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Eingewienert

6.104 Südtiroler studieren in Österreich. Viele davon sind gekommen um zu bleiben. Was gilt es zu beachten? Unsere Autorin macht es vor.

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Bild: Magdalena Jöchler

Innsbruck, Wien, Salzburg oder Graz. Das sind jene Städte, die Südtirols Studienanfänger magisch anziehen. Nach der Matura ziehen sie mit Sack und Pack über den Brenner, hinein in das aufregende Studentenleben. Dort angekommen, führt der erste Weg zum Meldeamt. Wer sich in Österreich eine Unterkunft nimmt, ist verpflichtet innerhalb von drei Tagen zumindest einen Nebenwohnsitz anzumelden. Wer das nicht tut, kann zur Kassa gebeten werden: Das österreichische Meldegesetz sieht dafür Strafen bis zu 726 Euro vor. Wenn Studenten ihren Lebensmittelpunkt an den Ort ihrer Ausbildungsstätte verlegen, müssten auch sie einen Hauptwohnsitz anmelden. „Bei Studentinnen und Studenten“, so Eva Papouschek Juristin in der MA 62, „trifft aber oft eine Nebenwohnsitzmeldung zu. Spätestens wenn sich jemand entschließt, eine Arbeit zu suchen und über das Studium hinaus hier bleiben möchte, wäre eine Änderung in einen Hauptwohnsitz notwendig.“

Weil die Gemeinden pro Erstwohnsitz eine bestimmte Summe vom Steuerkuchen zurückbekommen, um damit die bereitgestellte Infrastruktur zu finanzieren, ist zwischen den Gemeinden ein regelrechter Kampf ausgebrochen. Wien beispielsweise bekommt vom Bund pro Hauptwohnsitz etwa 2.800 Euro jährlich. Unistädte wollen den Studenten den Hauptwohnsitz deshalb mit Schmankerln wie vergünstigten Semestertickets oder Prämien schmackhaft machen. Auslandssüdtiroler, egal ob Student oder nicht, die noch Studienbeihilfe und Krankenversicherung von zu Hause beziehen, sollten sich davon nicht beirren lassen: Beihilfen aus Südtirol sind an einen Wohnsitz eben dort gebunden. Unsere Autorin hat mittlerweile einen festen Job in Wien und hat sich deshalb für den Hauptwohnsitz entschieden und den Kampf mit der Bürokratie aufgenommen:

1. Station: Meldeamt

IIm Bezirksamt für den 9. Wiener Gemeindebezirk herrscht kein großer Andrang, nach wenigen Minuten werde ich einem Sachbearbeiter zugeteilt. Ich überreiche ihm Meldezettel und Reisepass. Leicht genervt weißt er mich auf fehlende Angaben hin, zehn Minuten später habe ich alles erledigt und mein Nebenwohnsitz ist zum Hauptwohnsitz geworden. Zum Abschied drückt er mir einen Zettel in die Hand, der mich an das Einwanderermeldeamt im 20. Wiener Gemeindebezirk verweist. Auf die Frage, ob das wirklich notwendig sei, antwortet er, jetzt sichtlich entnervt: „Keine Ahnung. Ich weiß doch nicht was die im Zwanzigsten draußen machen. Ich muss das allen Ausländern mitgeben." Gut, muss ich das wohl selbst herausfinden.

