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Das Buch zum Winterhaus, einem Courage-Projekt von Südtirols Zivilgesellschaft

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Bild: Projekt Winterhaus

 

Am 10. Dezember 2019 öffnete das sogenannte Winterhaus in Bozen für 53 Menschen ohne Dach über dem Kopf seine Tore. Der Unternehmer Heiner Oberrauch stellte das Gebäude in Bozens Stadtzentrum kostenlos zur Verfügung. 96 Freiwillige führten das Obdachlosenhaus fast fünf Monate lang in Eigenregie, 7.000 Nächtigungen wurden gezählt. Ende April 2020 wurde das Winterhaus geschlossen. 

Obwohl die Corona-Pandemie die Menschheit weiterhin fest im Griff hat, die Temperaturen seit Tagen unter Null gehen, müssen derzeit in Bozen zwischen 120 und 150 Menschen bei Regen, Schnee und Kälte im Freien schlafen und frieren. Das Winterhaus sollte im vergangenen Jahr als Beispielprojekt dienen und aufzeigen, was möglich ist, wenn Menschen über ihre Schatten springen und Vorurteile überwinden, wenn Solidarität über Egoismus gestellt wird. Das Engagement der Zivilgesellschaft sollte ein Weckruf für Südtirols Politik sein. Doch ein Jahr nach Eröffnung des Winterhauses hat sich die Situation zusätzlich verschärft: In Bozen wurden keine neuen Winternotschlafstellen eröffnet, die Pandemie ist für wohnungs- und obdachlose Menschen viel härter auszuhalten als für jeden anderen Menschen.

Nach Schließung des Winterhauses haben es sich die vier Freiwilligen Caroline von Hohenbühel, Maria Lobis, Marion Maier und Rudolf Nocker zur Aufgabe gemacht, die Erfahrungen dieses beispielhaften Projektes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daraus ist das Buch zum Winterhaus entstanden, das Sponsoren zur Gänze finanziert haben und dessen Gesamterlös dem Projekt Dorea zugute kommt, einem Wohnprojekt für obdachlose Frauen in Bozen. Das Buch wird über die Südtiroler Weltläden und die zebra.Verkäufer*innen vertrieben.

Am Donnerstag, 10. Dezember 2020, wird das Buch der Öffentlichkeit vorgestellt.

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