Anzeige
LPA

Covid-19 kostet das Gastgewerbe 11.500 Arbeitsplätze

Im Gastgewerbe sind zwischen 9. März und 9. Mai 11.500 Arbeitsplätze verloren gegangen, 7000 davon hatten Südtiroler inne, die übrigen Saisonarbeitskräfte von außerhalb.
Arbeit | 13.05.2020 | 16:12Den Einfluss der Covid-19-Pandemie und der entsprechenden Eindämmungsmaßnahmen auf die Entwicklung der Beschäftigungszahlen in Beherbergung und Gastronomie hat die Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt unter die Lupe genommen. Laut der jüngsten Ausgabe von Arbeitsmarkt-News ist der Verlust von Arbeitsplätzen zwischen 9. März und 9. Mai mit rund 11.500 zu beziffern. Betroffen sind etwa 7000 Personen mit Wohnsitz in Südtirol, bei den restlichen 4500 handelt es sich um Saisonarbeitskräfte von außerhalb. Die Arbeitsmarktbeobachtung der Landesabteilung Arbeit zeigt dabei auch unterschiedliche Entwicklungen auf, die stark von der saisonalen Prägung der Südtiroler Gemeinden abhängen.Ein Minus von 11.500 Arbeitsplätzen"Während im Osten durch das vorzeitige Ende der Wintersaison ein Beschäftigungsverlust von 6000 Arbeitsstellen zu verzeichnen ist, sind in den westlichen und südlichen Landesteilen verglichen mit den selben Monaten des Jahres 2019 circa 4800 Arbeitsstellen aufgrund des verpassten Saisonbeginns gar nicht geschaffen worden", fasst der Direktor der Landesabteilung Arbeit, Stefan Luther, die Analyse zusammen. Noch detaillierter: "Während im östlichen Teil etwa 17.000 bis 18.000 Arbeitnehmende nach einer sehr guten Saison eine bis sieben Wochen Arbeit verloren haben, gibt es im westlichen und südlichen Teil etwa 9000 bis 10.000 Arbeitnehmende, die bestenfalls mit sechs bis zehn Wochen Verspätung ihr Arbeitsverhältnis antreten können – sofern wir das Beschäftigungsniveau der Vorjahre erreichen."Mehr Frauen als Männer betroffenDie Beschäftigungsverluste im Tourismus betreffen anteilig etwas stärker weibliche als männliche Arbeitskräfte. Das Verhältnis ist 54 Prozent Frauen zu 46 Prozent Männer.Die detaillierte Analyse der Landesabteilung Arbeit zeige auf, dass wir in Südtirol je nach Gebiet unterschiedliche Arbeitsmärkte im Gastgewerbe haben, sagt Landesrat Philipp Achammer, der sich optimistisch zeigt, dass die Beschäftigungszahlen ab Ende Mai 2020 wieder leicht ansteigen werden. "Wir werden die Entwicklung der Arbeitsverhältnisse genau beobachten, damit wir gezielte arbeitsmarktpolitische Akzente, wie etwa die Aufwertung des lokalen Arbeitskräfteangebotes, setzen können. Unter anderem auch dadurch, dass wir die elektronische Jobvermittlungsplattform des Landes, die eJobBörse, weiter stärken und ausbauen", erklärt Landesrat Achammer. "Ich bin sicher, dass wir in sozialpartnerschaftlicher Manier neue Lösungen für diesen arbeitsmarktpolitisch so sensiblen Sektor finden werden."Arbeitsmarkt-News auch onlineDie jüngste Ausgabe von Arbeitsmarkt-News 05/2020 (im Anhang) enthält weitere detaillierte Angaben; die digitale Ausgabe zudem einen umfangreichen Anhang mit aktuellen tagesbezogenen Arbeitsmarktdaten über die Entwicklung in den ersten Monaten dieses Jahres in allen Branchen unterteilt nach Geschlecht, für das Gastgewerbe zudem nach ausgewählten Berufen.LPA/LPA/jw
Anzeige
Anzeige

Hinterlasse einen Kommentar

Mehr Artikel

 | 
Interview mit Hannes Obermair

„Südtirol hängt am Opferstatus“

Aktivisten stürzten oder beschmierten weltweit fragwürdige Monumente. Historiker Hannes Obermair bevorzugt einen anderen Umgang mit Geschichte – auch in Südtirol.
0    
Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Bunte Vielfalt

2020 stehen die Gärten von Schloss Trauttmansdorff ganz im Zeichen der Biodiversität und zeigen, wie wichtig biologische Vielfalt für Mensch, Tier und Pflanze ist.
0    

Wohin es geht

Nach einer Pause während des Lockdowns meldet sich Philipp Trojer mit dem Musikvideo zur Single „Wohin es geht“ zurück.
 | 
Leben ohne Amazon

Geht das überhaupt?

Missstände ohne Ende: Unsere Autorin hat beschlossen, nicht mehr bei Amazon einzukaufen. Ganz geschafft hat sie es nicht.
0    
 | 
Psychisch krank im Studium

Bedrohliche Freiheit

Sie leiden an Depressionen, Zwangsstörungen und Ängsten. Warum werden so viele Studierende psychisch krank?
0    
Anzeige
Anzeige