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Rezepte und Geschichten

„Oma, i hon Hunger!“

Mit Mehl, Kartoffeln, Butter, Eiern, Milch und einer Handvoll Schnittlauch: Rezepte und Geschichten von Oma Marie aus dem Sarntal.

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Franziska Heiß mit Oma Marie

Bild: Fabian Wallnöfer/Edition Raetia

Mit Mehl, Kartoffeln, Eiern, Milch und einer Handvoll Schnittlauch konnte Oma Marie so gut wie alles zubereiten. Auf ihrem kleinen Holzherd im Bauerngasthof Hudrhitt im Sarntal bekochte sie ihre Gäste von früh bis spät. Enkeltochter Franziska hat zusammen mit Oma Marie die besten Rezepte gesammelt.

War es schwierig, dass Oma mit ihren geheimen Rezepten rausgerückt ist?
Franziska Heiß: Meine Oma und ich hatten immer wieder mal die Idee, gemeinsam ihre Rezepte aufzuschreiben. Demnach hat sie sich sehr gefreut, als wir 2017 mit dem Projekt loslegten und die ersten Rezepte aufs Papier brachten.

Wie bist du mit ihren Mengenangaben umgegangen?
Ich denke für die meisten erfahrenen Köch:innen sind Mengenangaben eher eine Gefühlssache und weniger etwas, das sich in Zahlen messen lässt. Während der Zusammenstellung der Rezepte diskutierten wir aber immer wieder Mal über die tatsächliche Menge von z. B. „ein bisschen Mehl“ (lacht). Schließlich habe ich die Mengenangaben der Rezepte aber auch alle selber nochmal getestet und nachgekocht.

 

Titel & Urheber des Bildes: 
Fabian Wallnöfer /Edition Raetia
Du hast Grafik- und Informationsdesign in St. Pölten studiert und leitest nun die Agentur „i-kiu design“ in Meran. Das Spannungsfeld – alte Rezepte in neuem Design – wie hast du das gelöst?
Als Informationsdesignerin fokussierte ich mich bei der Gestaltung des Layouts vor allem darauf, dass der Inhalt bestmöglich lesbar ist (Auswahl der Schriftarten, Schriftgrößen, Farbkontraste usw.). Eine spannende Kombination von Tradition und Moderne ist vor allem die Typografie der Rezeptnamen: Diese stehen so wie sie im Sarner Dialekt ausgesprochen werden. Die absichtlich falsche Worttrennung soll dazu beitragen, unser gelerntes Erfassen von Schrift zu durchbrechen und den Rezeptnamen bewusst zu lesen und wahrzunehmen. Außerdem versuchte ich etwas visuelle Nostalgie mittels doppelseitiger Bilder in das Buch zu bringen. Darauf zu sehen sind die einzigartige Berglandschaft am Penser Joch und Personen in Sarner Tracht. Vor der Kamera standen vor allem Männer; dies soll dem Klischee – Kochen ist nur etwas für Frauen – entgegenwirken.

Kochst du privat auch viel, was am liebsten?
Ich koche privat sehr gerne, leider fehlt mir manchmal die Zeit dazu. Am liebsten koche ich Omas „Erdepflnöckn“.

Du bist im Wirtshaus deiner Oma aufgewachsen, wolltest du nie ins Gastgewerbe? Wie bist du auf dein Design-Studium gekommen?
Bereits als kleines Kind war für mich klar, dass ich einen kreativen Beruf ausüben möchte und daran hat sich bis heute nichts geändert. Mein Beruf als Designerin ist nach wie vor meine große Leidenschaft. Ich habe früher aber immer gerne im Gasthaus meiner Großeltern mitgeholfen. Hauptberuflich konnte ich mir jedoch einen Job im Gastgewerbe nie vorstellen, auch wenn es mir damals Spaß gemacht hat. Denn als sogenanntes Gasthauskind fühle ich mich in dieser Atmosphäre immer sehr wohl. (lacht)

Mehr Infos zum Buch: www.raetia.com/de/kueche-natur-und-gesundheit/679-oma-marie-kocht.html

Titel & Urheber des Bildes: 
Fabian Wallnöfer /Edition Raetia

 

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