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Gefeierter Debütroman: „Lingua Madre“

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Die junge Autorin Maddalena Fingerle

Bild: Maddalena Fingerle

Die Boznerin Maddalena Fingerle ist eine der interessantesten italienischen Nachwuchsautorinnen (siehe unser Interview mit der Autorin). Ihr Debüt-Roman “Lingua Madre, mit dem sie im Vorjahr den renommierten Italo Calvino-Preis gewonnen hat, ist nun im Italo Svevo-Verlag erschienen und seit dem 18. März im Buchhandel erhältlich.

Es geht, wie der Titel schon verrät, um Sprache, genauer, um die Beziehung des Protagonisten Paolo Prescher zur italienischen und zur deutschen Sprache. Und die ist für ihn mindestens so kompliziert wie das Verhältnis zum Elternhaus, wo er das Sprechen erlernt hat. Aber unter welchen Bedingungen? Für Paolo Prescher (ein Anagramm auf “parole sporche”) gibt es saubere Worte und schmutzige Worte, Worte, die gut riechen, und Worte, an denen man sich verschluckt, Worte, die im Hals stecken bleiben.

Die Suche nach einer reinen Sprache verschlägt Paolo nach Berlin, wo er fortan nur noch Deutsch sprechen will, ein für ihn noch weitgehend unkompromittiertes Idiom, frei von gefährlichen Assoziationen und schmerzlichen Erinnerungen. Erst Mira und ihr “sauberer” Gebrauch der italienischen Sprache bringen Paolo dazu, seiner Muttersprache aufs Neue zu trauen, sie wieder für sich zu entdecken. So wie Mira spricht, so müsste man sprechen: kristallklar, eindeutig, ohne Hintertüren, eine Einheit aus Sprechen, Fühlen und Denken.

Dann die Rückkehr nach Bozen, eine Schwangerschaft, das Vaterwerden. Und die allgegenwärtige Heuchelei und Falschheit im bilingualen Südtirol. Langsam beginnen die Worte um Paolo herum wieder schmutzig zu werden. Mit voller Wucht fällt er zurück in die Manie der Sprache, doch dieses Mal ist er nicht allein. Was wird aus Mira, was aus dem Neugeborenen?

Eine deutsche Übersetzung des mitreißenden Romans ist bereits in Ausarbeitung. Wer aber dem eigenen Italienisch traut und ein “sauberes” und darüber hinaus überwältigendes Spracherlebnis zu schätzen weiß, sollte schon jetzt zum Original greifen. 

Bild: Italo Svevo Verlag
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