2. Station: Italienisches Konsulat

Zwischendurch gönne ich mir ein Intermezzo und tauche im Konsulat in die italienische Bürokratie ein. Gleich am Eingang werde ich von einem freundlichen Carabiniere begrüßt. Von einem Bild über der Tür schmollt mir Giorgio Napolitano entgegen. Mithilfe des Carabiniere fülle ich das Formular aus, mit dem ich mich ins Verzeichnis der Auslandsitaliener eintrage, kurz A.I.R.E. Hiermit werde ich von meiner Heimatgemeinde abgemeldet und gehöre jetzt zu den „Italiani all’estero“. Studienbeihilfe und Krankenversicherung muss ich mir jetzt in Österreich besorgen. „Und? Ist in Wien alles besser?", fragt mich der Carabiniere mit trotzigem Unterton. „Ja, für mich schon. Ich lebe sehr gerne in dieser Stadt", entgegne ich ihm patzig. Ob ich denn jetzt auch gleich meine Identitätskarte erneuern könne, frage ich eine Mitarbeiterin. „Ma, lei è iscritta all' A.I.R.E.?" "Si, da cinque minuti", antworte ich stolz. „Ma, signorina, non è così facile! Deve passare un pò di tempo. Prima mandiamo tutto al suo comune in Alto Adige, poi il comune lo manda al Ministero degli Interni, quello lo manda al Ministero degli Esteri e quello lo ripassa a noi!" Jetzt fühle ich mich endgültig zurückversetzt nach Italien. Auf die Frage, wie lange das denn dauern würde, antwortet sie: „Lascia passare un pò di tempo, e ritorna verso tre mesi." Drei Monate? „E le raccomando, entro i prossimi tre mesi deve andare dal Einwanderermeldeamt, se no, le danno una multa oltre 300 Euro!" Dann mal schnell dorthin.

3. Station: Einwanderermeldeamt  MA35

Die MA35 hat in Wien einen besonders schlechten Ruf. Das Amt für Einwanderung und Staatsbürgerschaften gilt als besonders unterbesetzt und dementsprechend chaotisch. Seit 2006 müssen sich alle EU-Bürger, die in Österreich einen Wohnsitz (egal ob Haupt- oder Nebenwohnsitz) anmelden hier eine Anmeldebescheinigung ausstellen lassen.

Abgelegen im 20. Wiener Gemeindebezirk steht sie also, die MA35. Gleich beim Betreten der großen Eingangshalle ergreift mich ein seltsames Gefühl. Menschen aus aller Herren Länder stehen sich entlang roter Bänder die Füße in den Bauch. Die Halle, die Schlange – irgendwie wie am Flughafen. Im Erdgeschoss findet die Nummernausgabe nach Herkunftsland statt, erst fünf Stöcke höher beginnt der eigentliche Wartemarathon. Zum ersten Mal fühle ich mich in Wien wie eine richtige Ausländerin. Geschlagene vier Stunden muss ich warten. Nach zwei Stunden verlieren die ersten Kinder die Fassung, schreien, kreischen und toben herum. Ich lese die mitgebrachte Zeitung bis auf das Kinoprogramm von vorne bis hinten durch, kopiere Formulare und Dokumente, warte. Als ich dann endlich an der Reihe bin, geht – zumindest für EU-Bürger – alles sehr schnell: Formulare werden überflogen, abgestempelt, eine Rechnung ausgedruckt und raus bin ich. Die Verwaltungsgebühr von 29,30 Euro muss ich noch an der Kasse bezahlen, dann bin ich fertig und offiziell eingewandert.

Was sich geändert hat? Bei den Gemeinderatswahlen in meiner Heimatgemeinde Vahrn darf ich ab jetzt nicht mehr wählen, dafür in zwei Jahren in Wien. Um das italienische Parlament zu wählen, muss ich künftig nicht mehr nach Hause fahren, sondern kann bequem von hier aus per Briefwahl daran teilnehmen. Ich kann mich demnächst um eine Wiener Genossenschaftswohnung bewerben und viele andere Sozialleistungen werden auch zugänglich (harhar). Wo ich denn wirklich herkomme werde ich allerdings immer noch gefragt. Oft!

 

Nützliche Links:

MA35 - Einwanderermeldeamt

Meldeämter der Stadt Wien

Konsulate der italienischen Botschaft in Österreich

RICHTIGSTELLUNG: Die Südtiroler Hochschülerschaft und andere Leser haben uns richtigerweise auf ein paar wichtige Details hingewiesen . Die Nachrecherche hat gezeigt wie widersprüchlich die Gesetze zweier EU-Länder und die Auskunft inländischer Behörden sein können. Falsche Informationen wurden nach eingehender Recherche aus dem Text entfernt und Missverständnisse hoffentlich aus dem Weg geräumt. Auf die einzelnen Punkte geht die Autorin weiter unten, in der Kommentarliste ein.

