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Sprachenmediatheken

Kunterbuntes Sprachenlernen

In den Sprachenmediatheken in Bozen und in Meran ist autonomes Sprachenlernen auf vielen Wegen möglich – mit wenig Zeit und ohne Geld.

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Bild: Riccardo Di Curti

„Wer Sprachen selbst lernen möchte braucht Motivation, klare Ziele und natürlich Spaß“, meint Daniela Zambaldi, die Koordinatorin der Sprachenmediatheken in Bozen und in Meran. Wie in jeder öffentlichen Bibliothek kann man sich in den beiden Sprachzentren kostenlos einschreiben, um alle Dienste zu nutzen. Was einen dann in der Bozner Kapuzinergasse und am Sandplatz in Meran erwartet, ist doch anders als in einer normalen Bibliothek; das Angebot umfasst Bücher und Software, iPods und Nintendo, CDs und DVDs, Computer, aber auch Konversation und Beratungen für das autonome Lernen von Sprachen für Groß und Klein.

Frau Zambaldi, warum ist jemand, der eine Sprache lernen möchte, in der Sprachenmediathek genau richtig?
Weil wir sowohl im Multisprachzentrum in Bozen, als auch in der Sprachenmediathek in Meran ein riesiges Angebot an Medien haben, die das Lernen von Sprachen erleichtern. Zudem finden Sie hier immer fachkundige Berater, die Sie auf Wunsch auf Ihrem persönlichen Lernweg begleiten. Wir helfen unseren Nutzern dabei, ihre Bedürfnisse zu erkennen und gehen mit ihnen gemeinsam auf diese ein. Das macht das Lernen einfacher und effizienter.

Bild: Daniela Zambaldi

Welche Ressourcen werden genutzt?
Wir bieten unseren Nutzern eigentlich alles an, was die Multimedia-Welt zu bieten hat, von Filmen über Bücher bis hin zu Nintendo-Spielen. Zudem haben wir einen eigenen YOUTUBE-Channel mit vielen Lernvideos. Auf unserer Internetseite findet man Links zu Webseiten, die dem Sprachenlernen dienen. Alle Seiten und Anwendungen werden von unseren Mitarbeiterinnen getestet und evaluiert.  

Worauf sollte man achten, wenn man eine Sprache lernen möchte?
Es geht in erster Linie um Eigenverantwortung und Autonomie beim Lernen. Wir müssen Verantwortung übernehmen für das eigene Lernen und für das Ziel, das wir anstreben. Das gilt aber nicht nur für die Sprache; der eine möchte Philosophie-Bücher in Originalsprache lesen, ein anderer hat eine russische Verwandte und möchte mit ihr kommunizieren, und so mancher möchte einfach nur die Zweisprachigkeitsprüfung schaffen. Es gibt viele Gründe für das Erlernen einer Sprache. Aber solange ich die Begründungen und die Ziele nicht klar definieren kann, tue ich mich schwer, bewusst die notwendige Motivation zu finden und in aktives Lernen umzusetzen.

In den Schulen wird selten nach persönlichen Zielen gefragt …
Wir senden regelmäßig Einladungen an Schulen und Lehrer, und viele kommen neugierig und offen zu uns, damit wir ihnen unser Konzept näherbringen und sie darin unterstützen, das Interesse der Schüler zu wecken. Auch das Selbstbewusstsein der Schüler wird durch neue Kenntnisse gestärkt. Es ist nie zu früh und nie zu spät für eine neue Denkweise!

Wie alt sind Ihre Nutzer?
Wir haben Nutzer aller Altersklassen und aller Sprachgruppen. Rund ein Fünftel unserer Besucher sind Menschen aus anderen europäischen und außereuropäischen Landern, die bei uns damit beginnen die Südtiroler Landessprachen zu lernen.

Wie viele Sprachen kann man in den Sprachenmediatheken erlernen?
An den verschiedenen Spracheninseln der Mediatheken kann man autonom etwa 30 Sprachen lernen, wobei zehn besonders gefragt sind. Und wenn es besondere Anfragen gibt, kaufen wir gerne neue Materialien dafür an. Die Vorschläge unserer Nutzer sind wichtige Inputs für unsere Arbeit; so wie wir eine Ressource für sie sind, sind sie auch eine Ressource für uns.

