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Stiftung Südtiroler Sparkasse

Zweimal unvergleichlich

Das Hotel Schloss Englar in St.Michael-Eppan ist historischer Gastbetrieb des Jahres 2020. Das Berghotel Ladinia in Corvara erhält eine besondere Auszeichnung.

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Das Schloss Hotel Englar in Eppan

Bild: Stiftung Südtiroler Sparkasse

„Es gibt mehr als sechzig Schlösser und Ansitze im Überetsch, dennoch ist Schloss Englar in St. Michael-Eppan in mehreren Hinsichten einzigartig“, sagt Konrad Bergmeister. Für den Präsidenten der Stiftung Südtiroler Sparkasse atmet das Hotel Schloss Englar Tradition, Geschichte und Stil, die Atmosphäre ist überwältigend, weil alles real, nicht virtuell ist.

Prämierung der historischen Gastbetriebe 2020 im Hotel Schloss Englar in Eppan

Bild: Stiftung Südtiroler Sparkasse

Gemeinsam mit der Abteilung Denkmalpflege und dem Hoteliers- und Gastwirtverband (HGV) hat die Stiftung Südtiroler Sparkasse wieder zwei herausragende Gastbetriebe ausgezeichnet. Neben Hotel Schloss Englar wurde das Berghotel Ladinia in Corvara der Familie Costa mit einer besonderen Auszeichnung bedacht. Der in den 1930er Jahren erbaute Berggasthof in Corvara überzeugt laut Jury durch authentisches Flair sowie exzellente Gastlichkeit. Der Wettbewerbskoordinator und Architekt Wolfgang von Klebelsberg beschreibt den Gastbetrieb als eines jener seltenen Beispiele, in welchem Historizität, Heimat, Gemütlichkeit und Vertrautheit in natürlicher Erneuerung harmonisch und stilvoll präsentiert werden. Damit dies gelingen konnte, hat die Familie Costa ein auf der Gemeinwohlökonomie beruhendes ethisches Wirtschaftsmodell etabliert, welches das Wohl von Mensch und Umwelt zum obersten Ziel erklärt. Wie im Ladinia gezeigt wird, sind Entschleunigung, Ökologie und Innovation auch in der Hotellerie möglich und üben auf die Gäste einen großen Anreiz aus.

Das Berghotel Ladinia in Corvara

Bild: Stiftung Südtiroler Sparkasse

Der Hauptpreis ging diesmal aber ins Überetsch: Die Eltern der jetzigen Besitzer, Ernst und Edith Grafen Khuen-Belasi, haben 1980 den Westflügel von Schloss Englar in St. Michael-Eppan in ein Hotel adaptiert und damit, laut Jury, einen der wertvollsten historischen Gastbetriebe im Überetsch geschaffen. Es verbindet bis heute als Familienbetrieb Wohnen und Arbeiten der Eigentümer mit der qualitätsvollen Unterbringung von Gästen. Besonders unterstrichen wird auch der behutsame und schöne Umbau der Zimmer im Jahr 2015. „Die Auszeichnung würdigt zu Recht die bedachtsame, ja heilsame Führung des Gastbetriebes durch die gräfliche Familie Johannes und Maria Khuen-Belasi“, so Konrad Bergmeister.

In der von der Stiftung Südtiroler Sparkasse herausgegebenen Broschüre zum Wettbewerb gibt die Kunsthistorikerin Waltraud Kofler Engl in ihrem Beitrag „Englar in St. Michael-Eppan. Vom Adelssitz zum Hotelbetrieb“ einen Überblick über die Bau- und Nutzungsgeschichte, deren Beginn auf das Ende des 14. oder den Anfang des 15. Jahrhunderts datiert wird. Ab 1441 entstand das dreigeschossige Gebäude in seiner heutigen Dimension, ab 1481 wurde das steile spätgotische Walmdach mit gemauerten Giebeln errichtet. 1522/23 wurde Schloss Englar nochmals erweitert, beide Baukörper wurden miteinander verbunden. Vor bald 400 Jahren (1621) kam das Schloss in den Besitz der Grafen Khuen-Belasi, die es noch heute besitzen und bewohnen.

Innenansicht des Hotels Schloss Englar

Bild: Stiftung Südtiroler Sparkasse

Bei historischen Bauten geht es laut Kofler Engl stets um weit mehr als um Baukörper und architektonische Details. Das gilt ganz besonders für Schloss Englar. Die Gäste „erlebten von der Einbettung des Bauensembles in die Kulturlandschaft über die Freiräume und Gärten bis zu den Aufenthalts- und Schlafräumen gehobene sowohl historische als auch zeitgenössische Aufenthalts- und Wohnkultur“, schreibt die Kunsthistorikerin. Für Kofler-Engl zeigt Englar einmal mehr, dass sich Erhaltung von historischer Bausubstanz und Wohnkultur mit heutigen Ansprüchen an ein Hotel verbinden lässt und auch wirtschaftlichen Weiterbestand garantiert.

Der Wettbewerb „Historischer Gastbetrieb des Jahres“ würdigt Hoteliers und Gastwirte, welche mit der Weiterführung und Pflege ihres historischen Betriebes wahre Kulturarbeit leisten im Sinne von Identität, Authentizität und Kontinuität. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Best-of der Südtiroler Tourismusgeschichte, vom Hotel Drei Zinnen in Sexten-Moos bis zum Hotel Elefant in Brixen. Mehr Informationen über den Wettbewerb ist über www.historischergastbetrieb.it abrufbar, die Wettbewerbsbroschüre „Der historische Gastbetrieb 2020“ ist erhältlich bei der Stiftung Sparkasse, Talfergasse 18, Bozen, dem HGV, Schlachthofstraße 59 und dem Amt für Bau- und Kunstdenkmäler, Armando-Diaz-Straße 18 , Bozen.

 

 

 

 

 

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