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Generation Handwerk

Vielfalt Handwerk

Die Imagekampagne „Generation Handwerk“ zeigt Südtirols Jugend Perspektiven auf und gibt spannende Einblicke in verschiedene Berufsbilder. lvh-Präsident Gert Lanz im Interview.

Im Bereich Handwerk gibt es hierzulande über 90 Berufsbilder, über 3.000 Ausbildungsbetriebe und über 40.000 Beschäftige in 13.400 Betrieben. Handwerk ist vielseitig. Es ist noch viel mehr, als im ersten Moment mit dem Begriff assoziiert wird. Nicht nur Tischler oder Fliesenleger sind Handwerker, sondern auch Grafikdesigner oder Friseure. Und doch hat der Begriff Handwerk ein etwas verstaubtes Image. Das will der lvh ändern.

Mit der neuen Imagekampagne „Generation Handwerk“ soll die Vielfalt des Handwerks gezeigt werden, Informationen und Inspirationen, sowie wichtige Adressen rund ums Südtiroler Handwerk sollen eine breite Öffentlichkeit erreichen. Betriebe werden aufgegriffen und spannende Einblicke in die Berufsbilder des Handwerks gewährt. Zwischen Traditionen und neuesten Technologien, Kreativität und Talent. Generation Handwerk ist jung und alt, Lehrling und Meister, Friseurin und Tischler.

lvh-Präsident Gert Lanz gibt im Interview Einblick in die neue Imagekampagne „Generation Handwerk“.

Warum wurde die Imagekampagne „Generation Handwerk“ ins Leben gerufen? 
Die Kampagne soll junge Leute motivieren, ein Handwerk zu erlernen, aber auch den Stellenwert des Handwerks in der Gesellschaft erhöhen. Sie soll einfach die Bedeutung vom Handwerk in Südtirol stärken. Wir wollen darauf hinweisen, wie vielseitig und weitreichend Handwerk eigentlich ist, zwischen Tradition und Moderne, und wie viele Berufe es im Handwerk gibt. Handwerk bietet unzählige Möglichkeiten – sei es für junge oder ältere Leute, bei Neugründung eines Unternehmens oder der Übernahme eines Traditionsunternehmens.

Was ist alles Handwerk? 
Es gibt 400 verschiedene Tätigkeiten, die momentan in den Bereich Handwerk fallen. Handwerk sind auch Betriebe, an die man vielleicht nicht gleich denkt, wie zum Beispiel Autotechniker, Elektriker, Reinigungsfachkräfte. Oder Berufe im Bereich Grafik, Medien und Design. Es fallen heute auch Berufe in den Bereich Handwerk, die es vor einigen Jahren so noch nicht gab, wie zum Beispiel Betriebe, die sich auf Reparaturen von Handys oder Tablets spezialisiert haben.
Handwerk ist eben breit gefächert. In manchen Berufen arbeitet man mit Menschen oder Lebensmitteln, in anderen ist man auf Montage im Ausland unterwegs. Für uns gehören alle Betriebe, die in Aus- und Weiterbildung investieren, die Tätigkeiten ausführen, die langfristiges Denken haben, die für Qualität stehen, zum Handwerk. 

Warum braucht das Handwerk ein neues Image?
Generation Handwerk ist in erster Linie eine Möglichkeit, die Qualitäten des Handwerks wieder stärker darzustellen. Auf der anderen Seite ist es eine Möglichkeit, über die Grenzen hinaus zu schauen. Was kann heute ein Betrieb in Südtirol leisten, wo sind wir gut, worin haben wir Erfahrung? Insofern ist die Kampagne in mehrere Richtungen orientiert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Wir wollen der Jugend Perspektiven aufzeigen und zeigen, wie sehr sie sich in den Betrieben entwickeln können, dass sie sich auch selbst eine Existenz aufbauen können. Wir wollen Berührungsängste abbauen.

„Lust auf Südtiroler Handwerk“: Screenshot der Website zur Kampagne „Generation Handwerk“ des lvh

Bild: lvh (generation-h-net)

Wie werden junge Leute erreicht und warum ist es so wichtig, dass junge Leute ein Handwerk erlernen?Das Wissen und die Werte sollen an die junge Generation weitergegeben werden, aber junge Leute bringen auch eine neue Dynamik in die Betriebe. Es gibt tolle Möglichkeiten in den Betrieben und auch gute Verdienstmöglichkeiten. Auch wenn es anfangs wenig ist, wird man in einer Lehre vom ersten Tag an bezahlt. Wenn man eine Oberschule besucht, bekommt man erstmal in den nächsten fünf Jahren nichts. 
Das sind Sachen, auf die wir stolz sein können. Wir möchten, dass sich junge Menschen wieder trauen, einen Handwerksberuf zu erlernen. Mit der Band Mainfelt, die uns tatkräftig unterstützt, erreichen wir viele junge Menschen. Auch durch soziale Medien möchten wir Jugendliche ansprechen.

Hat das Handwerk wirklich Imageprobleme?
Naja, es machen zumindest immer weniger junge Leute die duale Ausbildung, das ist effektiv so. Wobei wir die Erfahrung gemacht haben, dass gerade Leuten mit der dualen Ausbildung anschließend alle Türen offenstehen. Egal in welchem Sektor sie später arbeiten, sie sind gefragt, weil sie eine gute Ausbildung genossen und bereits Erfahrung gesammelt haben.

Gibt es in jedem Handwerksberuf duale Ausbildungen?
Bei den meisten, ja. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Betrieb in Südtirol ist, die Schule aber im Ausland, zum Beispiel in Innsbruck.

Es gibt über 90 Berufsbilder und über 3.000 Ausbildungsbetriebe in Südtirol. Welcher Beruf ist am gefragtesten?
Das ändert sich mit der Zeit immer. Es gibt Phasen, in denen viele zum Beispiel Tischler lernen möchten, dann Phasen, in denen viele Mechaniker werden wollen. Das schwankt.

Planen Sie noch weitere Aktionen, um das Handwerk attraktiver zu machen? 
Generation Handwerk taucht immer wieder auf verschiedenen Veranstaltungen auf. Zudem versuchen wir, die Imagekampagne noch mit weiteren Ideen zu verknüpfen.

Mehr Informationen zur Kampagne „Generation Handwerk“ findet ihr hier

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