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hds möchte Südtirols Künstler*innen sichtbarer machen

Auf Einladung des Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol und von Kulturmanager Manfred Schweigkofler haben sich rund 50 Südtiroler Künstler*innen und Vertreter*innen von Künstlervereinigungen in einem Onlinetreffen zusammengefunden und gemeinsame Anliegen und Ziele definiert.

„Auch Kultur- und Kunstschaffende gehören zum vielfältigen Dienstleistungssektor in Südtirol, und haben neben einer wesentlichen gesellschaftlichen auch eine wirtschaftliche Bedeutung“, betonte hds-Präsident Philipp Moser in seiner Begrüßung. Von daher sei es naheliegend, dass der Verband hier eine neue Plattform für diesen Bereich schaffen möchte. In Südtirol sind ausgehend von den Ateco-Kodexen über 2700 Künstler erfasst.

Lisa Trockner, Direktorin vom Südtiroler Künstlerbund, stellte die bereits geleistete Vorarbeit durch den Bund vor, während Eleonora Psenner vom Institut für Regionalentwicklung der Eurac die Ergebnisse der Studie zur Kreativwirtschaft darlegte. Beide Präsentationen machen deutlich, dass es derzeit in Südtirol eine starke Vertretung für Künstler braucht. Besonders mit dem ersten Lockdown im Frühjahr habe man gemerkt, wie wichtig es sei, als geschlossene Gruppe aufzutreten. „Vor allem auf Landes- und gesamtstaatlicher Ebene ist wichtig, mit vereinten Kräften zu arbeiten, um auf den kreativen Künstlerberuf aufmerksam zu machen“, so der Tenor beim Treffen.

Ein weiteres Ziel der Gruppierung ist die Anerkennung des Berufsbildes des „Künstlers“. Vergleichsweise könnten hier Nachbarländer wie die Schweiz, Österreich und Deutschland zu Rate gezogen werden. Mittels spezifischer Kriterien soll die Unterscheidung der vielfältigen künstlerischen Bereiche geschaffen werden.

Die Präsidentin der Eventdienstleister im hds, Katrin Trafoier, bestärkte die Künstler in ihrer Intention, eine Fachgruppe im Verband zu gründen. Gerade die derzeitige Krise zeige, die Bedeutung einer Interessenvertretung. Ohne den Einsatz dieser, hätte es keine Förderungen für diese Berufsgruppe gegeben.

Arnold Malfertheiner, Präsident der Werbefachleute Target im hds, unterstützt das Vorhaben, die Kräfte in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu bündeln. Immerhin beläuft sich der jährliche Gesamtumsatz in der Südtiroler Kreativwirtschaft bei 600 bis 800 Millionen Euro.

Weitere Themen und Anliegen der Künstlergruppe sind spezielle Fördersysteme, Selbstständigkeit und Neugründer oder angemessene Veranstaltungsorte auch im ländlichen Raum. Bei einem nächsten Treffen sollen weitere Weichen für die Gründung einer neuen Fachgruppe gestellt werden.

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