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Die Kids von nebenan

Der TV-Hit Dawsons Creek war ein Liebeswirrwarr sondergleichen: Mal knutscht blond mit blond, dann wieder blond mit brünett. Wer blickte da noch durch?

Finden die beiden Seelenverwandten Joey und Dawson endlich zueinander? Fünf Jahre, 128 Folgen, unzählige Tüten voller Chips und viele TV-Nachmittage mit meinen Freundinnen später endlich die Auflösung des Mysteriums …


Doch fangen wir von vorne an. Von 1998 bis 2003 war ich ein Riesenfan der Erfolgsserie Dawsons Creek. Mann, war das ein Drama, wenn ich auch nur fünf Minuten von einer Folge verpasst habe! Die Figuren sprachen mir einfach aus der Seele. Genau wie ich hatten sie mit Liebeskummer und mit den großen kleinen Dramen des Erwachsenwerdens zu kämpfen. Und sie waren keine superreichen Schnösel wie die aus Beverly Hills 90210. Sie waren ganz normal, oder besser gesagt, so normal wie eine Serienfigur halt sein kann.


Der filmbesessene und verträumte Romantiker Dawson von nebenan, die nette Nachbarin Joey, der rebellische Pacey und die erfahrene Jen. Dazu gesellen sich später die Geschwister Andie und Jack McPhee. Sie leben in der fiktiven Kleinstadt Capeside in North Carolina und sind alles andere als hippe It-Teens. Eher eine Ansammlung von Außenseitern und Nerds, und wahrscheinlich gerade deshalb miteinander befreundet. Oh, konnten die alles so schön bis ins kleinste Detail zerreden und analysieren! Für die unendlich tiefgründigen und philosophischen Gespräche über Gott und die Welt war die Serie berühmt. Und natürlich für das ewige Liebeswirrwarr zwischen Dawson und Joey. Die beiden sind beste Freunde aus Kindheitstagen, dann kommt die Pubertät und das Liebeskarussell beginnt sich zu drehen. Zuerst verliebt sich Joey in Dawson. Dieser hat aber nur Augen für die neue sexy Nachbarin Jen aus New York. Irgendwann bemerkt er, dass Joey doch ganz hübsch ist, und die beiden kommen zusammen. Und trennen sich dann wieder, weil Joey „sich selbst finden muss“, sie weiß nicht mehr „wo Joey aufhört und wo Dawson anfängt“. Naja … da hätte sie sich auch etwas Besseres einfallen lassen können. Denn eigentlich hat sie ja mit Jack rumgeknutscht. Mit dem sie dann auch zusammenkommt. Bis er bemerkt, dass er schwul ist. Irgendwann kommen Dawson und Joey wieder zusammen und wieder auseinander, dann funkt Pacey dazwischen. Nach vielen Folgen landen sie endlich im Bett aber trennen sich sofort, weil Dawson mit jemand anderem zusammen ist. Und was hat all das zu guter Letzt gebracht? Nichts!


Ich habe vergebens auf ein Happy End gewartet. In meinem Zimmer hingen Dawsons Creek Poster. Ich hatte die CD mit dem Seriensoundtrack. Und nach fünf Jahren muss ich herausfinden, dass Joey in Pacey die ewige Liebe findet?! Dawson bleibt zwar ihr Seelenverwandter und bester Freund und wird zum Trost ein bekannter Regisseur. Aber ich glaube, er weint Joey immer noch hinterher. Die Schreiberlinge der Serie hatten ursprünglich vorgesehen, dass die beiden am Ende zusammenfinden. Doch um das Paar Joey und Pacey hat sich ein großer Fan-Hype entwickelt, vielleicht auch deshalb, weil die beiden Darsteller Katie Holmes und Joshua Jackson in den ersten beiden Staffeln auch im echten Leben zusammenwaren.


Kürzlich hab ich gelesen, dass die Hauptdarsteller James van der Beek in der Rolle als Dawson, Katie Holmes als Joey, Joshua Jackson als Pacey, Michelle Williams in der Rolle von Jen und Kerr Smith alias Jack offen über eine Réunion nachdenken. Wird schwer werden, bei den vollen Terminkalendern ... Bis auf Meredith Monroe als Andie haben alle eine tolle Karriere hingelegt – vor allem die mittlerweile dreifach Oscar-nominierte Michelle Williams.

Julia Lanthaler

Hat ihre halbe Kindheit vor dem Fernseher verbracht, ist jetzt ständig online und würde ihre Zwergkaninchen gegen nichts auf der Welt eintauschen.
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