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Nina Duschek im Porträt

„Musik, die etwas bewegt“

Nina Duschek ist eine aufstrebende Sängerin und Songwriterin aus Meran. Sie selbst will ihre Musik als Sprachrohr nutzen – auch für unangenehme Themen und Botschaften.

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Bild: Flo Gassner

Eigentlich fing Nina Duscheks musikalischer Werdegang, so erzählt sie es selbst, relativ spät an. Sie gab nicht schon, wie andere Musikerinnen und Musiker, mit drei Jahren Konzerte im eigenen Wohnzimmer. Mit zwölf Jahren trat die heute 24-Jährige einem Kinderchor bei. Das Singen gefiel ihr, doch der Chor erfüllte sie nicht. So begann Nina Duschek eine Pop- und Jazz- Gesangsausbildung in der Musikschule Meran und fing zusätzlich mit dem Gitarre- Spielen an. „Irgendwann hatte ich mit 16 den spontanen Einfall, auf dem Tappeinerweg in Meran etwas Straßenmusik zu machen. Daraus entwickelte sich nach und nach mein Projekt, an dem ich momentan arbeite und das ich auch bin: Nina Duschek.“

Heute ist Nina Duschek, die Meraner Sängerin mit dem Bandana, nicht nur für ihre kraftvolle Stimme und energetische Straßenmusik bekannt. Viel Gesprächsstoff bot ihr neuestes Lied: „Denk driber noch“, ein Song über Veganismus und Konsum, im Südtiroler Dialekt vorgetragen.

Die Idee zu „Denk driber noch“ kam Nina Duschek, wie es die meisten ihrer Ideen tun, zufällig. Noch am selben Tag verfasste die selbst vegan lebende Sängerin die erste Strophe. Die Aktualität des Themas spornte sie an, eine Botschaft zu versenden. „Ich möchte die Musik als Sprachrohr nutzen, um auf gewisse Themen aufmerksam zu machen.“ Nina Duschek singt „Denk driber noch“ bewusst auf Dialekt, um Südtirolerinnen und Südtiroler gezielt anzusprechen. Bereits im Vorfeld wissend, dass sie ein sehr heikles Thema aufgreift, dass ihr Lied nicht bei jeder und jedem gut ankommen wird und dass sie mit Kritik rechnen muss.

„Das Konzept hinter ‚Denk driber noch‘ ist nicht, die Zuhörerinnen und Zuhörer zu etwas zu zwingen oder an sie zu appellieren, sondern viel mehr sie zum Nachdenken anzuregen. Denn allein durch das Nachdenken wird der erste Samen gesetzt.“

“Was macht das Leben lebenswert?”: Nina Duschek stellt die Grundfragen unserer Existenz.

Bild: Karlheinz Sollbauer

Im Zug auf dem Weg nach Berlin kam der Meranerin die Idee, im Musikvideo eine Augenbinde aufzusetzen, wenn sie tierische Produkte verzehrt. Der Mensch ist an sich kein schlechtes Wesen, mein Nina Duschek, er habe nur vergessen, was es hieße, tierische Produkte zu konsumieren und welche Folgen dies mit sich bringe. „Die meisten wissen ja bereits, was ihr Konsum für andere bedeutet. Ich möchte auch nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Das ist weder meine Art, noch bringt es etwas.“

Die Reaktionen zu dem Lied und das dazu veröffentlichte Musikvideo waren überwiegend positiv. Dies zeige, so Nina Duschek, dass es vielen ein Anliegen sei, dass in der Musik auch über solche Themen gesprochen werde. Das Ergebnis dieser spontanen Idee: Das Musikvideo wurde bereits rund viertausend Mal auf YouTube aufgerufen. Zudem wurde die Sängerin von mehreren Südtiroler Medien zu ihrem Song und den dahintersteckenden Absichten interviewt.

Obwohl „Denk driber noch“ erst im Juli diesen Jahres veröffentlicht wurde, bewegen Nina Duschek derzeit die einfachen und doch fundamentalen Dinge des Lebens. „Ich beschäftige mich gerade viel mit der Frage, was das Leben lebenswert macht.“ Denn am Ende zähle doch vor allem das, was wir mit anderen erlebt und was wir gelernt haben. Für diese Gedanken müssen noch die richtigen Worte gefunden und die passende Musik geschrieben werden, dann werden sie auf der Bühne zu hören sein. „Ich möchte den Menschen Musik schenken, die zum Herzen spricht und die uns miteinander verbindet. Es muss nicht immer eine aktivistische Botschaft dahinterstecken. Es reicht, wenn meine Musik dich bewegt.“

“Als introspektiver Mensch brauche ich die Ruhe, um aus ihr die Kraft für Energie zu schöpfen.“

Nina Duschek möchte mit ihrer Musik ein Gleichgewicht in einer unausgeglichenen Welt schaffen. Als bekennende Idealistin und Optimistin bringt sie einen großen Willen zur Veränderung mit. „Ich würde mir wünschen, dass wir die und den anderen als einen Teil von uns selbst sehen, dass diese Denkweise normalisiert wird und wir in Liebe zusammenleben können.“

Nina Duschek strahlt auf der Bühne und in ihren Musikvideos eine mitreißende Energie aus: Ihr Körper ist stets in Bewegung, der Blick wach und sie präsent. Um von einer solchen Energie jedoch guten Gebrauch zu machen, gehört, anders als viele meinen, Ruhe und Entspannung genauso dazu wie ein aufgedrehtes Wesen. „Um eine solche Energie aufbringen zu können, muss ich in meiner Mitte sein. Ich muss mit meinen Gefühlen und mit meinen Taten im Reinen sein. Als introspektiver Mensch brauche ich die Ruhe, um aus ihr die Kraft für Energie zu schöpfen“, sagt die Sängerin.

In naher Zukunft ist das erste eigene Album geplant. Jenes Album, bestehend aus den besten Songs der letzten fünf Jahre, vertont gleichzeitig auch Nina Duscheks musikalische Entwicklung: „Dieses Album, die Musik generell, soll der Welt etwas von mir geben.“

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