Männern, die vor allem in Nordamerika und Europa leben und sich in diversen Online-Räumen wie Reddit oder 4Chan organisieren. Incels wohnen außerdem oft bei ihren Eltern und gehen keiner Arbeit nach. Laut ihrer Incel-Ideologie liegt ihr vermeintliches Unglück an für sie festgeschriebenen äußerlichen und nicht veränderbaren Merkmalen. An der Körpergröße, der Form ihres Kinnes, ihrer Hautfarbe oder an der eigenen mentalen Gesundheit – Incels verbindet die Überzeugung, dass Liebe und Sex für immer aus ihrer Reichweite bleiben werden und ma(n)n daraus nicht entkommen kann. Ihr Gedankengut macht Incels für andere gefährlich, allerdings auch für sie selbst. Denn in ihren Foren und Blogs schreiben sie häufig über Suizidgedanken. Junge Männer posten Fotos von sich unter dem Hashtag #suifuel – eine Wortzusammensetzung, aus Suizid und dem englischen Wort für „Treibstoff“. Darunter bitten sie die anderen Nutzer, sie mit Kommentaren zum Suizid zu ermutigen. Denn das Dogma der Incels lautet: ihr könnt nichts dagegen tun, ihr werden niemals Sex haben. Und weiter: weil ihr niemals Sex haben könnt, werdet ihr niemals glücklich sein.

Rote Pille, blaue Pille

Im Science-Fiction-Film „Matrix“ gibt es eine Szene, wo der Protagonist zwischen einer rote und einer blauen Pille wählen muss. Wählt er die blaue, wählt er die Lüge. Wählt er die rote, wird er erkennen, was wahr ist. Eine Subgruppe der Manosphere hat sich daraus inspirieren lassen und die „The Red Pill“-Theorie erfunden. Für ihre Anhänger bedeutet das: wer metaphorisch die rote Pille zu sich nimmt, wird erkennen, dass Frauen alle Männer unterdrücken.

„Welche Frau im Jahr 2022 mag backen nicht? Das ist das Unweiblichste, was du machen kannst. Du kannst nicht kochen? Bist du überhaupt eine Frau?“

Podcaster Good Bro Bad Bro

Für die Red Piller sind Frauen von Natur aus „hypergam“. Das bedeutet, dass sie sich Männer oberhalb ihres eigenen sozialen Status oder ihrer Attraktivität suchen. Daraus wurde die 80/20 Regel gemacht. Die Idee, dass nur die oberen 20 Prozent Männer überhaupt begehrenswert für Frauen sind. Laut The Red Pill gibt es nur drei Möglichkeiten: 1. Entweder bist du ein Incel, der für immer allein sein wird 2. oder ein sogenannter Normie, der finanziell ausgenutzt und dann von seiner Frau verlassen wird oder aber 3. ein Alpha, der unabhängig ist, alle Frauen erobern kann und zu keiner eine wirkliche Bindung aufbaut. In ihrer Philosophie muss man entweder als Alpha geboren werden oder ein Pick up Artist werden und mit verschiedenen Strategien und Regeln zum Ziel kommen. Das Ziel ist in den meisten Fällen Sex.

Zur Gruppe der Red Piller zählen zum Beispiel auch Andrew Tate oder der Podcaster Good Bro Bad Bro. Zweiterer lädt regelmäßig junge Frauen zu einem Gespräch ein, nur um sie vor laufender Kamera zu erniedrigen: „Welche Frau im Jahr 2022 mag backen nicht? Das ist das Unweiblichste, was du machen kannst. Du kannst nicht kochen? Bist du überhaupt eine Frau?“, hält er seiner Interviewpartnerin entgegen, die kurz zuvor angedeutet hatte, dass sie nicht so gerne kocht. Oder zu einer anderen jungen Frau: „Es ist eine Red Flag (Anm. d. Red: Als Red Flag werden Warnzeichen beim Dating bezeichnet) wenn eine Frau Fotos von sich auf Instagram postet, weil es geht ihr damit nur um die Aufmerksamkeit von anderen Männern“.

Bootcamp für „starke Männer“

Etwa zehn Männer, um die 40 Jahre alt, kriechen unter einen Stacheldrahtzaun hindurch, es regnet. Daneben steht ein in Mann, groß, breit, in schwarzer Kleidung: es ist der Coach. Er schreit einen Mann an, der gerade versucht, sich durch eine Pfütze zu winden: „Das ist der Grund, wieso dich deine Frau verlassen hat.“ Es donnert laut und im Hintergrund des YouTube-Videos wird dramatische Musik eingespielt.

