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Der Mäuseprozess

Vor knapp 500 Jahren fand in Glurns einer der wohl ungewöhnlichsten Prozesse der Südtiroler Geschichte statt. Auf der Anklagebank: Mäuse.

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Bild: Edition Raetia

Glurns ist eine der schönsten und geheimnisvollsten Ortschaften im wunderschönen Vinschgau, der an sich schon reich an historischen Bauten, Burgen, Schlössern und rätselhaften Geschehnissen ist. In diesem Städtchen, das schon seit dem 13. Jahrhundert landesfürstliches Gericht war, fand einer der sonderbarsten Prozesse der beginnenden Neuzeit statt: der sogenannte Mäuseprozess. Ein Vertreter der Gemeinde Stilfs hatte beim Stadtrichter von Glurns Klage gegen die Mäuse erhoben, die auf den Feldern des oberen Vinschgaus großen Schaden anrichteten. Der Prozess, der nach den Gesetzen des römischen Rechts geführt wurde, begann am 26. Oktober 1519 und ging nach langen Verhandlungen, Zeugenvernehmungen und Debatten am 2. Mai 1520 zu Ende. Das Urteil? Die Mäuse wurden aus der Stadt verbannt, aber es wurde ihnen ein neues Gelände in Etschnähe zugewiesen. Sie wurden auf einer eigens erbauten Brücke zu ihrer neuen Heimstatt geleitet, die nach ihrem Durchzug wieder abgebrochen wurde.

Nachzulesen im Buch „Südtirol. Ein kurioser Reiseführer“, soeben erschienen in der Edition Raetia.

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