Was ist besser, der Besuch eines Sprachkurses oder das Selbstlernen einer Sprache?
Ich denke, es gibt keine bessere oder schlechtere Methode, jede hat ihre Berechtigung. Sprachenlernen ist immer individuell und hat viel mit Eigenverantwortung und mit dem eigenen Lernstil zu tun. Aber es ist sehr hilfreich, wenn man zuerst evaluiert, wie das Ziel genau aussieht und wie viel Zeit und Energie man für das Erlernen der Sprache aufwenden kann und möchte.

Kann man auch Sprachen lernen, wenn man wenig freie Zeit hat?
Selbstverständlich! Wir verleihen beispielsweise iPods mit Podcasts zum Lernen. Die kann man auch unterwegs anhören und so lernen. Genau dafür sind wir ja da, dass jeder die für ihn ganz persönliche Methode zum Sprachenlernen findet.

Bild: Riccardo Di Curti

Wie bewerten sie den Trend zu Sprachen-Apps?
Grundsätzlich sind diese Apps sicher hilfreich, ich denke aber, dass auch sie nur einen Teil des Lernerfolges ausmachen. Eine Sprache zu lernen ist ein Prozess, für den man verschiedene und idealerweise vielfältige Inputs braucht. Eigentlich ist es immer ein wenig so wie beim Erlernen der Muttersprache/n als Baby.

Wie hat die Digitalisierung das Sprachenlernen verändert?
Sie hat es sehr erleichtert, Multimedia sind eine große Hilfe; es kann beispielsweise unbefriedigend und auch schwierig sein, eine Sprache nur zu lesen, und vor allem kann man die richtige Aussprache nicht hören. Gleichzeitig ist die Multimedialität aber auch ein mare magnum, in dem man Hilfe und Beratung braucht, um sich zurecht zu finden.

Weil jeder Mensch andere Voraussetzungen und Kompetenzen mitbringt?
Auf jeden Fall; und der erste und wichtigste Schritt ist, sich des eigenen Lernstils bewusst zu werden, dabei kann eine Beratung sehr hilfreich sein.

Was macht es leicht oder schwierig, eine Sprache zu erlernen?
Das kann man nicht generalisieren. Es geht darum, zu verstehen, wann die beste Zeit und welcher der beste Weg für den individuellen Lernprozess ist. Jeder sollte den Weg finden, der ihm am meisten Spaß macht, und dabei können wir helfen!

Sie entwickeln laufend neue Projekte für die Sprachenmediatheken, was planen Sie in nächster Zukunft?
Neben unserem festen Kinoprogramm, haben wir für den Tag der Bibliotheken am 25. Oktober eine lebende Bibliothek organisiert. Nutzer aus verschiedenen Ländern kommen in die Sprachenmediatheken in Bozen und in Meran, um ihre persönlichen Geschichten über das Sprachenlernen und über den Kontakt mit anderen Kulturen im zwanglosen Dialog mit Interessierten zu erzählen.
 

Multisprachzentrum Bozen, im Kulturzentrum Trevi

Kapuzinergasse 28, Bozen 
Tel. +39 0471 300789
E-Mail: centromultilingue@provinz.bz.it
Facebook: CentroTreviBolzano

Montag: 14.30 - 18.30 Uhr
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10.00 - 12.30 Uhr, 14.30 - 18.30 Uhr
Donnerstag: 10.00 - 19.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 12.30 Uhr

 

Sprachenmediathek Meran

Sandplatz 10, Meran
Tel. +39 0473 252264 
E-Mail: mediatecamerano@provinz.bz.it   
Facebook: Sprachenmediathek Meran

Montag: 14.30 - 18.30 Uhr
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10.00-12.30 Uhr und 14.30 - 18.30 Uhr
Donnerstag: 10.00 - 18.30 Uhr

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