Diese Art von Bootcamps gehören zu den neusten Auswüchsen der Manosphere. Erwachsene Männer zahlen dafür, dass sie auf Schlafentzug gesetzt werden und harte körperliche Trainingsübungen aushalten müssen, währenddessen sie von den Coaches – ehemalige Polizisten oder Soldaten – angeschrien und erniedrigt werden. Was sie sich davon erhoffen? „Eine bessere Version ihres Selbst“ – damit wirbt zumindest die Website „The Modern Day Knight Project”. Der Kopf hinter dem Programm ist Bedros Keuilian, ein Podcaster, Entrepreneur, Coach – so verkauft er sich zumindest im Internet. Er verspricht Männern in seinen Camps beizubringen, wie sei ein erfülltes Leben bekommen können, ohne Geldsorgen, dafür mit einer liebevollen Beziehung zu ihrer Familie. Und das in nur 75-Stunden und für ganz viel Geld.

Damit nicht genug, denn Keuilian hat auch ein Programm für Vater und Sohn: „(…)Big Tech and Social Media Platforms are brainwashing the masculinity out of our boys. Or telling them they’re toxic”, heißt es auf der Internetseite. Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren sollen innerhalb weniger Stunden durch ein Ritual vom kleinen Jungen zum „starken Mann“ gemacht werden, frei von Einflüssen von Sozialen Netzwerken. Durch das „Squire Program“, so der Name, sollen die Teenager selbstbewusst werden und lernen, ihre Familie zu versorgen und beschützen. Denn wer das nicht kann, werde niemals ein richtiger Mann sein, so die eindeutige Botschaft.

Dating als sexueller Marktplatz

Es dauert keine zehn Minuten als sich Sirio nach einem Aufruf auf WhatsApp meldet. Er habe kein Problem damit über seine Vergangenheit als Pick-Up Artist zu reden, versichert er. Der heute 28-jährige Brixner hat vor etwa zehn Jahren damit begonnen, sich Videos von Simple Pickup anzuschauen.

Pick-Up Artists kann am besten mit „Abschlepp-Künstler“ übersetzt werden. Es sind meist Männer, die psychologischen Tricks und Techniken anwenden, um Frauen kennenzulernen und deren Handynummern zu bekommen. Darauf angesprochen, wie er zur Szene gekommen sei, erklärt Sirio: „Damals war ich sehr schüchtern, hatte nicht so viel Erfahrung im Dating und wollte lernen, wie ich eine Konversation starten kann“.

Der YouTube-Kanal Simple Pickup wurde von drei jungen Männern namens Jason, Jesse und Kong gegründet und betrieben. Zeitweise hatte er sogar über 2,5 Millionen Abonnent:innen. Der Kanal zeigte junge Männer, die Frauen ansprechen. Und zwar mit sogenannten Pick-Up Lines: so werden die Sprüche zum Starten einer Konversation mit einer Frau in der Szene genannt. Sirio erzählt, dass er einige der Techniken auch selbst angewandt hat, um ein Gespräch mit einer Frau zu beginnen. Mittlerweile schaue er solche Videos aber nicht mehr. Auch wenn ihm die Szene damals geholfen hat, findet er, dass es wichtig ist, immer kritisch zu bleiben.

„Es spricht nichts dagegen, jemanden dabei zu helfen, selbstbewusster zu werden. Aber es ist nicht okay, wenn junge Männer Tipps bekommen, wie sie Frauen anfassen oder manipulieren können, damit sie Sex mit ihnen haben, obwohl sie es sonst nicht gemacht hätten.“

Temel

2019 wurde der YouTube-Kanal umbenannt und die Videos wurden gelöscht. Kong, einer der Gründer, erklärt in einem kurzen Video, dass sie sich lediglich umorientieren wollen und etwas anderes machen. Er sei aber stolz, wie vielen jungen Männern, er mit ihren Unsicherheiten helfen konnten. Auch in den Kommentaren unter dem Video berichten Männer, wie sehr ihnen die Videos geholfen haben. Zahlreiche User bedanken sich darunter, dass sie durch die Pick-Up Videos ihre Depressionen durchstehen konnten, endlich selbstbewusster wurden und jetzt eine Freundin gefunden haben.

Auf YouTube gibt es Hinweise auf einen anderen Grund, weshalb es Simple PickUp nicht mehr gibt. So gab es laut dem YouTuber JayLaw eine Petition mit über 30.000 Unterschriften, die forderte, dass die Videos gelöscht werden. In einigen ihrer Videos verkleiden sich die drei Männer mit einem Kostüm, das sie dicker erscheinen lässt oder setzten sich in einen Rollstuhl, um dann Frauen anzusprechen. Zudem wird kritisiert, dass die Artists die Frauen einfach so filmen und immer wieder in unangenehme Situationen bringen. Auch die feministische Bloggerin Laci Green kritisiert öffentlich: „Es gibt kein einziges Video, indem sie die Frauen nicht belästigen.“ Nachahmer wie Sam Pepper gehen oft noch weiter. Unter anderem grapscht dieser Frauen auf der Straße ungefragt auf den Hintern.

