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Kälte und Knödel

Aufstehen um kurz nach fünf, putzen, Knödel rollen und ein Feierabendbier mit Blick auf die umliegenden Berggipfel – das ist das Leben auf der Alm.

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Bild: Petra Schwienbacher
Es war in meiner Stammbar, bei dem ein oder anderen Glas Wein. Ich fachsimpelte mit Michl und Hansi, zwei meiner Freunde, über den Sommer auf der Alm. Hansi wollte dieses Jahr das zweite Mal die Spitzenalm" übernehmen. Toll, dachte ich mir, das ist sicher ein super Erlebnis so ein Sommer auf der Alm  für mich wäre das allerdings nichts. Aber wie das Leben so spielt, irgendwie beschloss ich dann doch, diesen Sommer mitzugehen. Das Ganze hat auch seine guten Seiten. Endlich mal dem Alltag im Tal entfliehen und nicht jedes Wochenende, von Freitag bis Sonntag, feiern gehen. Das kann bestimmt nicht schaden, dachte ich und verbringe heuer meinen ersten Sommer auf der Alm.
 
Zwei Wochen vor Eröffnung laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Bevor wir uns auf der Hütte gemütlich einrichten können, steht zunächst eine Großreinigung auf dem Plan. Wir fahren über die holprige Forststraße bergauf, der Nebel wird immer dichter. Oben angekommen schweben schon die ersten Schneeflocken auf den braun-grünen Boden, und das knapp drei Tage vor dem meteorologischen Sommerbeginn. Eigentlich sollten jetzt saftiges Gras, wärmende Sonnenstrahlen und erste Bergbegeisterte das idyllische Almbild formen. Von wegen! Winterliche Temperaturen und ein Mix aus stürmischem Schneefall, Hagel und Regen bestimmen das frühsommerliche Wetter.
 
Eine gute Woche später ziehen wir endgültig in die Berge. Meine neue Adresse in den nächsten Wochen: die „Spitzenalm" im Ultental. Jetzt scheint sich auch das Sommerwetter langsam, aber sicher durchzusetzen. Endlich! Mein erstes, vorsichtiges Ré­su­mé nach wenigen Tagen auf der Alm: Hier ist es nicht viel anders als das Leben im Tal. Wir haben Strom und warmes Wasser, einzig auf Internet und Fernseher muss ich verzichten. Dafür lerne ich schon am ersten Tag „Lab biatn“ (ein Südtiroler Kartenspiel, Anm.d.Red.). 
 

Außerdem heißt es jetzt arbeiten: 300 Käse-, Speck- und Rote Beteknödel sowie 30 Liter Holunderblüten- und Rosmarinsaft (ja, der schmeckt wirklich) können wir nach den ersten Tagen verzeichnen. Ansonsten ist noch nicht viel zu tun auf der Alm. Die wenigen Gäste beschränken sich auf die Mittagszeit.

Gemeinsam hissen wir natürlich auch die traditionelle rot-weiße Fahne, die wie jedes Jahr zeigt: Jetzt ist Almzeit. Auf der vor gut 13 Jahren neu erbauten Schutzhütte, mutiere ich so langsam zur Frühaufsteherin und Kaffeetrinkerin. Jeden Morgen werden wir vom Gezwitscher der Amseln und den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne geweckt. Na ja, ich eigentlich mehr von den Hunden. Ihre innere Uhr scheucht mich täglich um viertel nach fünf Uhr morgens raus aus dem knarrenden Bett und rein in die klare Morgenluft. Der Tag zieht sich so in die Länge, bis die Abendsonne hinter dem „Hohen Dieb" wieder verschwindet. Und das Feierabendbier mit Blick auf die umliegende Bergkulisse schmeckt besonders gut.

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Petra Schwienbacher

mag große Hunde, ihre rote Rostlaube und Mamas Lasagne. Sie ist laut ihren Freunden immer lustig und labert gerne Blödsinn. Beim Schreiben kann sie aber auch ernst bleiben.
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Einen gewissen Reiz hat es schon, kann mir gut vorstellen wie schön es im Sommer auf der Alm sein muss - mal abgesehen von der Mittags- (und Abend-?)zeit :)

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