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Not invited

Hoher Besuch in Bozen. Unsere Brigitte musste draußen bleiben.

Liebes Tagebuch,

ich weiß nicht, ob du die Aufregung um dieses „Bozner Abkommen" mitbekommen hast. Da haben sich der Luis und seine Entourage wieder mal im Blitzlichtgewitter und im Schatten hoher Politikprominenz sonnen dürfen. Sei ihm auch gegönnt, wird wohl das letzte Mal gewesen sein. Immer zwei Schritte hinter ihm: der Arno Kompatscher. Sowohl beim Ausflug nach Rom, wie auch beim Letta-Besuch in Bozen. Wie ein Lehrbub ist er ihm hinterhergedackelt. Überall hat er dabei sein müssen. So, als ob er quasi selbst schon Landeshauptmann wäre, nur halt in Luisens riesigem Schatten. Und ich traue mich zu wetten, dem Luis ist sicher nicht nur einmal ein schau, so mocht man des, Arnole" rausgerutscht. Und wir, die Opposition? Wir mussten draußen bleiben. 

Netterweise hat sich der Senderboazn unser erbarmt. Dort durften der Pius Leitner, die Elena Artioli und ich in einer fast halbstündigen Sendung auch unseren Senf dazugeben. Mit den beiden verbindet mich ja eigentlich nicht viel, in einem waren wir uns aber einig: Das war ein inhaltsleeres Wahlgeplänkel von der Schwammel...äääh Edelweißpartei. Und wie sich der Pius da an mich rangeschmissen hat, das kannst du dir nicht vorstellen. Mit „wie Kollegin Foppa sagt, zurecht [...]" hat er sich mir förmlich angebiedert! Ich wusste mir in diesem Radiostudio nicht mehr zu helfen. Noch am Abend habe ich mir die Frage gestellt: „Dürfen wir Grünen mit den Freiheitlichen einer Meinung sein?" Klar, wir sind beide in der Opposition und hie und da wird es schon Punkte geben, wo wir zusammen halten müssen. Aber vor solchen Situationen graut mir immer noch.

Magdalena Jöchler

lebt und werkelt in Wien. Sie erzählt gerne Geschichten, die hoffentlich auch gelesen werden. Nein, sie ist nicht mediengeil.
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Liebes Tagebuch

Die geheimen Gedanken unserer Politikerinnen. BARFUSS sind die Tagebücher von Ulli Mair und Brigitte Foppa zugespielt worden. Über die Echtheit besteht kein Zweifel ;-)

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