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Kreatives Kollektiv

Das Künstlerkollektiv wupwup bereichert seit fünf Jahren die Mode-, Musik-, und Kunstwelt. Und das nicht nur in Südtirol.

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Bild: wupwup
Ohne Statement-Shirts geht heutzutage nichts mehr. Wer etwas auf sich hält, streift sich einen originellen, frechen Spruch über die Brust. Um Farbe zu bekennen. Und um mit Textfetzen wie „Tanzen ist auch Sport” seinem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen. „Dieser Spruch ist eigentlich schon zehn Jahre alt und war anfangs als Provokation gegen das Establishment gedacht”, erzählt Viktor Matic, Mitbegründer von wupwup. Heute ist „Tanzen ist auch Sport" der Name für die eigene Modelinie: trendige Shirts, Caps und Taschen gehören zur Kollektion. 
 
Wer im Online-Shop des Modelabels stöbert, stellt fest, dass die Kleidung minimalistisch und hip daherkommt. So hip, dass sie nur für Hipster interessant ist? „Selbst wenn unsere Mode einen Hipster anspricht – was auch immer das ist – diese Kategorisierungen sind doch uninteressant und zeitlich begrenzt”, sagt Arno Parmeggiani, ebenfalls wupwup-Mitbegründer.
 
Und tatsächlich: Eine gängige Kategorisierung ist für wupwup kaum möglich. Rund 35 Künstler aus Berlin, Köln, München, Wien, Istanbul, Mailand und Bozen verwirklichen ihre Projekte unter dem Dach des Kollektivs. Die verschiedenen Bereiche Mode, Kunst und Musik sind nicht voneinander getrennt, sondern eng miteinander verknüpft. Über Skype und regelmäßige Workshops tauschen sich die Künstler aus und koordinieren die sprach- und spartenübergreifende Zusammenarbeit. Das Ziel ist es, eigene Ideen umzusetzen und alternativen Projekten und Events abseits des Mainstreams eine Bühne zu bieten. „Etwas, was vor allem Südtirol nötig hat“, so Matic und Parmeggiani.
 
Das gilt auch für die Musikszene. „Der Fokus bei unseren Konzerten liegt nicht auf Schaumkanonen, Go-Go-Girls oder Nimm-2-Zahl-1-Aktionen. Für uns steht die Musik im Mittelpunkt”, sagt Arno Parmeggiani und verweist stolz auf die Szenegrößen Fritz Kalkbrenner und Oliver Koletzki, die schon in Bozen zu Gast waren. Normalerweise sind die Gagen dieser Künstler kaum zu bezahlen. „Wir buchten Kalkbrenner, bevor er so bekannt wurde. Deshalb war er für uns finanziell erschwinglich”, verrät Parmeggiani. 
 
 
In der elektronischen Musikszene gab es in den vergangenen Jahren einen wahren Hype. Aufgrund der Digitalisierung bezeichnete sich plötzlich jeder, der in der Lage war eine Youtube-Playlist zu erstellen, als DJ. Die Folge: Der schnelllebige Markt wurde mit Remixen und halbfertigen Outputs regelrecht überflutet. Matic und Parmeggiani sind selbst DJs, sehen diese Entwicklung aber gelassen: „Der DJ-Hype flaut so langsam wieder ab und auf lange Sicht werden sich ohnehin jene DJs durchsetzen, die qualitativ gut auflegen.”
 
Das Südtiroler Nachtleben, finden die beiden Künstler, sei besser als sein Ruf. „Wir sind ein kleines Land, da kann man nicht erwarten, dass jedes Dorf ein alternatives Event anbietet.” Trotzdem versucht wupwup mit verschiedenen Veranstaltungen wie dem Almore Festival oder dem Indierock-Konzept „Gorgeous" das Angebot für Südtirols Nachtschwärmer zu erweitern. Erwähnenswert ist auch die künstlerische Initiative von wupwup: prawneg&wolf betreut in seiner Brunecker Galerie junge Künstler in ihrem Werdegang. 
 
Wupwup beschränkt seinen Aktionsradius nicht auf Südtirol. Dank des internationalen Netzwerks finden Vernissagen, Konzerte und Events  in ganz Europa statt. Das sorgt für Weitblick und den nötigen kreativen Input. Wie geht es mit wupwup in den nächsten Jahren weiter? Arno Parmeggiani zeigt sich idealistisch: „Wir wollen als familiäres Künstlerkollektiv auch in Zukunft die Subkultur in Südtirol aufwerten.”

Oliver Kainz

ist im Vinschgau daheim und in der Welt zu Hause. Er findet Politik faszinierend und ist jederzeit für einen „Watter" im Gasthaus bereit.
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