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Feliz Navidad

Es ist Weihnachten. Wir essen, trinken und tun auch einfach mal gar nichts.

Feliz navidad! Frohe Weihnachten! Was will man an diesem Tag sonst sagen. Die große Bescherung ist schon vorbei, heute wird gegessen und zusammengesessen und noch mehr Kekse gegessen und alle werden fett, aber das macht ja nichts. Weihnachten ist ja vorwiegend und hauptsächlich ein Fest der Familie, und bei der darf man ja sein, wie und was man will, theoretisch zumindest. An den Tagen, an denen man es sich zu Hause heimelig und gemütlich macht, ist es natürlich gut, wenn eine heimelige und  gemütliche Grundstimmung bereits unter dem Jahr vorhanden ist,  sonst werden die Feiertage mehr Qual denn Freude.

Vielleicht jammern deshalb viele so gern über Weihnachten, wer weiß, und ein Stress sei das und eine Hektik, da könne man gut darauf verzichten. Manchmal scheint es, als sei das Fest nur noch so eifrig zelebriert der Kleinen wegen, die sich das ganze Jahr über auf das Christkind und die Geschenke freuen. Und die Großen, die dem Ganzen schon seit ungefähr ewig überdrüssig sind, erbarmen sich halt und schmücken Bäume und legen Päckchen darunter und klingeln mit dem Glöckchen und tun so, als sei all das das Werk eines kleinen Kindes mit Engelsbagage. Dann werden die Augen und die Freude groß, und ehe man es sich versieht, muss man wieder 365 Tage warten.

Ist man aus dem Alter raus, in dem man an das Christkind glaubt, ist man eh bald in der Altersklasse drin, in der man dann, keine Woche später, schon wieder richtig Silvester feiern darf. Ein Jahr vorbei, ein neues vor der Tür, und alle stoßen um zwölf darauf an, wie die Zeit vergeht, und schmieden Vorsätze, die eh niemand so richtig halten will. Die über die Feiertage angefutterten Pfunde müssen weg  und dem Rauchen will man ein Ende machen, und überhaupt wird man viel gesünder leben und im Großen und Ganzen viel, viel besser sein, eine optimierte Version seiner selbst – mehr Sport, mehr Fleiß, mehr Liebe.

Ob das klappt sei dahingestellt, und vermutlich ist es gar nicht wichtig – wenn zu Weihnachten anscheinend auch nur der Gedanke zählt, kann zum neuen Jahr auch nur der gute Wille zählen? Oder liest der Nikolaus dann nächstes Jahr aus seinem Büchlein, aus unserem Kapitel vor: „xy hat sich stets bemüht“? (Das will doch niemand hören.) Und kriegt man für die bloße Bemühung dann auch ein volles Nikolaussackerl?

Wir gehen mal davon aus, dass man für die Mühe zumindest schon mal ein dickes Plus vermerkt bekommt, und das nimmt den Erfolgsdruck von uns an den Tagen, an denen sich die Produktivität eh in Grenzen hält. Ich bin da keine Ausnahme, es ist Weihnachten, ich muss essen und trinken und gar nichts tun, ich mag jetzt nichts mehr schreiben. Nur noch das eine: Frohe, frohe Weihnachten!

Vera Mair am Tinkhof

mag die deutsche Sprache, kämpft daher unermüdlich gegen notorische "besser als wie"-Sager. Barfüsslerin der ersten Stunde.
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