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Spektakel auf der Piste

Das Meraner Unternehmen F-Tech erschafft mit seinen Snowparks eine Welt der waghalsigen Sprünge und artistischen Einlagen.

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Bild: Alex Berger
Als Alex Berger sich beim Snowboarden am Knie verletzte, war das ein bedeutender Einschnitt in seinem Leben. Die Verletzung war so schwer, dass der leidenschaftliche Snowboarder nicht mehr die Schneepisten hinunter brettern konnte. „Ich wollte aber trotzdem in der Snowboard-Szene bleiben und fing deshalb an Snowparks in Südtirol zu bauen“, erzählt der 39-Jährige und lässt sich entspannt in die weiche Couch fallen. Also gründete er vor sieben Jahren das Unternehmen F-Tech. Der Firmensitz in Meran Untermais ist eine untypische Mischung aus Werkstatt und Büro. An den Wänden hängen riesige Bilder, die Snowboarder bei ihren atemberaubenden Stunts zeigen. Direkt neben der Werkhalle sitzt Alex Berger mit seinen Mitarbeitern auf der gemütlichen Couchlandschaft und erklärt, wie der Bau eines Snowparks abläuft: „Zuerst fertigen wir in der Werkstatt die Strukturen an, die im Park aufgebaut werden." Anschließend fährt das Unternehmen zur Skipiste, baut die Hindernisse auf und kümmert sich mit den Angestellten des Skigebiets während der ganzen Saison um die Wartung des Snowparks. Snowboarder und Skifahrer gleiten dann über rails (Eisenstangen), springen über kicker (Schanzen) und vollbringen Kunststücke in der halfpipe (Halbröhre). Am Ende der Wintersaison wird alles wieder abgebaut und einer Revision unterzogen. Im Anschluss daran beginnt die Planung für die kommende Saison. Mittlerweile betreut das 8-köpfige F-Tech-Team zehn Snowparks in Südtirol und einen Park im Trentino. Dazu zählen unter anderem der Snowpark am Schnalser Gletscher und der 1.500 Meter lange King Laurin Park auf der Seiser Alm.

 

Leidenschaftliche Wintersportler

Die Mitarbeiter der Firma F-Tech sind allesamt passionierte Snowboarder und haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. „Je professioneller die Firma wurde, desto weniger Zeit blieb allerdings zum Snowboarden“, sagt Alex Berger. Die Herausforderung beim Bau eines Snowparks ist es, die richtige Balance zwischen Sicherheit und Spektakel zu finden. „Wir wollen die Verletzungsgefahr für die Skifahrer und Snowboarder so niedrig wie möglich halten“, so F-Tech-Mitarbeiter Peter Prantl. Deshalb sei die regelmäßige Wartung des Snowparks unerlässlich. Kunstschnee eignet sich beim Parkbau besser als Naturschnee, verursacht aber einen höheren Wasser- und Energieverbrauch. Die Mitarbeiter treibt deshalb die Frage um, wie sie Kunstschnee sparsam und effizient einsetzen können, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Eine gute Variante ist es, schon im Sommer an den richtigen Stellen Erde abzutragen, um die Strukturen des Snowparks besser in die Landschaft zu integrieren. 
 

Pionierarbeit und Expansion

Alex Berger hat 1999 mit der Eröffnung der Fakie-Shops in Schlanders und Meran schon frühe Pionierarbeit für die Südtiroler Skate- und Snowboard-Szene geleistet. Die Fakie-Fillialen leitet seit einigen Jahren seine Freundin Sylvia Pichler, während Alex sich auf das Unternehmen F-Tech konzentriert. Mit Erfolg, denn die Auftragsbücher sind voll. Will F-Tech auch ins Ausland expandieren? „Wir werden unsere Boxen und Rails in Zukunft europaweit verkaufen“, kündigt Berger an. Die gesamte 3D-Planung, den Aufbau und die Beschneiung der Strukturen will F-Tech aber nach wie vor nur in Südtirol anbieten. „Sonst müsste ich die guten Mitarbeiter von hier abziehen und könnte die Qualität für die Südtiroler Parks  nicht mehr garantieren“, erklärt der Unternehmer. F-Tech beschränkt sich nicht nur auf die Planung und den Bau von Snowparks. Bei Snowboard- und Free-Ski-Wettbewerben übernimmt das Unternehmen auch die Öffentlichkeitsarbeit, produziert Eventvideos und organisiert Fotoshootings. Fahrer aus allen Teilen der Welt kommen bei diesen Contests nach Südtirol und führen ihre raffinierten Tricks vor. Eine Kostprobe davon gibt es in diesem Video und in der folgenden Fotostrecke.

Oliver Kainz

ist im Vinschgau daheim und in der Welt zu Hause. Er findet Politik faszinierend und ist jederzeit für einen „Watter" im Gasthaus bereit.
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