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Brigitte im Wunderland

Brigitte wird gerade viel zugetraut. Das bringt sie zum Träumen.

Liebes Tagebuch,

uns Grünen geht es im Moment ja wirklich gut. Wenn man die SVP-Umfrage ernst nehmen kann, dann schaut es mal wieder richtig gut für uns aus. Aber ja, wir wissen auch, dass das bei uns Grünen meistens so ist. Und dann rutscht das Kreuzchen in der Wahlurne doch immer wieder auf das Edelweißsymbol. Und nicht nur die Umfrage, die Tageszeitung hat mich gleich auf den Posten der Kulturlandesrätin gehoben. Das ist natürlich alles zu früh und mit Vorsicht zu genießen, habe ich gleich gesagt. Aber ein bisschen ins Träumen bin ich schon gekommen. Wie es denn so wäre als Landesrätin, als Nachfolgerin von Sabina Kasslatter-Mur.

Erstmal denke ich da an das Büro. Da bräuchte ich natürlich viele, viele Pflanzen für frische Luft und gute Gedanken. Kunst kommt erst ganz weit hinten. Überhaupt müsste ich da mal alles rausschmeißen. Angefangen bei den Büromöbeln über das Kreuz bis hin zur Sekretärin. Mit Untertanen tumensa ich mich ja prinzipiell schwer.

Als nächstes ist dann der Dienstwagen dran. Den kann ich gleich ganz abschaffen und durch ein neues Stadtrad ersetzen. Die Fahrradständer vor dem Landhaus, die der Herr Mussner für überflüssig befunden hat, werden dann wieder aufgestellt. So viel Macht habe ich dann ja! Für die Fahrten ins Land hinaus wird mir schon der Umweltlandesrat, der dann sicher auch ein Grüner ist, seinen leihen.

Und was ich als Landesrätin für Kultur und Schule dann erst alles durchbringen könnte! In den Mensen würde dann endlich ein Veggie-Day eingeführt. Von den Schulmensen schwappt das Konzept dann auf das ganze Land über, immerhin hat man sich früher aus religiösen Gründen an den fleischlosen Freitag gehalten. Dürfte für meine frommen Mitmenschen nicht allzu schwierig werden. Ach Gott... ich muss aufhören mit dieser Träumerei, das bringt mich nirgendwo hin. Besser, ich kümmer mich um unseren Wahlkampf. Seit Samstag haben wir ja ein ganz neues Programm!! Unser Kernthema: Umwelt. Da staunst du was?

Magdalena Jöchler

lebt und werkelt in Wien. Sie erzählt gerne Geschichten, die hoffentlich auch gelesen werden. Nein, sie ist nicht mediengeil.
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Liebes Tagebuch

Die geheimen Gedanken unserer Politikerinnen. BARFUSS sind die Tagebücher von Ulli Mair und Brigitte Foppa zugespielt worden. Über die Echtheit besteht kein Zweifel ;-)

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