Auch Temel kritisiert die Pick-Up Szene: „Es spricht nichts dagegen, jemanden dabei zu helfen, selbstbewusster zu werden. Aber es ist nicht okay, wenn junge Männer Tipps bekommen, wie sie Frauen anfassen oder manipulieren können, damit sie Sex mit ihnen haben, obwohl sie es sonst nicht gemacht hätten.“ Hinter vielen PickUp-Seiten und Kursen steckt eine ganze Industrie dahinter: Die Gründer von Simple PickUp haben mit ihrem „Project Go“ laut eigenen Angaben bis zu 2,5 Mio US-Dollar pro Jahr verdient. Das ist ein Onlineangebot, wo junge Männer dafür bezahlen, um zu lernen, Frauen „abzuschleppen“.

Raus aus der Manosphere

Schüchterne Männer, die sich nicht trauen, mit Frauen zu sprechen, auf der einen Seite. Männer, die Frauen mit Hunden vergleichen und sich gegenseitig zum Suizid ermutigen auf der anderen Seite. „Die Grenze sind fließend, wo etwas noch moderat oder schon extremistisch ist“, findet Temel. Laut der Wissenschaftlerin denken viele jungen Männer sie hätten Anspruch auf sexuelle Beziehungen. Dies habe viel mit Geschlecht und Patriarchat zu tun. „Junge Männer werden bewusst oder unterbewusst so sozialisiert, dass sie denken, dass sie über den anderen stehen. Auch und vor allem über Frauen“, erklärt Temel. Diese Anspruchshaltung trifft auf Angst vor Zurückweisung oder eben tatsächliche Zurückweisung. Eine gefährliche Mischung.

Verstärkt wird das dadurch, dass die Nähe zu Frauen für viele Männer nach wie vor die einzige Möglichkeit ist, Nähe zu bekommen. „Denn in unserer heteronormativen Gesellschaft gilt noch immer das Credo: wenn einem Mann ein anderer Mann zu Nahe kommt, dann könnte es passieren, dass sie von anderen als ,schwul‘ beschimpft werden“, sagt Temel. Und weiter: „Frauen können das Bedürfnis nach Nähe unbedrohter ausleben. Ein Mann kann in der Hierarchie weit oben sein und sofort wieder nach unten fallen. Sie müssen sich ständig behaupten und stehen in Konkurrenz zu anderen Männern“. Zudem sind die Ansprüche an junge Männer diffus und widersprüchlich: sie sollen hart und stark sein, Frauen beschützen und die Familie ernähren. Gleichzeitig sollen sie weich sein und Gefühle zeigen. Vertreter der Manosphere reduzieren diese Komplexität, sie geben ganz klar vor: so hat ein Mann zu sein und das sind seine Aufgaben.

„Sie müssen lernen, diese Widersprüche von harter versus weicher Mann aushalten zu können und in einem Raum selbstbewusst mit anderen zu existieren“

Temel

Wenn Kinder mit Inhalten aus dem Netz konfrontiert sind, ist es wichtig, dass sie verstehen, welche Quellen das sind. Und dass sie lernen, die Inhalte richtig einordnen zu können. Temel sieht die Aufgabe in der Politik darin, Räume zu schaffen, wo Kinder und Jugendliche aufgeklärt werden. Und es für sie möglich ist, bei Fragen jederzeit Expert:innen anrufen zu können. Um jungen Männern die Möglichkeit zu geben daraus auszubrechen, müsse man verstehen, aus welchen Gründen sie diese Inhalte konsumieren. Und kann dann im Sinne einer kritischen Männlichkeitsarbeit herausfinden, was man ändern kann. „Sie müssen lernen, diese Widersprüche von harter versus weicher Mann aushalten zu können und in einem Raum selbstbewusst mit anderen zu existieren“, erklärt Temel.

Ähnlich sieht es auch Lukas Schwienbacher, Erziehungswissenschaftler und Koordinator für den Bereich Gewalt beim Südtiroler Forum Prävention. Für ihn ist es in erster Linie wichtig, mit den jungen Menschen zu sprechen, ihnen alternative Modelle in Bezug auf Geschlechterrollen zu zeigen und auch aktiv vorzuleben. Und das, ohne ihnen das Gefühl zu geben, dass sie etwas falsch machen oder mit dem Finger auf sie zu zeigen. „Nur so könne man der sogenannten ,toxischen Männlichkeit‘ und dem Patriarchat den Boden entziehen“, erklärt Schwienbacher.

Kommende Angebote:

Genderfachkreis am 05. Oktober 2023: Digitale Spiele & Gender mit ReferentInnen Anna Eder-Jahn, Professorin am Zentrum für Medien und Digitalisierung an der Pädagogischen Hochschule Salzburg und Markus Meschik, Fachstelle für digitale Spiele „enter“, Erziehungs- und Bildungswissenschaftler mit Schwerpunkt in den Bereichen Sozialpädagogik und Medienpädagogik

Angebot vom Jukas zum Thema Männlichkeit(en) im April 2024 (mit Referenten Alexander Moschitz): https://www.jukas.net/veranstaltungen/detail/kritische-maennlichkeiten-1302/?back=18

und zu geschlechterreflektierender Jugendarbeit: https://www.jukas.net/veranstaltungen/detail/geschlechterreflektierte-jugendarbeit1303/?back=1

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