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Evolutionspädagogin Dorothea Kofler Klotzner

Lernen leicht gemacht

Dem Lernen die Leichtigkeit zurückgeben, darum geht es Dorothea Kofler Klotzner. Die Evolutionspädagogin löst mit einer speziellen Therapie Blockaden bei Schülern und Erwachsenen.

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Dorothea Kofler Klotzner

Foto: 
Lisa Maria Kager

„Die Chance auf einen Neustart haben wir jeden Tag“, sagt Dorothea Kofler Klotzner. Seit 17 Jahren ist sie diplomierte Lernberaterin, praktische Pädagogin und Evolutionspädagogin und spricht mit ihren Behandlungstechniken nicht nur Schüler, sondern auch Eltern und Lehrer an. „Lernen leicht gemacht“ ist das Grundprinzip, mit dem die Naturnserin für jeden Schüler ein individuelles Coaching-Programm konzipiert. Mit einem gezielten Trainingsprogramm aus der Evolutionspädagogik können Vernetzungen im Gehirn aktiviert und die Lernstabilität gefördert werden.

Frau Kofler Klotzner, Sie sind Evolutionspädagogin. Worin besteht Ihre Arbeit?
Mein Arbeitsfeld beginnt mit dem Schulfähigkeitstest im Vorschulalter und inkludiert Grund-, Mittel- und Oberschüler, sowie Eltern-, und Lehrerfortbildungen. Ebenso gebe ich Lernseminare für Schüler in Schulen und Bildungsstätten.

Wie sieht so eine Lernberatungsstunde aus?
Ich erstelle ein individuelles Coaching-Programm. Dabei beginne ich immer mit der Stärkung des Urvertrauens, das der Initiator für Lernmotivation ist. Das Verhalten des Kindes wird oft aus der unbewussten Ebene reflexartig gesteuert, anstatt aus der Verstandsebene. Mit seinem Verhalten spricht es zu uns Erwachsenen. Bei Mittel- und Oberschülern beinhaltet das Coaching-Programm hingegen Methoden für effizientes Lernen in kurzer Zeit und das Brain-Management.

„Wenn man an sich glaubt, klappt alles viel besser.“

Auf Ihrer Website liest man, dass Sie viel mit dem Urvertrauen arbeiten. Spielt das beim Lernen auch eine Rolle?
Auf jeden Fall. Der erste Schritt ist immer der, das Urvertrauen wieder zu erwecken. Wenn man an sich glaubt, klappt alles viel besser.

Wie schafft man es, als außenstehende Person das Urvertrauen in jemand anderem zu erwecken?
Im Gehirn sind bestimmte Verhaltensmuster festgefahren, die es zu verändern gilt. Wenn jemand kein Urvertrauen hat, denkt er ständig: „Ich kann das nicht.“ Dabei kann jedes Kind eigentlich immer mehr, als es nicht kann. Jeder hat ein Talent, das jemand anderer so nicht hat. Wir müssen das Kind deshalb zuallererst in seiner Persönlichkeit stärken. Ich kann einem Schüler die besten Lerntechniken vermitteln – wenn er sich nicht zutraut, dass er etwas kann, wird er sie auch nicht anwenden.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Ich beobachte und nehme wahr, was mir das Kind mit seinem Verhalten und seiner Sprache mitteilt. Dann hole ich das Kind dort ab, wo es sich befindet und arbeite mit einem gezielten Trainingsprogramm seine Defizite auf.

Das Lernen ist in unserer Gesellschaft meist negativ konnotiert, oder?
Lernen wird immer mit etwas Schwierigem in Verbindung gebracht. Das Gehirn speichert die Lernsituation zusammen mit der entsprechenden Emotion ab. Das heißt, es speichert im Paket und liefert auch im Paket. Dem Lernen wieder die Leichtigkeit zurückgeben, darum geht es mir.

Woher kommt eine Lernschwäche eigentlich?
Das kann vielerlei Gründe haben. Mangelndes Urvertrauen, Ängste, negative Lernerfahrung, Lern- und Zeitdruck, Stress im Lernalltag und so weiter. Anhand des Stufenmodells kann ich dann erkennen, was mangelhaft entwickelt wurde oder wo Defizite bestehen und dort gezielt ansetzen.

