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Südtirol Jazzfestival 2022: Europa im Fokus

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Bild: Design Südtirol Jazzfestival Alto Adige by Roberto Tubaro

(Partner) Im Mittelpunkt der 40. Ausgabe des Südtirol Jazzfestivals 2022 steht der europäische Jazz. Mit seiner Experimentierfreude, die Grenzlinien zu Pop, Rock, Punk oder Folk zu überschreiten und die Moderne ebenso zu integrieren wie zeitgenössische Kompositionsstile, hat er sich von der US-amerikanischen Szene längst emanzipiert.

Mit diesem Fokus aktiviert das Festival ein Jazz-Netzwerk, das in zehn Jahren im Umfeld der Länderschwerpunkte über den gesamten Kontinent gespannt wurde. Diese geographische Schwerpunktsetzung begann 2012 mit einem Streifzug durch die Jazzlandschaft in der Schweiz und wurde 2014 mit einer musikalischen „Tour de France“ fortgesetzt. 2015 stellte das Südtirol Jazzfestival die britische Avantgarde vor, 2016 die Szene aus Österreich und Italien und 2017 den Gegenwartsjazz aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. 2018 unternahm das Festival eine Entdeckungsreise durch Skandinavien und besuchte 2019 die iberische Halbinsel. 2021 folgte das Festivalprogramm dem Verlauf der Donau durch Südosteuropa.

Solistinnen und Solisten sowie Bands, deren Projekte diese Programmkerne prägten oder die als „Artist in Residence“ eingeladen wurden, kehren in diesem Sommer nach Südtirol zurück. Schon das große Eröffnungskonzert am 24. Juni im Kapuzinerpark in der Bozner Altstadt ist ein exklusives europäisches Jazzmeeting: Auf der Bühne des Festival-Base Camps treten an diesem Abend die in London lebende und aus Südtirol stammenden Bassistin Ruth Goller, der britische Saxophonist und Rapper Soweto Kinch, die französische Sängerin Leïla Martial, der niederländische Gitarrist Reinier Baas, der in den USA geborene und in Italien lebende Saxophonist Dan Kinzelman, der slowenische Cellist Kristijan Krajnčan und der finnische Saxophonist Pauli Lyytinen zum ersten Mal gemeinsam auf. 2022 wird der Kapuzinerpark wieder zur wichtigsten Jazzlocation im Land. Im „Basislager“ finden im Rahmen der „Base Camp Sessions“ an sechs Veranstaltungstagen jeweils mehrere Konzerte statt. Das Base Camp mit der Jazz-Bühne, einer Bar und einem Restaurant ist täglich von 18 bis 24 Uhr geöffnet.

Neues Hören. Mit Fernsicht: An über 30 Spielorten in allen Südtiroler Landesteilen bietet das Festival bis zum 3. Juli 56 Konzerte an, die zeigen, wie der europäische Jazz auf Genres, Stile und Traditionen zurückgreift und diese Mixtur als scharf gewürzten Klangcocktail serviert. So meiden die Late-Night-Konzerte im Batzen Sudwerk in Bozen bereits kartographiertes Terrain und dehnen – als Abschluss des Tagesprogramms – die Landschaft des Jazz weit ins Unbekannte aus. Simone Graziono (Klavier) und die Tänzerin Claudia Caldarano eröffnen die neun „Nachtstücke“ mit ihrer Performance „Embracing: Piano Solo Corpo Solo“. Danach öffnet sich ein Klangraum, der vom finnischen Duo „Lampen“, in dem sich der Perkussionist Tatu Rönkkö und der Gitarrenfreigeist Kalle Kalima zusammengefunden haben, bis zur Versuchsanordnung mit der Spoken-Word-Künstlerin und Politaktivistin Camae Ayewa alias Moor Mother, dem Schlagzeuger Lukas König und dem Multiinstrumentalisten Shahzad Ismaily reicht.

Die Spielorte sind ebenso außergewöhnlich wie die Gestaltung der Konzerte: So beginnt das Jazz-Erlebnis im Volkskundemuseum in Dietenheim am 2. Juli mit einer Führung, die fünf Duo-Formationen an mehreren Standorten begleiten. Danach öffnet auf dem Freigelände ein Verpflegungstand. Zum Abschluss wandeln die Musikerinnen und Musiker in einem gemeinsamen Konzert über die fruchtbaren Felder des europäischen Jazz. Am 3. Juli bespielt das Jazz-Rock-Trio Equally Stupid vor der Comici-Hütte in Wolkenstein eine atemberaubende Berglandschaft und die Jazzblasmusiker Matthias Schriefl und Johannes Bär bieten vom 27. bis zum 29. Juni im Dolomitengebiet eine Jazzwanderung mit zwei Hütten-Übernachtungen und drei Open-Air-Konzerten an. An einem „geheimen Ort“ in Brixen präsentiert Soweto Kinch am 30. Juni seine Komposition „White Juju“ zur Geschichte der anglo-afrikanischen Community in England, zur Black-Lives-Matter-Bewegung und zur COVID-19-Pandemie. Sicher ist: Dieser Mix aus Jazz, Hip-Hop, Barockzitaten, Volksmusik und dem Sound der afrikanischen Diaspora ist ebenso exzentrisch wie die Location, die allen Angemeldeten kurz vor Konzertbeginn bekannt gegeben wird.

Wie klingt junger Jazz – und wer sind die Stars von morgen? Im Base Camp in Bozen treten routinierte Musiker in drei Showcase-Konzerten mit Newcomerinnen ihrer Wahl auf. Soweto Kinch spielt in diesem „Schaufenster“ mit der 23-jährigen britischen Schlagzeugerin und Pianistin Jas Kayser (27. Juni). Kristijan Krajncan kreiert mit der 28jährigen slowenischen Sängern Ana Čop eine faszinierende Kombination aus Drums, Stimme, Violoncello und Effekten (28. Juni) und die lettische Gitarristin Ella Zirina ist mit ihrem Lehrer am Konservatorium in Amsterdam, Reinier Baas, mit einem Programm zu hören, das von Eigenkompositionen und Gershwin-Arrangements bis zu Radiohead reicht (29. Juni).

In der grünen Oase des Kapuzinerpark stellen sich auch zwei Jazz-Labore vor: Mit der Jazzwerkstatt Wien „erweitert“ das Duo „Die Strottern“ das Wiener Lied und die EUREGIO-Jazzwerkstatt tritt mit europäischen Gästen auf. Am 28. Juni präsentieren die türkische Sängerin Sanem Kalfa und die mexikanische Bassistin Fuensanta Mendez im Stanglerhof in Völs Musik, die dort bei einer mehrtätigen Künstlerinnenresidenz entstanden ist. Der Geschmack des Klangmenüs wird überraschen – wie so vieles beim Südtirol Jazzfestival 2022.

Mehr Infos über Konzertkalender mit Terminen, Locations, Bandbeschreibungen und Line-ups: www.suedtiroljazzfestival.com

 

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