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LPA

SH fordert soziale Unterstützung für Studierende

Der Aufruf der SH ist alarmierend: "Viele Studierende sind am Ende", so die Studentenvertretung am Beginn einer Pressemitteilung, die wir hier verföffentlichen.

Viele Studierende sind am Ende. Ihre Familien mussten und müssen Einkommensverluste hinnehmen, und die typischen „Studentenjobs“ sind weggefallen - da vor allem die Gastronomie und der Kultursektor schwer angeschlagen sind. Von sozialen Maßnahmen wie Arbeitslosengeld profitieren die wenigsten Studierenden, da sie zumeist prekär beschäftigt werden. „Diese Gesamtsituation stellt das Recht auf höhere Bildung in Gefahr. Ohne Hilfe durch das Land drohen Studienabbrüche aus wirtschaftlichen Gründen“, ist Matthias von Wenzl, Vorsitzender der Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) alarmiert.

Bei einer Aussprache mit Hochschullandesrat Philipp Achammer unterbreitete die Südtiroler HochschülerInnenschaft drei wesentliche Vorschläge, um die soziale Abfederung der Studierenden sicherzustellen: „Erstens sollte es eine außerordentliche Beihilfe für arbeitende Studierende geben, zweitens sollten mehr Personen von der Rückerstattung der Studiengebühren profitieren. Im Allgemeinen muss außerdem der Fonds für die ordentliche Studienbeihilfe erhöht werden“, fasst sh.asus-Vize Julian Nikolaus Rensi die Forderungen der sh.asus zusammen.

600€ Unterstützungsgeld für arbeitende Studierende

Studierende, die sich ihr Studium durch Arbeit großteils selbst finanzieren oder dadurch ihren Lebensunterhalt entscheidend aufbessern, aber im Zuge der Coronakrise einen Einkommensverlust von mindestens 40% verzeichnen mussten, sollen um eine außerordentliche Studienbeihilfe in Form einer einmaligen Zahlung von 600 Euro ansuchen können. Die Hilfe soll ohne große bürokratische Hürden gewährt werden. Der Verlust muss im Jahr 2020 stattgefunden haben und sollte Berücksichtigung des Einkommens von 2019 oder von zwei Jahren davor errechnet werden. Es handelt sich um eine Maßnahme, die besonders (aber eben nicht nur!) den sog. „Selbsterhaltern“ unter den Studierenden nützen würde.

Ausweitung der Studiengebühren-Rückerstattung

Es soll eine zusätzliche (!) FWL-Schwelle eingeführt werden, bei der Studierende, die in diese fallen, zwar nicht eine ordentliche Studienbeihilfe erhalten, aber dafür trotzdem eine teilweise Rückerstattung ihrer Studiengebühren. Das heißt vereinfachend: Wer in seiner Kernfamilie ein zu hohes Einkommen hat, um von einer Studienbeihilfe zu profitieren, kann aber in einem gewissen Rahmen trotzdem für die Rückerstattung der Studiengebühren, die zu zahlen sind, ansuchen. Hiervon würde vor allem die Mittelschicht profitieren, sodass diese Maßnahme geboten scheint, da gerade der Mittelstand aktuell in Krise ist.

Das wichtigste: ordentliche Studienbeihilfe stärken!

Wahrscheinlich wird es heuer eine größere Nachfrage nach der Studienbeihilfe geben als letztes Jahr. Davon geht auch die Verwaltung aus. Zudem wird es mehr Empfangsberechtigte geben, weil die Kriterien für den Zugang zur Beihilfe auch auf Intervention der sh.asus etwas gelockert wurden. Es wäre jetzt fatal, wenn letztlich aber die Mittel fehlen, die Beihilfen auszuzahlen.

Bekanntlich sollen die Leistungsstipendien aus Geldmangel in diesem Jahr nicht ausgeschrieben werden. Deren Aussetzung wurde besonders unter dem Aspekt der prekären Situation vieler Studierender kritisiert, so von Wenzl: „Obwohl die Debatte rund um die Leistungsstipendien teils verzerrt geführt wurde, hat sie unsere Befürchtungen bestätigt: Allzu viele Studierende brauchen konkrete Hilfe, gingen und gehen aber bislang leer aus.“ Die Forderung nach finanzieller Unterstützung der Studierenden, die im Rahmen der causa Leistungsstipendien gestellt wurde, möchte die sh.asus direkt aufgreifen, d.h. „indem wir Maßnahmen verlangen, die wirklich sozialen Charakter haben und denen helfen, die objektiv Hilfe benötigen.“ Bezüglich der Leistungsstipendien selbst bleibe die HochschülerInnenschaft bei ihrer Linie (Reduzierung statt Streichung), jedoch sei ein Kurswechsel beim zuständigen Ressort eher nicht zu erwarten.

Wenn das Land die Studierenden unterstützte, so dürfe man laut sh.asus nicht vergessen, dass das auch die Familien entlastet. Daher seien Hilfsmaßnahmen für Studierende zugleich indirekt welche für sehr viel mehr Bürgerinnen und Bürger. Die Vorschläge der sh.asus werden nun vom zuständigen Ressort und Amt geprüft. Die sh.asus und Landesrat Philipp Achammer bleiben im Austausch und halten, trotz gewisser Divergenzen, übereinstimmend fest: „Die Sicherstellung gleicher Chancen im Bereich der höheren Bildung hat gerade jetzt große Priorität. Ohne Maßnahmen, welche die soziale Gerechtigkeit in Krisenzeiten verteidigen, droht akademische Bildung zu einem Privileg von Wenigen zu werden. Das wäre eine gefährliche gesellschaftliche Entwicklung.“

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