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DAIsprachig

Der dreisprachige Südtiroler Schülerkalender DAI ist seit 14 Jahren stets am Puls der Zeit. Wir haben uns mit den DAI-Macherinnen Martina Zambelli und Alessandra Stefanut zum Interview verabredet.

Der dreisprachige Südtiroler Schülerkalender DAI ist seit 14 Jahren stets am Puls der Zeit. Auch heuer wird er, gefüllt mit Skizzen, Malereien und Texten Südtiroler Jugendlicher, auf Tausenden Schulbänken zu finden sein. Wir haben uns mit den DAI-Macherinnen Martina Zambelli und Alessandra Stefanut zum (immerhin zweisprachigen) Interview verabredet. Welche Philosophie steckt hinter Südtirols Diario Nr. 1?

Wie kann man sich den Entstehungsprozess eines so kompakten, aber vielschichtigen Kalenders vorstellen?
Martina: Durante l’anno raccogliamo moltissimo materiale grafico, fotografico, pittorico e letterale nelle scuole e fra i giovani. E a marzo quando chiude la redazione abbiamo l’arduo compito di selezionare le proposte pervenute. Negli ultimi anni ci siamo dati un “tema”: un filo conduttore che ci aiuta nella scelta e a rendere il DAI un po’ omogeno nella sua molteplicità!
Alessandra: Martina und ich treffen uns meist im Januar, um den Zeitplan für die kommenden Monate zu besprechen und erste Gedanken zum Cover und zu den Innenseiten auszutauschen. Nachdem im März die Grafik für das Cover feststeht, arbeitet Martina an den Texten. Im Mai bekomme ich meistens alle Inhalte, sprich lektorierte Texte und Bilder, und beginne dann mit der grafischen Arbeit und der Gestaltung der Innenseiten. Mitte Juni ist der DAI dann fertig und wird an die Druckerei geschickt, die Ende Juli den gedruckten Kalender liefert.

Der DAI pflegt ja ein sprachliches Miteinander, wie es im Südtiroler Schulalltag (noch) selten praktiziert wird. Wie steht ihr zu einem mehrsprachigen Schulsystem in Südtirol?
Alessandra: Ich finde es schade, dass in Südtirol nicht mehr in diese Richtung getan wird, wobei ich mir auch durchaus bewusst bin, welche Schwierigkeiten ein mehrsprachiges Schulsystem mit sich bringt. Nichtsdestotrotz sollten die unterschiedlichen Sprachen viel mehr in den Schulalltag integriert werden.
Martina: Sono d’accordo con Alessandra, ma trovo che le difficoltà siano più politiche che pratiche. Noi proviamo ad ispirarci al modello “ladino” dove le lezioni si svolgono in lingua veicolare in italiano, tedesco e ladino. Trovo che sarebbe di gran lunga ora di implementare questo sistema anche nel resto della provincia ... naturalmente senza ladino.

DAI-Koordinatorin Martina Zambelli mit dem DAI 2017/2018

Bild: Edition Raetia

Unfinished – der Reiz und Mythos des Unvollendeten – ist das heurige Jahresthema des DAI. So ein Diario, kann man sagen, ist ja auch immer erst mit den Notizen und Kritzeleien der Nutzerinnen und Nutzer vollendet. Wann ist der DAI für euch fertig?
Alessandra: Sobald die Druckerei die Druckdateien von mir erhalten hat.
Martina: Quando lo vedo aperto su un banco di scuola o in mano ad uno studente o ad una studentessa in treno!

Euer Motto für den DAI 2018/19 ist „Horror Vacui“, die Scheu vor der Leere, und gleichzeitig der Wunsch, alle leeren Stellen auszufüllen – sehr barock. Wenn man sich den heurigen DAI ansieht, kann man schon beim besten Willen keine weißen Flächen mehr entdecken. Habt ihr selbst einen „Horror Vacui“?
Alessandra: Ich arbeite bei meinen anderen Arbeiten sehr viel mit weißen Flächen und Leerräumen. Sie lassen den Betrachter „durchschnaufen“ und geben den Elementen Platz, um zu wirken. Beim DAI ist das etwas anders, Jugendlichen gefällt eher eine etwas „pompöse“ Gestaltung, würde ich sagen.
Martina: Non avete cercato bene! Non vedete che il 2 gennaio abbiamo lasciato un’intera pagina libera?! J Il DAI si è riempito molto rispetto alla prime edizioni. Ma più che per una paura del vuoto per una voglia di fare vedere e comunicare! L’anno prossimo cercheremo di fare del nostro meglio per non lasciare nemmeno un quadratino vuoto!

Martina und Alessandra, vielen Dank für das Interview!

Zum Buch:
DAI 2017/18
Diario | Ajënda | Info
Edition Raetia 2017
Euro 9,90
Erhältlich im Buchhandel

Bild: Edition Raetia
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