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Die Mädels kommen

Zwei Mädels aus der Großstadt sind bei uns und unterstützen uns eine Woche bei der Arbeit auf der Alm, wo es wieder mal heißt: Knödel drehen.

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Bild: Petra Schwienbacher
Karen und Hanna aus Deutschland unterstützen uns gerade fleißig bei unserer Arbeit. Die zwei 19-Jährigen kommen aus der Stadt, fühlen sich aber in den Bergen wie Zuhause. Besonders Karen, die bereits das sechste Jahr im Sommer für einige Zeit auf der Spitzenalm aushilft, freut sich riesig wieder da zu sein. Nach einer anstrengenden und langen Autofahrt aus Halle kommen sie müde auf 1.849 Metern Seehöhe an. Es regnet in Strömen. Die Blitze erhellen die Dunkelheit. Gemeinsam sitzen wir vor der Almhütte und bewundern das Naturspektakel. Um neun Uhr abends zieht der Himmel plötzlich wieder auf und offenbart ein wunderschönes Farbenspiel.
 
Am nächsten Tag geht es für Hanna und Karen schon los mit der Arbeit. Nichts mit Urlaub am Meer, was wohl die meisten in ihrem Alter machen würden. Karen geht zuerst in den Stall, um die Hirten beim Melken zu unterstützen. Das beherrscht sie besser als so mancher Bursche. Ihre Lieblingskuh ist die braune „Leni“, die schon vergangenes Jahr den Sommer hier auf der Alm verbringen durfte. 
 
Genug von Knödeln
 
Die beiden Freundinnen sind uns auch sonst eine große Hilfe, greifen uns beim Bedienen und beim Knödel drehen unter die Arme. Erleichterung! Denn ich muss zugeben, ich kann bald schon keine Knödel mehr sehen. Hansi macht leckeren Joghurt und Frischkäse und ich versuche mich am Marmeladekochen, was einmal hervorragend klappt und einmal eher in die Hose geht. Zu viel Zucker macht aus meiner Kirschmarmelade eher Bonbons. 
Die Kühe kommen nach dem Melken an den nahe gelegenen kleinen Spitzner See, wo die Hirten am Nachmittag einige Stunden auf dem Floß, mitten im kalten Nass, verbringen. Sie sammeln bereits Blumen für die Kränze beim Almabtrieb. Es dauert nicht mehr lange, die Zeit vergeht hier oben wie im Flug. Auch ein Termin für das Almfest, wo sich die Besucher beim Wettmelken messen können, steht fest: der 18. August.
 
Die gemeinen Haselnüsse
 
Karen und Hanna backen bereits am ersten Tag einen leckeren Limo-Kuchen. Dafür fragen sie nach „gemeinen Haselnüssen“. Verdutzt erkennen Michl und ich erst nach mehrmaligem Nachfragen, dass sie nach gemahlenen Nüssen gefragt hat und wir die hochdeutsche Sprache nicht verstanden haben. Karen bekommt die nächsten Tage noch oft scherzhaft die „gemeinen Haselnüsse“ von uns zu hören. 
 
Die Zeit mit den beiden ist toll. Endlich mal Mädels zum Quatschen. Ein fader Beigeschmack bleibt aber, die zwei Studentinnen können nur für eine Woche hier bleiben, und die geht viel zu schnell vorbei. Aber sie kommen wieder, vielleicht sogar noch dieses Jahr. Und wir freuen uns schon darauf, liebe Karen und liebe Hanna!

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Petra Schwienbacher

mag große Hunde, ihre rote Rostlaube und Mamas Lasagne. Sie ist laut ihren Freunden immer lustig und labert gerne Blödsinn. Beim Schreiben kann sie aber auch ernst bleiben.
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Die Reihenfolge ist lustig: "Die Kühe rollen an", "Die Schweine kommen", "Die Mädels kommen" :)

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