Magdalena Jöchler

lebt und werkelt in Wien. Sie erzählt gerne Geschichten, die hoffentlich auch gelesen werden. Nein, sie ist nicht mediengeil.
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Da, geehrte Magdalena Jöchler, müssen sie sich noch einmal besser informieren. Denn mit der Eintragung ins AIRE-Register verlieren alle Südtiroler das Recht auf Studienbeihilfe aus Südtirol. Zudem müssen sie nach einer Rückkehr nach Südtirol fünf Jahre lang warten, um in alle möglichen Landesranglisten wieder aufgenommen zu werden. Denn es braucht ja bekanntlich die fünfjährige Ansässigkeit.
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

Haus bauen nach dem Studium? Nicht (gleich), wenn man im Ausland gewohnt hat inkl. HWS.
Wenn man in ibk nur studiert und dann wieder zurückwill sollt man sich die Bürokratie sparen und einfach NWS anmelden und Leistungen aus S-Tirol/Italien beziehen.
Man kann sich mit Hilfe des s-Tiroler schalters in der Klinik hier einen Hausarzt besorgen, zu allen ärzten gehen und auch zum Zahnarzt, das gleiche auch in Südtirol.

Bleibt man nach dem Studium kann man immer noch ummelden, weil im Verhältnis ist man als in südtirol offiziell wohnhafter Südtiroler besser dran als jeder österreichische Student.

Bis vor kurzem konnten die auch mit honorarnoten schwindelerregendes steuerfrei verdienen, weil praktisch kein Austausch von Daten stattgefunden hat.

Wenn bei wichtigen Themen schlecht recherchiert und kaum nachvollziehbare Ratschläge aufgetischt werden, dann ist dies schlicht fahrlässig.

Der Kommentar der sh.asus zum Artikel „Eingewienert“ auf barfuss.it von Magdalena Jöchler

1. Um mit einer belanglosen Marginalie zu beginnen: Es studieren nicht 5.800, sondern 6387 SüdtirolerInnen in Österreich – die italienischsprachigen nicht mit eingerechnet.

2. Dass man zur Eröffnung eines Bankkontos einen „Meldezettel“ bräuchte, ist uns neu.

3. „Nebenwohnsitz“ oder „Hauptwohnsitz“ ist in vieler Hinsicht einerlei, zumindest hat man die Meldepflicht erfüllt. Man erhält allerdings kein Mietgeld. Und die Tatsache, dass den österreichischen Städten dadurch per Finanzausgleich mehr Geld zukomme, als Grund für die Wahl des Hauptwohnsitzes anzuführen, mag zwar eien noble Überlegung im Sinne des Allgemeinwohls der betroffenen Stadt sein, für die weitere Argumentation des Textes ist es aber prächtig irrelevant.

4. Ein Nebenwohnsitz an sich ist keine Falschmeldung.

5. Jetzt wird es ernst: Wieso trägst Du dich ins AIRE ein? Für Studierende ist die rechtliche Lage unklar, da diese, SaisonarbeiterInnen ähnlich, für längere Zeit nach Italien (Sommermonate, Semesterferien) zurückkehren, sich also nicht durchgehend im Ausland aufhalten: http://www.comune.moncalieri.to.it/flex/cm/pages/ServeBLOB.php/L/IT/IDPa...

6. Die Vorteile, die im Text erwähnt werden, träfen alle auch ohne Eintragung ins AIRE zu: Das kommunale Wahlrecht haben alle EU-BürgerInnen, unabhängig von einer Eintragung ins AIRE, ebenso wie die Sozialleistungen, die du nun kräftig in Anspruch nehmen möchtest.

Du erwähnst allerdings nicht, dass du mit der Eintragung ins AIRE das Anrecht auf alle Sozialleistungen in Südtirol verlierst, für Studenten ist freilich der Verzicht auf ein Studienstipendium doch eher schmerzhaft. Unerwähnt bleibt auch, dass mit einer Eintragung ins AIRE auch die Krankenversicherung, die in Italien ein Grundrecht ist und in Österreich kostenpflichtig ist, verfällt. Viele dieser Sozialleistungen bzw. politischen Grundrechte werden in Südtirol erst wieder nach einigen Jahren der Ansässigkeit wirksam.

