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Vom Blitz getroffen

Naturgewalten bringen unsere Brigitte dazu, an ihrem Nicht-Glauben zu zweifeln.

Liebes Tagebuch,

du glaubst nicht, was mir letzte Woche passiert ist!! Ich sitze gerade am Computer, will gerade eine Mail an den Riccardo schreiben, da fährt mir der Blitz in den Kasten! Des hot an ordntlichn Tusch getun, richtig hergebeitelt hots mi. Die Haare, meine schöne neue Frisur, alles ruiniert. Wie das ausgesehen hat! Von einem Moment auf den anderen waren sie wieder grau und sind in alle Himmelsrichtungen gestanden – so wie früher! Und das nur fünf Tage vor der großen Landesversammlung. Ich dachte, ich krieg die Krise! Bei meiner Friseurin muss ich doch mindestens einen Monat vorher um einen Termin anfragen!!

Ich bin ja nicht religiös und abergläubisch schon gar nicht. Aber in diesem (wirklich tragischen) Moment dachte ich mir echt: Das kann kein Zufall sein! Jetzt, wo alles so gut läuft, muss mir etwas im wahrsten Sinne des Wortes dazwischenfunken. „Welcher Gott tut so was?“, dachte ich mir. Wollte der mich mit Gewalt von meinem vermeintlich hohen Ross runterholen? Oder hat er heimlich bei meinen E-Mails mitgelesen? Oder ist dieser Gott ein Blauer?! Aber weil ich weder an irgendein Karma, noch an irgendeinen Gott glaube, hab ich diese Gedanken wieder ganz schnell verdrängt und bin zur Schadensbegrenzung übergegangen.

Das hat dann im letzten Moment doch noch geklappt: Für ein hübsches Trinkgeld hat sich meine Friseurin des Vertrauens dann doch breit schlagen lassen und meine Haarlege wiederhergestellt. Und so konnte ich am Samstag bei der Landesversammlung in gewohnter Manier strahlen. Mein zufriedenes Lachen kommt aber nicht nur von meiner geretteten Mähne, wir Grünen haben auch wieder eine gute Tat vollbracht. Weißt du wie? Hihi ... Wir haben den wohl prominentesten Skiliftgegner auf die Liste geholt: Hans Peter Stauder. Wer, wenn nicht er?! „Bei uns bist sicher“, habe ich ihm noch am Freitag Abend per SMS wissen lassen. Der Arme ist total verschreckt, seit die Pusterer Bauern und Großkopfetn wegen einem Skilift das Kriegsbeil ausgegraben haben. Denen geht es um Leben und Tod! Das hat der arme Stauder in den letzten Tagen zu spüren bekommen. Da mussten wir natürlich einschreiten. Und du wirst mir recht geben, liebes Tagebuch: Das ist eine Wahnsinns-PR für uns!

Noch ein wichtiges Detail am Rande: Wir verzichten bei Gruppenfotos ab jetzt auf die (Plastik)Blumen und setzen stattdessen auf grüne Sonnenbrillen. Total hipp!

Magdalena Jöchler

lebt und werkelt in Wien. Sie erzählt gerne Geschichten, die hoffentlich auch gelesen werden. Nein, sie ist nicht mediengeil.
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Liebes Tagebuch

Die geheimen Gedanken unserer Politikerinnen. BARFUSS sind die Tagebücher von Ulli Mair und Brigitte Foppa zugespielt worden. Über die Echtheit besteht kein Zweifel ;-)

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