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Klagelied einer Studentin

Lustig ist das Studentleben! „Work hard, party harder“, die Devise. Bis zur Bachelorarbeit. Da hört der Spaß dann auf.

Es gibt ganz schlimme Dinge im Leben. Zahnarztbesuche zum Beispiel. Wenn der Herr Doktor mit ernster Miene den Bohrer hervorholt und du weißt, gleich geht das verdammte Ding an und du kannst nichts tun, als dazuliegen und an die Decke zu starren. Nicht mal verhindern, dass dir die Spucke langsam die taube Wange entlang rinnt, kannst du. Oder dass du wie Walter Whites Sohn klingst, beim Smalltalk über Studium und Berufsaussichten mit wer weiß wie vielen Geräten im Mund. „Ach, du wirst nicht Lehrerin?“, meint dann noch Herr Doktor, ganz erstaunt, „aber Aushilfslehrerin?“. Also, trotz alledem – denk das nächste Mal daran – kannst du nach ein, zwei Stunden einfach die Doktortür hinter dir zumachen. Du wirst zukünftig zwar doch nicht gründlicher Zähne putzen – wem willst du was vormachen? –, aber zumindest hast du ein halbes Jahr lang Ruhe. Na, etwas länger, wenn du ehrlich bist.

So einfach ist es bei einer Bachelorarbeit nicht. Liebe Studierenden, ihr alle da draußen, die ihr es noch vor euch habt: Ja, Bachelorarbeiten sind ziemlich scheiße. Man wacht am Morgen auf, denkt „Bachelorarbeit“ und will nie wieder aus dem Bett kriechen. Am Abend denkt man „Bachelorarbeit“ und an den Tagen bis zum Abgabetermin und kriegt Alpträume. So schlimm ist das – und das zieht sich dann noch ein paar Monate hin. Und die fühlen sich an, wie jahrelanges Zahnziehen. Und wenn du zu den ganz Unglücklichen gehörst, musst du anschließend noch eine zweite Bachelorarbeit schreiben oder eine Masterarbeit. Gut, das ist vielleicht noch kein Grund, das Studium zu schmeißen. Aber scheiße ist es allemal. Ziemlich scheiße.

Denn dann sitzt man da am Schreibtisch. Die Hausböden sind gewischt, die Fenster geputzt, alle Teppiche ausgeklopft und dein Mitbewohner hat dir streng verboten, in seinem Zimmer Staub zu wischen. Jetzt kannst du also endlich in Ruhe schreiben. Na dann.... Ein Schluck Kaffee, ein Blick aus dem Fenster. Ein Blick auf die Bücher. Kurz mal Facebook. Ups, ein Stündchen ist vergangen. Ein Schluck Kaffee, ein Blick aus dem Fenster. Es schneit, es stürmt, die Welt stürzt ein. Ein Spaziergang wäre jetzt schön!

Nur leider hat der Mitbewohner keine Lust. Auf Kochen hat er auch keine Lust und eine Runde Mensch-ärgere-dich-nicht will er auch nicht spielen. Er will einfach nur mal ein bisschen alleine sein. Na gut...: „Das Phantasma der Selbstgeburt des männlichen Autors und der damit einhergehenden ästhetischen Nachwehen lässt sich in den ersten Fassungen des Baal geradezu mikrostrukturell nachverfolgen“ liest du, und plötzlich wird dir schmerzhaft bewusst... oje, oje... wann warst du denn das letzte mal beim Gynäkologen?!

Maria Laura Ebensberger

wollte schon als kleines Mädchen Journalistin werden. Oder Schauspielerin. Wenn ersteres nicht klappt, seht ihr sie demnächst im Kino, an der Seite von Johnny Depp.
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