Kurzum: Eine Eintragung ins AIRE ist Studierenden keineswegs zu empfehlen und bei einem zweifelhaften Nutzen mit erheblichen Nachteilen verbunden. Den österreichischen Behörden ist es ziemlich blunzn, ob man ins AIRE eingetragen ist oder nicht. Die Vorteile, die das AIRE bringen mag, wie etwa konsularische Grunddienste (Briefwahl, Erneuerung des Führerscheins, Personalausweises) sind mitunter auch ohne eine solche Eintragung möglich und zumindest für Österreich nicht wirklich einleuchtend: Für eine Heimreise zu einer politischen Wahl etwa sitzt man zwar womöglich acht Stunden im Zug, erhält jedoch bei Wahlen auf Regionalebene (Landtags- und Gemeinderatswahlen) 60 % der Fahrtkosten zurückerstattet.

Also da scheinen einige Leute nicht zu wissen, dass man in jedem EU-Mitgliedsstaat je einen Hauptwohnsitz haben kann. Das AIRE sollte man sich aber echt sparen.

Vielen Dank für die wichtigen Hinweise. Es ist wichtig, dass auch über dieses Thema diskutiert wird. Unsere Autorin wird in Kürze darauf eingehen . Die Barfuss-Redaktion.

@Südtiroler Hochschülerschaft
Dass bei bürokratischen Angelegenheiten oft Unklarheit herrscht, dürfte durchaus bekannt sein. So hört man oft von verschiedenen Einrichtungen oder Ämtern unterschiedliche und widersprüchliche Informationen. Allerdings finde ich, dass gerade eine Institution wie die Südtiroler Hochschülerschaft bei einem Kommentar versuchen könnte sachlich zu bleiben und formale Aspekte beiseite zu lassen. Informationen richtig zu stellen ist sicherlich wichtig, allerdings kann und sollte dies (insbesondere wenn man eine Institution vertritt) auf angebrachte und höfliche Weise geschehen.
PS. Als Südtiroler, der in Wien studiert (ohne ins AIRE eingetragen zu sein) kann ich bestätigen, dass ohne Meldezettel bei Banken und sogar in Videotheken :) nichts läuft.

Die angesprochenen Punkte wurden von Magdalena Jöchler für barfuss.it nachrecherchiert:

- 6.046 Südtiroler studierten im Wintersemester 2011/12 an Österreichs Universitäten, zusammen mit Fach- und Privathochschulen sind es 6.104. Quelle: http://www.statistik.at/web_de/dynamic/services/publikationen/5/publdeta...

- Entgegen der weiter oben genannten Strafen bei Falschmeldung, werden Geldstrafen fällig, wenn sich Studenten gar nicht an ihrem Studienort anmelden. Siehe: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/118/Seite.1180200...

- Eine Eintragung ins AIRE ist bei Studenten nicht nötig, erleichtert aber viele Behördengänge für die man sonst nach Hause fahren müsste (Reisepass, Identitätskarte erneuern, wählen bei Parlamentswahlen etc.). ACHTUNG: Wer Studienbeihilfe oder Krankenversicherung aus Südtirol bezieht, sollte sich nicht ins A.I.R.E. eintragen, damit wird der Wohnsitz in Italien abgemeldet und nur noch ein „domicilio“ in der Gemeinde bleibt erhalten. Für Auslandsitaliener, die längere Zeit im Ausland gearbeitet haben und somit ins A.I.R.E. eingetragen sein müssten, bietet das italienische Gesetz bei einer Rückkehr nach Italien nicht unerhebliche steuerliche Vorteile: Frauen müssen in den folgenden drei Jahren nur 20 Prozent ihres Einkommens aus selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit versteuern, Männer nur 30 Prozent. Die genauen Voraussetzungen findet ihr hier: http://www.esteri.it/MAE/approfondimenti/20110125_Legge_30_dicembre_2010...

