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Keine halben Sachen

Seit Oktober 2017 gibt es den Online-Spendenshop halbehalbe.it. Die Idee dahinter: Die Hälfte des Erlöses geht an wohltätige Organisationen. Ein Interview mit Geschäftsführer Thomas Kager über Hürden und Erfolge.

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Bild: Freepik

Der Online-Spendenshop halbehalbe.it möchte die Welt mit jedem Kauf ein bisschen besser machen. Die Plattform ist ein Herzensprojekt der Kommunikationsagentur Ex Libris aus Bozen. Wir haben bei Geschäftsführer Thomas Kager nachgefragt, wie es zur Idee kam, wie es läuft und wo es hingehen soll.

Wie ist halbehalbe.it entstanden?
Das Portal basiert auf einer Idee eines unserer Mitglieder. Wir als Ex Libris Genossenschaft waren begeistert davon und haben den Spendenshop dann verwirklicht. Das klingt sehr einfach, war aber ein Hürdenlauf, weil so ein Projekt außerhalb unseres eigentlichen Geschäftsfelds als Kommunikationsagentur liegt. Die Idee war, ein Spendenportal zu schaffen, auf dem Interessierte gleichzeitig Südtiroler Produkte kaufen und Gutes tun können, indem für lokale karitative und Non-Profit-Organisationen Spenden gesammelt werden. Das haben wir mit der finanziellen Unterstützung durch das Amt für Innovation und mithilfe des Mutualitätsfonds des Raiffeisenverbandes umgesetzt. Hürden waren dabei einerseits technischer, aber vor allem steuerrechtlicher Natur – da hatten wir einiges zu meistern. Zu unserer Freude haben wir es letztendlich geschafft und 15 Partner im Non-Profit-Bereich und 17 Partnerunternehmen für das Projekt gewinnen können.

Thomas Kager

Bild: Armin Huber/Ex Libris

Wie fällt die Bilanz nach einem knappen Jahr aus?
Die Bilanz fällt leider durchwachsen aus. Wir haben es uns leichter vorgestellt, die Idee unter die Leute zu bringen. Ohne großes Marketing-Budget im Hintergrund ist dies schwierig. Man müsste mit Plakaten arbeiten, zum Beispiel an Bushaltestellen darüber informieren, Annoncen in Zeitungen oder online schalten. Dazu fehlt uns leider das Geld. Wir arbeiten viel mit Facebook und Instagram, haben dadurch aber natürlich nur einen begrenzten Wirkungskreis. Unsere Zielgruppe reicht von Anfang zwanzig bis fünfzig plus und umfasst jeden, der gern teilt, spendet oder ein spezielles Geschenk sucht. Unter unseren Produkten findet jeder etwas. Wir haben tolle Partner, wie Re-bello, die einen Teil ihrer Kollektion über uns verkaufen, oder WAMS?!, Bergila, die Kellerei Kurtatsch und viele andere. Es ist super, mit so tollen Unternehmen aus Südtirol zusammenarbeiten zu können. Dasselbe gilt für die Non-Profit-Organisationen, die sich sehr engagieren. Auch sie hatten anfangs einige technische Hürden zu überwinden und stehen trotzdem hinter dem Projekt.

Was habt ihr für die Zukunft geplant?
Wir hatten natürlich ganz große Ziele und wollten mit der Plattform quasi die Welt erobern. Allerdings mussten wir einsehen, dass das schwierig ist. Auch von rechtlicher Seite werden einem da Steine in den Weg gelegt. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns bei Produkten, Vertrieb und Vermarktung auf Südtirol. Das hat natürlich den Vorteil, dass wir auf kleine und regionale Kreisläufe setzen können, was auch unserer Zielgruppe wichtig ist. Andererseits schränkt uns dieser Ansatz in der Produktpalette ein. Im Moment arbeiten wir an weiteren Marketing-Aktionen, die wir in Zukunft durchführen möchten. Trotz allem werden wir weiterhin vor allem online aktiv sein: Jemand, der im Internet von uns liest, ist nur noch einen Klick vom Besuch unserer Plattform entfernt. Und selbstverständlich hoffen wir, insgesamt mehr Menschen zu erreichen und unsere Umsätze steigern zu können, um keine halben Sachen zu machen, sondern unsere karitativen Partner effektiv unterstützen zu können.

Sponsored by halbehalbe.it

 

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