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Die Kühe rollen an

Urlaub für die Kühe und Arbeit für die Alm. Mit 52 Rindern im Stall geht das Almleben jetzt so richtig los und die Käseproduktion kann starten.

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Bild: Petra Schwienbacher
Mit dem „Ultner Kuh-Taxi“ – ja, der Tiertransporter heißt tatsächlich so – rollen die ersten Kühe der verschiedenen Bauern aus dem Tal bei uns hier oben an. Es gießt in Strömen, als die Letzten um 21 Uhr endlich in den Stall getrieben werden. Günther und Benedikt (Benny), unsere Hirten, sind noch bis spät in die Nacht im Einsatz. Nach wenig Schlaf heißt es für die beiden um vier Uhr aufstehen. Müde treiben sie die 52 Kühe in den langen Stall und beginnen mit vier Melkmaschinen ihre Arbeit.
 
Auch Hansi muss ab jetzt früher aufstehen, was bei tief hängendem Nebel und Schneefall Anfang der Woche besonders schwer fällt. Er beginnt mit der Käseproduktion. Nach dem Einfüllen der frisch gemolkenen Milch in den 800 Liter großen Kupferkessel, wird die Milch zunächst erhitzt, bis sich die Molke vom Milcheiweiß trennt. Nach etwa einer Stunde nehmen Michl und der Senner mit dem Käsetuch den sogenannten „Bruch“ aus dem Kessel und pressen das Wasser heraus. Den von Hand geschnittenen Käse füllen sie in Formen, wo er weiter gepresst wird. Anschließend gibt ihn Hansi ins Salzbad. Am nächsten Tag sind die ersten 15 Laibe bereits im Käsekeller. Jeden Tag macht er zudem etwa zwölf Kilogramm frische Butter, die übrigens ganz anders schmeckt als jene aus dem Supermarktregal. 
 
Mehr als zwanzig Tage bin ich mittlerweile auf der Alm und vor allem für die Gäste zuständig. Drei Radfahrer aus Österreich übernachten bei uns auf 1.849 Metern Meereshöhe. Die halbe Nacht feiern sie und packen eine Geschichte nach der anderen aus. Bei Hans Söllner und AC/DC fachsimpeln die Radler über die Südtiroler und die Österreichischen Skifahrer, über Italienische Fußballmannschaften und den ein oder anderen Alkoholabsturz in ihren unzähligen Alpenurlauben. Besonders begeistert sind sie von Hansi's Bart und nennen ihn scherzhaft Taliban der Alpen”. Es war zweifelsfrei ein unterhaltsamer Abend. Allerdings verlassen die Radfahrer die Alm am nächsten Morgen mit leichten Nachwirkungen. 

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Petra Schwienbacher

mag große Hunde, ihre rote Rostlaube und Mamas Lasagne. Sie ist laut ihren Freunden immer lustig und labert gerne Blödsinn. Beim Schreiben kann sie aber auch ernst bleiben.
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