Anzeige

Der Weltretter

Er bastelte Bomben aus Zucker, Salz und Unkrautvernichter: Vor bald 30 Jahren ging die erste Folge des Wiffzacks MacGyver über die Bildschirme.

macgyver_01.png

Bild: YouTube

Wie habe ich MacGyver geliebt! Mit seiner perfekt geföhnten Vokuhila-Welle schien er keinen Vornamen zu benötigen. Ich kann mich jedenfalls an keinen erinnern, bis ich ihn kürzlich gegoogelt habe: Angus. Seine Mission: Die Welt zu retten. Dabei befreite er sich aus brenzligen und ausweglosen Situationen, in die er als Geheimagent der der Phoenix Foundation hineingeriet, mit seinem schier unendlichen naturwissenschaftlichen Wissen. Mit einer Waffe habe ich ihn fast nie gesehen, die fiel ihm bei mancher Folge dann eher zufällig in die Hände. Er bevorzugte ausschließlich die gewaltfreie Lösung.

Dafür ging er nie ohne Taschenmesser oder Klebeband außer Haus. Was der alles wusste und in kürzester Zeit umsetzen konnte! Mit einer Büroklammer deaktivierte er den Zündmechanismus einer Rakete, mischte Salz, Zucker, Unkrautvernichter und Batteriesäure zu Bomben oder stellte mit Reisschnaps und Asche Tränengas her. Unglaublich! Er kämpfte gegen Diktatoren, Drogenbarone und natürlich gegen seinen Erzfeind Murdoch, der immer wieder erfolglos versuchte, MacGyver zu töten.

Ob da immer alles mit rechten Dingen zuging und seine Basteleien tatsächlich funktionierten, darüber streitet MacGyvers Fangemeinde heute noch im Netz. Mich interessierte das damals nicht. Inspirieren ließ ich mich aber doch: Einmal bastelte ich eine Fliegenklatsche aus Büroklammern, Papier, Gummibändern und Mikadostäbchen, mit der ich aber keiner Fliege etwas zu Leide hätte tun können. Vor gut 30 Jahren ging die erste Folge über den Bildschirm, bis 1992 liefen in sieben Staffeln 139 Episoden, 1994 gab es zwei Fernsehfilme. Vor Jahren hieß es mal, dass MacGyver ins Kino kommen würde, nachdem der Wiffzack für einen Mercedes-Werbeserie ein Web-Comeback gegeben hatte. Bisher habe ich vergeblich darauf gewartet.

Und was macht der Hauptdarsteller Richard Dean Anderson heute? Nach MacGyver hat er es nicht wirklich geschafft, einen ähnlichen weltweiten Erfolg zu landen, ist aber heute noch in Amerika als Produzent und Schauspieler recht gut im Geschäft. Anders als seine Serienkollegin Teri Hatcher, damals in der Rolle von Penny Parker. Später sorgte sie als Lois Lane in der Superman-TV-Serie und dann als verzweifelte Hausfrau Susan Delfino für Furore. Übrigens waren die beiden zu MacGyver-Zeiten ein Paar. Aber das ist eine andere Geschichte.

Julia Lanthaler

Hat ihre halbe Kindheit vor dem Fernseher verbracht, ist jetzt ständig online und würde ihre Zwergkaninchen gegen nichts auf der Welt eintauschen.
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Interview mit Netzaktivistin

„Jeder hat etwas zu verbergen“

Bürgerrechtsaktivistin Katharina Nocun hält wenig davon, auf Smartphone und Soziale Medien pauschal zu verzichten. Sie will eine offene Debatte - aber nicht mit allen.
0    
 | 
Interview mit Verena Pliger

„Ich bin kein Fan von Frauenquoten“

Verena Pliger ist die erste weibliche Direktorin der Wochenzeitung ff. Für echte Gleichstellung im Beruf bevorzugt sie alternative Methoden zur Frauenquote.
0    

4ugen

„Schw4rz“ ist das Soloprojekt des ehemaligen Gitarristen der Band UKOG. Gemeinsam mit Daniel Faranna präsentiert der 33-jährige Philipp Schwarz den Song „4ugen“.
 | 
Mode-„Psychosoph" Roland Novak

Du bist, was du anziehst

Roland Novak über die Unerträglichkeit von Männern in Flip-Flops, die Erfindung des Marketings durch die Nazis und das Mobilisierungspotential von Politiker-Kleidung.
0    
 | 
Südtiroler Kultur-Highlight

Der Schaukler von Prokulus

Er ist das vielleicht berühmteste Stück Südtiroler Kirchenmalerei: der Schaukler im Naturnser Prokulus-Kirchlein. Doch das über 1.300 Jahre alte Gotteshaus hat noch viel mehr zu bieten, das Museum ebenso.
0    
Anzeige
Anzeige