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Katzelmacher im Ösiland

Das Kreuz mit der Identität. Klischees und Vorurteile helfen.

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Bild: Irina Ladurner

Wir Ösis. Dieser Ausdruck in der Tageszeitung „Der Standard“ wurde kürzlich auf Facebook diskutiert. Eine so abwertende Bezeichnung sei den piefkinesischen Nachbarn vorbehalten. So wolle man sich selbst nicht nennen. Und doch: Der Begriff vermittelt Gemeinschaftsgefühl. Da hinein fallen Freunderlwirtschaft, Wiener Schnitzel, begnadete Skifahrer und grottenschlechter Fußball. Das sind Vorurteile und Klischees, die Identität stiften – von der man sich lossagen und die man gutheißen kann. Und bei uns daheim? Die deutschsprachigen Südtiroler werden als „crucchi“ verteufelt, die italienischen bekommen die Retourkutsche: „De Walschen“, schimpft man. Und wir Südtiroler, fernab von Sprachenzugehörigkeiten? Sind wir crucchi oder Walsche? Auch wir wollen Klischees und Vorurteile – eine gemeinsame Identität.

Ein Blick zu den Ösis: „Katzelmacher“ heißen die Italiener hier. Der Begriff nahm bei den Grödner Holzschnitzern seinen Anfang. Irgendwann im einen oder anderen Weltkrieg wurde er zur abwertenden Bezeichnung für Gastarbeiter. Daran hängen Feindschaft, Ausbeutung und Kriegsschuld. Und Identität. Wenn österreichische Freunde mich so nennen, sich lustig machen über gestikulierende Italiener, dann halten sie sich an Klischees und Vorurteile. Wenn sie mich damit aufziehen, dass ich sogar beim Wort Banane ein KRRR dranhänge, dann werfen sie mich in einen Topf zu den Tirolern.
Ja, was nun? Soll ich versuchen, dem überzeichneten Bild der Südländerin gerecht zu werden? Soll ich Südtirols Selbstbestimmung fordern, um a echte Tirolerin zu werden? Nein. Denn wir sind, wie wir sind: „Ihr Südtiroler imma.“ „Ach de Südtirola.“ „Ihr seids scho a komisches Volk“, sagen meine Ösi-Bekannten. Südtirol ist Südtirol ist Südtirol. Das ist da, wo das komische Volk herkommt. Mit der komischen Sprache, irgendwo zwischen italienisch gefärbtem Dialekt und dem Hang zum KRRR. Da hinein fallen Stammtischwirtschaft, begnadete Skifahrer und exzellenter Fußball. Wie gut, dass auch wir Südtiroler Vorurteile und Klischees schaffen. Und sie erfüllen.
 

Irina Ladurner

lebt in Wien. Ausgezogen, um die Welt kennen zu lernen. In Wien die (Südtiroler) Heimat gefunden. Mag den Südtiroler Exotenbonus, das Wiener Dorf und die Rückkehr in die eine oder andere Heimat.
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so langsam wirds fad mit diesem junge südtiroler im ausland-gehabe. wien ist nicht alaska, also bitte genug jetzt mit diesem pseudo-kulturschock. gibt's keine anderen themen? hmm?

Gut gesagt erWien! Basta mit dem Südtirolzentrismus! Manchmal kommt es mir vor als wäre (das kleine, eigentlich insignifikante Südtirol) das Zentrum der Welt. Liebe Wien/IBK/Berlinstudenten...bis zum Schluss seid ihr zu 80% sowieso mit anderen Südtirolern unterwegs außer ihr entschließt euch für ein soziokulturelles Eremitendasein. Also tut nicht so als wärt ihr weit weit weg, eigentlich seid ihr draußen näher an euer Zuhause als je zuvor, denn heute wo alle Maturanten studieren gehen, ist sowieso kein Schwein mehr daheim in Südtirol. Ich glaube dass die modernen Dableiber eher einen Kulturschock erleben würden oder nennen wir es vielleicht besser Einsamkeit?

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