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Sieben Tipps für den Almsommer

Jedes Jahr im Juni werden Schafe, Rinder und Ziegen von den Hirten auf die Alm getrieben. Sieben Tipps für einen erfolgreichen Almsommer aus „Über Gletscher und Grenzen“.

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Bild: Edition Raetia
  1. Unentwurzelbar, bodenständig, zäh und ausdauernd sollten die Hirten sein, ausgestattet mit einer guten Beobachtungsgabe, Verantwortungsbewusstsein, Tierliebe und großer körperlicher und seelischer Belastbarkeit.
     
  2. Über den Arbeitserfolg entscheidet, ob die Hirtin ungebeten tagelang in feuchten Bergschuhen den Rindviechern nachstoffelt oder der Zusenn auch dann noch verantwortungsbewusst – und grummelnd – im kalten Keller Butter knetet, wenn der Hüttensegen sturzschief im Steilhang hängt.
     
  3. Vertrautheit mit dem Weidegebiet und seiner Umgebung sowie den Wetterverhältnissen am Berg sind vonnöten. „Bei welchem Wetter du welche Runde gehst, damit musst du dich befassen“, rät Fortunat Gurschler, langjähriger Hirte der Alminteressentschaft Niedertal.
     
  4. Ein allen Schafrassen innewohnender Urtrieb ist die Flucht in Gefahrensituationen, was ein hohes Maß an praktischem Einfühlungsvermögen in die Tiere erfordert. „Du musst schon vorher wissen, wohin das Tier rennt. Den Gedanken, den das Schaf hat, musst du schon vorher im Kopf haben.“
     
  5. Unruhig werden die Tiere, wenn ein Wetterwechsel naht. Auf plötzliche Wetterumschwünge müssen die Hirten reagieren und die weit verstreuten Tiere auf die Ebenen treiben, damit sie sicher sind.
     
  6. Eine alte Faustregel besagt, dass von 100 Stück Vieh, die die Sommermonate auf der Alm verbringen, ein Tier stirbt und eines vermisst wird. „Die Verluste steigen, wenn neue Tiere hinzugenommen werden, die sich nicht auskennen. Hüpft eines in den Bach, hüpfen alle hinterher.“
     
  7. Fühlt man sich auf der Alm allein? „Einsam ist man, wenn das Herz im Tal bleibt“, so Katharina Brueggebors, die als Hirtin für die Malser Bauern arbeitete.

„Die Alten haben das Wissen, das vergeht nicht, aber es braucht Typen, die das weiter durchziehen, sonst stirbt es aus“, meint Fortunat Gurschler. Es bleibt zu hoffen, dass viele junge Frauen und Männer sich weiterhin für diese wichtige Tradition begeistern können und sie am Leben halten.

Wir wünschen allen einen guten Almsommer!


Mauro Gambicorti | Anja Salzer
Über Gletscher und Grenzen
Die jahrtausendealte Tradition der Transhumanz in den Alpen
Euro 28,00
Mit über 450 Bildern
Hardcover | 24 x 28,5 cm | 256 Seiten
ISBN: 978-88-7283-592-0

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