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Liebe Ulli ...

Brigitte erwartet auf ihrer Wahlparty einen besonderen Gast: Ulli Mair.

Liebes Tagebuch!

Es ist schon prutal wie die Zeit vergeht. In nur zwei Wochen kann ich mich Landtagsabgeordnete nennen! Das mit der ersten grünen Landeshauptfrau hab ich mir jetzt dann doch aus dem Kopf geschlagen. Selbst wenn sich die 13 Prozent der Wähler (laut einer Prognose in der ff) doch trauen sollten, am alles entscheidenden Tag das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen, wird es rein rechnerisch doch etwas schwierig. Ich bin also guter Dinge und verschwende auch schon mal den einen oder anderen Gedanken an unsere Wahlparty. Das soll eine richtig gute Sause werden!

Seit meinem Streitgespräch mit der Ulli Mair frage ich mich, ob ich sie dazu auch einladen soll. Immerhin glaubt sie jetzt ja, dass wir Freundinnen werden könnten. Dass sie meine Zustimmung gleich so persönlich nimmt, kann ja keiner wissen. Aber ich will da mal nicht so sein. „Liebe Ulli, ich lade dich hiermit hochoffiziell zu unserer Wahlparty ein!" Weiß ja nicht, ob die Freiheiltichen an so was überhaupt schon gedacht haben. Bevor sich die Ulli dann die Hochrechnungen alleine zu Hause im Fernseher anschauen muss, darf sie gerne mit uns feiern. Ich wäre auch bereit das Buffet an ihre Vorlieben anzupassen. Zuerst wollten wir auf Speck und Co. verzichten, man muss ja schließlich auch am Tag nach der Wahl noch glaubwürdig bleiben. Aber bevor wir die Ulli ganz verschrecken, habe ich mir gedacht, wird es auch eine kleine Fleischecke geben. Außerdem freuen sich (leider) auch ein paar andere in meiner Partei über so was.

Nächster schwieriger Punkt werden die Getränke: Was wird denn die Ulli gerne trinken? Kann sie sich auch mit Bionade oder Mate-Tee anfreunden? Ich bin mir ja nicht sicher, ob sie diese Sachen überhaupt kennt. Glaubst du, verlässt die Ulli für ihren Urlaub auch mal die heile Bergwelt? Und wenn ja, passt sie sich auch an die kulinarischen Gepflogenheiten im Ausland an? Ich will ja nicht, dass sie den ganzen Abend lang Durst leiden muss.

Für die Musik sorgt unser Tobe. Der kennt sich damit aus. Als ich ihn letztens darum gebeten habe, auch was zu spielen, das der Ulli gefallen könnte, wollte er sich gleich mit mir zoffen. Dem habe ich aber ganz schnell klar gemacht, wer hier auf Listenplatz 1 steht. „Dem Land Tirol die Treue" will er zwar nicht spielen, dafür haben wir uns auf ein bisschen Austropop geeinigt. „Die Internationale" und „Bella ciao" lassen wir sicherheitshalber weg.

Und wozu das Ganze? Hab ich mich auch gefragt. Ich sage dazu nur eins: Liebe deine Feinde. Damit schlage ich sie doch mit ihren eigenen Waffen, nicht?

Was ich dir außerdem nicht entgehen lassen will: Ich habe einen neuen Stadtflitzer. Nein, nicht was du denkst. Kein SUV! Ein Fahrrad! Und jetzt drück mir die Daumen!

Magdalena Jöchler

lebt und werkelt in Wien. Sie erzählt gerne Geschichten, die hoffentlich auch gelesen werden. Nein, sie ist nicht mediengeil.
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Liebes Tagebuch

Die geheimen Gedanken unserer Politikerinnen. BARFUSS sind die Tagebücher von Ulli Mair und Brigitte Foppa zugespielt worden. Über die Echtheit besteht kein Zweifel ;-)

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