- Für die Wohnbauförderung in Südtirol hat die Verlegung des Hauptwohnsitzes ins Ausland nur bedingt Auswirkungen: Wer seinen Wohnsitz 5 Jahre in einer Gemeinde in Südtirol hatte, hat auch direkt nach einem Auslandsaufenthalt Anrecht auf Wohnbaubeihilfe. Für das Amt für Wohnbauförderung zählt die „historische Ansässigkeit von fünf Jahren“, nicht die der letzten fünf Jahre. Der Eintrag ins AIRE lässt diesen Anspruch nicht verwirken, die „historische Ansässigkeit“ bleibt erhalten. Die meisten Studenten waren vor ihrem Auslandsaufenthalt schon mindestens fünf Jahre in einer Gemeinde in Südtirol ansässig, diese Voraussetzung haben sie also schon erfüllt. Bei der Punktevergabe werden die Jahre im Ausland nicht berücksichtig, da sind wiederum in Südtirol ansässigen Personen im Vorteil. Quelle: Amt für Wohnbauförderung

- Doppelter Hauptwohnsitz: Sobald man sich ins AIRE einträgt, wird man in der Heimatgemeinde abgemeldet. In Italien gibt es nur einen Wohnsitz und keine Haupt- und Nebenwohnsitzregelung wie z.B. in Österreich. In der Heimatgemeinde bleibt nach Abmeldung nur noch ein "domicilio", keine "residenza" mehr. Den Unterschied zum österreichsichen Modell konnte man mir hüben wie drüben nicht erklären. Es kann zwar ein Hauptwohnsitz in Österreich angemeldet werden, damit ist aber auch der Eintrag in das A.I.R.E. verpflichtend und somit folgt auch eine Abmeldung. Ohne den A.I.R.E.-Eintrag werden die Gemeinden in Südtirol nicht österreichischen Meldeämtern über den Meldestatus in Kenntnis gesetzt.

- Fahrtkostenrückerstattung bei Wahlen: Am 8. Mai wurde ein neues Landesgesetz verabschiedet wonach Fahrtkosten zu Landtagswahlen NICHT mehr zurückerstattet werden. Stattdessen wird es schon bei der Wahl im Herbst endlich auch für Studenten im Ausland möglich sein, per Briefwahl daran teilzunehmen. (mehr in Info dazu in Kürze auf barfuss.it)

der artikel und die kommentare spiegeln genau das wieder was ich erlebt habe. kein mensch kennt sich richtig aus aber jeder hat eine meinung dazu.
ich finde es super, dass darüber berichtet wurde, vielleicht gelingt es uns etwas klarheit zu schaffen.

persönlich finde ich, dass das a.i.r.e. dann sinn macht wenn man den hauptwohnsitz verlegt hat, ansonsten ist es nicht notwendig. weiters kann das a.i.r.e. sinn machen wenn man in südtirol nicht mehr auf dem familienbogen sein will (die eltern zahlen eventuell weniger gebühren für die wohnung da eine person weniger aufscheint).

In der Tat gibt es eine immense Unsicherheit und Grauzone. Selbst auf Nachfrage bei den zuständigen Ämtern, wie z.B. der agenzia delle entrate gibt es hinterher oft mehr offene Fragen als vorher.
Jedenfalls freut es uns, dass sich die Gesamtzahl der Südtiroler Studierenden offenbar in die richtige Richtung bewegt. Allerdings weist die entsprechende Statistik von Statistik Austria (http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bildung_und_kultur/formales_b... - ganz unten) 6.387 Studierende aus. Von den 288 (davon 103 am MCI - Quelle unidata) Studierenden an FHs sind vermutlich der größere Teil aus Südtirol. Verschiedene Interpretationen gibt es ebenso über die gut 1.500 "Restitaliener", zumal als Südtiroler ja oft nur jene mit dt. oder ladinischsprachiger Matura gezählt werden.