Wie gehen Sie dann vor?
Wenn ich ein Beispiel nennen darf: Das Bewegungskind hat nur die Bewegung als Ausdruck zur Verfügung und nicht das Innehalten. Mit dem Modell aus der Evolutionspädagogik wird auch das Innehalten trainiert, damit das Kind die Wahl hat, situationsbezogen zu agieren. Wenn es im blockierten Verhaltensmuster feststeckt, hat es keine Wahl.

„Wir Erwachsene kennen oft nicht die Zusammenhänge, warum sich das Kind so und nicht anders verhält.“

Lehrer und Eltern denken bestimmt oft, das Problem liege beim Kind.
Genau so ist es. Wir Erwachsene kennen oft nicht die Zusammenhänge, warum sich das Kind so und nicht anders verhält.

Also sind weder Eltern noch Kind oder Lehrer Schuld an einer mangelhaften Entwicklung?
Niemand ist Schuld daran. Das passiert einfach so. Bestimmte Ereignisse können eine mangelhafte Entwicklung auslösen. Als Evolutionspädagogin muss ich aber nicht wissen, woher das Problem kommt. Das ist eine Entlastung für die Familie, für Mutter und Kind. Ich arbeite nur an der Ist-Situation. Also daran, was das Kind in seiner Stresssituation genau wahrnimmt.

Und wann sollten Eltern dann zu Ihnen kommen?
Wenn das Thema ein Stressthema wird und im Alltag Dimensionen annimmt, die für Kind und Familie zur Belastung werden. Zum Beispiel in Form von Aggression, Nägel kauen, Konzentrationsschwierigkeiten, Lernverweigerung und so weiter.

Helfen Sie dem Kind schließlich auch beim Lernen?
Meine Unterstützung ist das individuelle Coaching-Programm, das das Kind täglich in seinem Lernalltag umsetzen muss. Als praktische Pädagogin begleite ich das Kind in einem bestimmten Zeitrahmen.

Und was vermitteln Sie den Lehrern in Ihren Seminaren?
Ich vermittle ihnen, welche Hilfestellung sie den Schülern in ihrem Lernalltag geben können. Wichtig ist aber auch, die eigene Persönlichkeit zu stärken, um Herausforderungen besser meistern zu können.

„Jetzt kommt das zweite Semester und alle Karten werden neu gemischt.“

Wie viele Beratungseinheiten braucht es bis zum Erfolg?
Für Lerntechniken und Lernplanung kommen Schüler oft auch nur einmal. Das Coaching-Programm gebe ich hingegen nach einem festgelegten Zeitraum als Eigenverantwortung an das Kind weiter – das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es hat dann ein Handwerkszeug, das es in Stresssituationen anwenden kann.

Haben sich die Kinder in den letzten 17 Jahren in ihrem Lernverhalten denn verändert?
Ja. Heute lastet ein enormer Druck auf sie: Druck von außen, aber oft auch Druck, den sie sich selber machen, um dem System Rechnung zu tragen. Ein Entwicklungsprozess braucht Zeit, aber die steht nicht mehr zur Verfügung – vor allem Kindern, die anders denken, sehen und hören, die die Welt anders wahrnehmen. Für sie besteht die Gefahr, durch das Raster zu fallen.

Was geben Sie als letzten Tipp mit auf den Weg?
Jedes Kind ist eine Persönlichkeit und will getragen und gehalten werden. Mit der Kraft des Urvertrauens kann es seine Talente und Fähigkeiten entwickeln und ist für die Herausforderungen des Lebens gerüstet. Das Kind braucht eine positive Lerneinstellung, das Zutrauen und die Sicherheit, dass es etwas kann. Diesen Vertrauensbonus können wir täglich vermitteln, in der Schule und Zuhause. Jeder Tag beinhaltet die Chance, neu durchzustarten. Jetzt kommt das zweite Semester und alle Karten werden neu gemischt.

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