Anzeige

Das Kräuterwissen meiner Großmutter

Von ihrer Großmutter hat Rosi Mangger Walder gelernt, wie man aus heimischen Wildpflanzen Salben, Tinkturen und Gerichte herstellt. Dieses Familienwissen ist im Kräuterbuch „Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ gesammelt.

Foto Autorin 2.jpg

Bild: Edition Raetia

Bäuerin, Meisterfloristin und Kräuterpädagogin: Rosi Mangger Walder kennt die alpine Pflanzenwelt wie nur wenige andere. Von ihrer Großmutter Agnes hat sie gelernt, wie man aus den heimischen Wildpflanzen heilende Salben, wirksame Tinkturen und schmackhafte Gerichte herstellt. Dieses Familienwissen hat sich über mehrere Jahrhunderte bewährt und wurde von Rosi in ihrem neuen Kräuterbuch „Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ erstmals verschriftlicht. Auf 320 Seiten präsentiert sie Rezepturen, Sammelkalender und essentielle Fakten aus Volksmedizin und Volksglauben, die nach dem aktuellen Wissensstand ergänzt wurden.

Das in Rosis Familie über Generationen vermittelte Kräuterwissen hat seine Eigenheiten; manche Wirkungen von Pflanzen sind noch nicht wissenschaftlich belegt. Rosi hat aber die Erfahrung gemacht, dass man gerade mit natürlichen Mitteln viel bewirken kann. In ihrem über 2.000 m² großen Kräutergarten in St. Leonhard in Passeier züchtet sie über 500 alpine, tropische und seltene Kräuter. Auf Kräuterwanderungen und Workshops gibt sie einen Teil ihres Wissens mündlich weiter.

Bild: Edition Raetia

In Rosis Heimatgemeinde wurden viele Bräuche beibehalten. Es gibt noch so manches „Kräuterwaibele“ und manchen „Bauerndoktor“, die ihre Heilpraktiken aber nie schriftlich festgehalten haben. Auch Rosis Großmutter Agnes Baur weihte ihre Enkelin in ihr Kräuterwissen ein. Rosi selbst war dieses dennoch zu wenig spezifisch. So absolvierte sie zusätzlich Kräuterausbildungen, um das Erbe einer Großmutter verstehen und ergänzen zu können. Einige der alten Rezepte hat sie 1:1 übernommen, viele hingegen akribisch abgewogen, nachgekocht und der Zeit angepasst.

Das Ergebnis von Rosis Nachforschungen wird in ihrem Kräuterbuch auf beeindruckende Weise sichtbar: Es versammelt rund 250 Rezepturen zu über 60 Heilpflanzen. Drei ausführliche Register geben Aufschluss, welche Rezepte bei welchen Leiden eingesetzt werden können. Ein detaillierter Sammelkalender zeigt, wann die Kräuter am besten gefunden werden können. Tipps zu Naturfärbungen mit Wolle, Aufzählungen geschützter Wildpflanzen und Auskünfte über die Inhaltsstoffe der Heilpflanzen runden das reichhaltige Angebot ab.

Rosi beruft sich stets auf die Kraft der Natur und Berge, die ihre Heimat sind. „Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ zeigt, dass alte, bäuerliche Bräuche und volksmedizinische Praktiken auch noch im 21. Jahrhundert gut für die eigene Gesundheit eingesetzt werden können. Dieses Buch ist gleichermaßen Einführung wie Übersetzung jenes alten Wissens ins Heute.

Rezepte mit Löwenzahn

Der Löwenzahn wird seit Generationen besonders in Frühjahrskuren eingesetzt, da er durch seinen hohen Eisengehalt eine blutreinigende und -fördernde Wirkung entfaltet. Das Entschlacken und Entgiften – neudeutsch „Detoxen“ – verdanken wir seiner harntreibenden Eigenschaft. Wegen dieser wird er in Südtirol auch als „Bettsoacher“ (Bettnässer) bezeichnet. Er wirkt schmerzstillend, beruhigend, stark harntreibend, abführend, blutreinigend und -fördernd, appetitanregend, kräftigend und wiederaufbauend.

Löwenzahnmilch (bei Warzen)
1- bis 2-mal täglich einen Stängel sanft zerdrücken, die austretende Milch auf die Warzen tropfen und gut einreiben. Bei regelmäßiger Anwendung werden diese kleiner.
 

Löwenzahnmarmelade

  • 1 kg Löwenzahnblüten und -blätter / 200 ml Weißwein / Saft von 1 Zitrone /
  • 500 g Zucker

Die Blüten auszupfen und die Blätter klein schneiden, dann im Weißwein und Zitronensaft sanft aufkochen, bis die Masse schon weich ist. Den Zucker hinzufügen und 15–20 Minuten weiterköcheln lassen. Noch heiß in Gläser füllen. Gibt man beim Kochen etwas Senf, Senfkörner, Pfeffer, Salz und Weißweinessig dazu, erhalt man eine schöne Mostarda.

Löwenzahnwasser

  • 1 Handvoll Löwenzahnblätter und -blüten zu gleichen Teilen / Saft von 1 Limette

Die Blätter und Blüten mit 1 l Wasser überbrühen und 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Nun den Limettensaft und 1 l Wasser zugießen. Diese Mischung in relativ kurzer Zeit trinken. Sie regt den Stoffwechsel, die Nieren- und Lebertätigkeit an.

 

Bild: Edition Raetia

Rosi Mangger Walder
Das Kräuterwissen meiner Großmutter
Hardcover | 17 x 24 cm | 320 Seiten
Euro 25,00 [I], 27,50 [D/A]
ISBN 978-88-7283-727-6

Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Corona in Thailand

Untergang eines Urlaubsparadieses

Die Bewohner der Insel Ko Samui leben vom Tourismus. Doch die thailändischen Grenzen sind seit Monaten dicht. Ein Expat erzählt, wie Corona sein Leben verändert hat. Ein Gastbeitrag.
0    
Interview mit Forscherin Barbara Gross

Superdiverses Südtirol?

Viele Sprachen, viele Kulturen, viele Ansichten: Barbara Gross über ihre Forschung zur sprachlichen und kulturellen Vielfalt in den Bildungsinstitutionen Südtirols.
0    
Tracy Merano ft. Mental

Time Out

Tracy Merano betritt neues Terrain: Gemeinsam mit Alexander Richter alias Mental – Sänger der Indie-Band „Beyond Hills“ – ergänzt die Meranerin ihren souligen Popgesang mit frechem Rap.
 | 
Telefonseelsorge

„Anonymität wird hier großgeschrieben!“

Von der Einsamkeit, über Trennungsängste bis hin zu Suizidgedanken. Monika Steger erzählt von den Sorgen der Südtiroler Bevölkerung und dem Dienst der Telefonseelsorge.
0    

Breathe In

Die Salurner Singer-Songwriterin Waira alias Camilla Cristofoletti mit ihrem neuen Musikvideo auf BarfussTV.
Anzeige
Anzeige