Zu den Steuervergünstigungen für Auslandsitaliener möchte ich noch präzisieren, dass dies nur für jene gilt, die bereits vor 2009 im Ausland studiert/gearbeitet haben, wobei hier die Einschreibung ins A.I.R.E. laut Rundschreiben der agenzia delle entrate nicht zwingend vorgesehen ist, auch mit einem bloßen Nebenwohnsitz würde demnach die Berechtigung zur Steuervergünstigung bestehen (vgl. http://www.asus.sh/de/money/rientrocervelli)

Wir hatten, nachdem die Regelung mit der 60%-igen Fahrtkostenrückerstattung recht bürokratisch gehandhabt wurde, im vergangenen Winter beim L.agb. Noggler eingebracht, dass bei einer evtl. Einführung der Briefwahl diese Möglichkeit auch für Studierende mit Nebenwohnsitz im Ausland gelten soll. Die Verabschiedung des Gesetzes haben wir dafür verschlafen, zudem scheint es, dass das Gegenteil von dem passiert ist, was uns versprochen wurde.

Zuerst einmal Danke dafür dass hier Magdalena Jöchler das obige Thema anspricht!
Ich habe nun seit ca. einem Jahr einen Spickzettel neben meinem Schreibtisch liegen, dass ich mich beim A.I.R.E. anmelden soll (diese Information kam von meiner Heimatgemeinde in Südtirol). Warum? Weiß ich (immer) noch nicht?
Zur Zeit habe ich einen Hauptwohnsitz in Österreich und einen Hauptwohnsitz in Südtirol. Und das funktioniert bis dato sehr gut...zum wählen oder erneuern des Führerscheins fahre ich heim, und dass ich am Familienbogen meiner Eltern bin, ist mir ziemlich egal.
Mich interessiert eigentlich nur folgendes: Habe ich nun einen signifikanten Nachteil wenn ich das so belasse wie gehabt? Sind Geldstrafen zu erwarten? Ich arbeite und studiere (berufsbegleitend) in Österreich und zahle meine Steuern, Autoabgaben usw. wie jeder andere "Österreicher".

In meiner Heimatgemeinde sehe ich mich zur Zeit als "passives" Mitglied, wie in einem (Sport-)Fußballverein. Da muss man sich ja auch nicht sofort abmelden wenn man ein paar Jahre nicht mehr in der Meisterschaft mitspielt.

errata corrige: Studierende scheinen mit der Zeile
"Die Wählerinnen/Wähler, die nicht in ihrer Wohnsitzgemeinde wählen können, da sie sich vorübergehend außerhalb von Südtirol aufhalten, sind zur Briefwahl befugt."
gemeint zu sein.

Wegen der 2 Hauptwohnsitze wurde mir bei der Magistratsabteilung 62 gesagt, dass es erst ein Problem wird, wenn du hüben wie drüben Beihilfen kassierst. Wenn du ein steuerpflichtiges Einkommen hast, müsste es dann ja so sein, dass du das zusätzlich an deinem italienischen Hauptwohnsitz versteuern musst oder zumindest eine Steuererklärung machen musst. Da müsste man aber am besten beim Finanzamt nachfragen.

Verpflichtende Eintragung ins AIRE: Das Konsulat meinte es gib noch keine Sanktionen.

Danke für deine Antwort! Ich beziehe gegenwärtig ein steuerpflichtiges Einkommen in Österreich, deshalb zahle ich die Steuern auch beim österreichischen Finanzamt ein. Trotzdem muss man in Südtirol eine Steuererklärung machen, dass man in Italien kein Einkommen hat?? Also das wäre doch absurd. Hat dazu jemand eine vertraute Quelle? Ich möchte nur nicht (und wahrscheinlich wir alle), dass die "agenzia delle entrate" nach ein paar Jahren daherkommt und Steuernachzahlungen fordert.

Zwischen Italien und Österreich gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen, das auch bei Doppelansässigkeit regelt wo du Steuern auf dein Einkommen zahlen musst.
Hier die Lightversion: http://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CDIQF...

und hier der Gesetzestext dazu:
http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1985_125_0/1985_125_0.pdf

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